Frage von Claudia4711, 104

Besteht in Deutschland Versicherungspflicht?

Der Schwiegervater meiner Nachbarin war stationär und verstarb vor drei Tagen. Jetzt sagte man ihr dass der Schwiegervater nicht krankenversichert war. Er ist deutscher Staatsbürger, und war vor seiner Berentung beim BUND beschäftigt. Wer kann mir Etwas dazu schreiben ?

Expertenantwort
von Barmenia, Business Partner, 12

Hallo Claudia4711,

die Pflicht zur Versicherung gibt es nur in einigen Bereichen, z. B. in der Kranken- und KFZ-Versicherung.

Versicherung bedeutet im Grunde nur das Risiko eines Einzelnen auf Mehrere (Kollektiv) zu verteilen. Kurz gesagt: Viele Leute zahlen "vorsorglich" ein und der der's braucht bekommt's.

In der Krankenversicherung zahlen alle Versicherten in einen großen Topf ein. Wenn einer der Versicherten erkrankt und für die Behandlung finanzielle Mittel benötigt, erhält er diese aus dem Topf.

Aus Sicht eines Versicherungsunternehmens ist die Pflicht zur Versicherung - vor allem in der Kranken- und Kfz-Versicherung, wo schnell äußerst hohe Kosten entstehen können - absolut sinnvoll und notwendig.

In der Krankenversicherung gibt es die Pflicht zur Versicherung erst seit 2009. Somit ist es gut möglich, dass Personen trotz der aktuell geltenden Versicherungspflicht nicht krankenversichert sind, da sie vor 2009 eine bestehende Krankenversicherung gekündigt haben und sich nicht neu versichert haben. Das ist heute so gar nicht mehr möglich, da ein Versicherter bei einer Kündigung immer die Folgeversicherung nachweisen muss.

Viele Grüße

Anna vom Barmenia-Team

Kommentar von Claudia4711 ,

danke, ich sah das auch so !

Antwort
von Zathy, 51

Ich war auch immer der Meinung, das Versicherungspflicht besteht (und bin eigentlich immernoch der Meinung, ohne das jemals nachgeschlagen zu haben), aber es kann durchaus passieren, daß man ohne KV dasteht.

Vor ein paar Jahren gab es mal ne Beitragserhöhung. Ich war zu der Zeit nicht berufstätig und freiwillig versichert (hab also selber bezahlt). Irgendwie hab ich aber das mit der Beitragserhöhung nicht mitbekommen.

Ich weiß nicht, ob der entsprechende Brief nicht ankam, oder ich ihn aus Versehen ungelesen weggeschmissen habe. Ich hab also den alten Beitrag weiter bezahlt.

Ein paar Monate später mußte ich zum Zahnarzt und erfuhr dann nach Beginn der Behandlung (und nachdem die Krone schon bestellt war), daß ich überhaupt nicht Krankenversichert war.

Die haben schön meine Beiträge kassiert und nicht gesagt, daß da ca 5 Euro jeden Monat fehlen. Gab dann etwas hin und her und die haben mich wieder aufgenommen, aber wie gesagt, eine Zeit lang war ich nicht krankenversichert.

Kommentar von Claudia4711 ,

Der Mann war Rentner... Wie mir bekannt ist wird die Krankenversicherung und auch das Pflegegeld autom. angepasst und abgezogen . Deshalb verstehe ich das alles nicht .

Kommentar von Zathy ,

Ich versuche mich gerade zu erinnern wie das war, als mein Vater starb.

Der war Rentner und Krankenversichert, aber ich meine mich dunkel erinnern zu können, daß das Krankenhaus meiner Mutter trotzdem eine Rechnung zugeschickt hat.

Ich hab den organisatorischen Teil nicht ganz mitbekommen und war auch etwas sehr mit meiner Trauer beschäftigt, aber ich glaube bei Todesfällen kann sowas vorkommen, also daß das mit Bezahlerei erst geklärt werden muß.

Deine Nachbarin muß da halt mal nachforschen und sollte erst mal nichts bezahlen, bis das ganz genau geklärt ist.

Kommentar von Zathy ,

Dazu kommt noch, daß Pflegeheime ja nicht voll von der Pflegeversicherung bezahlt werden.

Ich weiß, daß mein Vater/Onkel/Tante sich nämlich groß gestritten haben, wie und ob sie meine Oma überreden können ihr Haus zu verkaufen, um mit dem Geld ihr Pflegeheim zu bezahlen.

Kommentar von Claudia4711 ,

..wie ich hörte wird der Sohn das Erbe ablehnen. Vielleicht verwechselt er aber auch da Etas.. Meinte dass der Vater keine Sterbeversicherung hatte und in der Aufregung etwas falsch verstand ?

Kommentar von Zathy ,

Die Sterbegeldversicherung übernimmt die Beerdigungskosten. (Und sowas wie Überführung vom Krankenhaus ect.)

Die müssen aber echt knapp bei Kasse sein (oder der Vater hatte absolut nichts von materiellem oder ideellem Wert), wenn die deswegen versuchen da irgendwie von den Kosten weg zu kommen. Klar, die 1000-3000 euro für ne Beerdigung muß man erst mal haben, aber trotzdem.

Wobei ich nicht weiß, ob man von der Beerdigungspflicht befreit wird wenn man das Erbe ablehnt. Da brauchen wir hier langsam doch mal nen Fachmann in der Diskussion ^^

Kommentar von DerHans ,

Wenn er bei der Bundeswehr war, bekam er nach seiner aktiven Zeit Pension, und war zu 70 % beihilfeberechtigt.

Antwort
von DerHans, 31

Es besteht zwar Versicherungspflicht, wenn man allerdings seine Beiträge nicht zahlt, zahlt die Krankenkasse auch keine Behandlungen.

Nur Notfälle werden behandelt, aber selbstverständlich auch nicht kostenlos.

Entweder ihr lehnt das Erbe ab, oder ihr zahlt die Behandlungskosten (und auch die rückständigen Beiträge)

Kommentar von Claudia4711 ,

 ..ich denke, wenn er Rentner war, wird der Krankenkassenbeitrag sofort von der Rente abgezogen. Genau so die Beiträge zur Pflegeversicherung. Ich bin hier nur die Fragestellerin, somit kann ich NIX ablehnen ;-) Bei näherer Überlegung denke ich dass mie Nachbarin da gehörig etwas zwischen Krankenversicherung und Sterbeversicherung durcheinander gebracht hat.. ?? Anders kann ich pers. es mir kaum vorstellen .!

Kommentar von DerHans ,

Beamte (also auch Soldaten) erhalten keine Rente sondern ein "Ruhestandsgehalt" (Pension)

Davon müssen sie sich selbst krankenversichern. Sie haben einen Beihilfeanspruch von 70 % und normalerweise eine Restkostenversicherung (privat).

Dass er gar nicht krankenversichert sein sollte, wäre höchst merkwürdig. Oder ist er "plötzlich und unerwartet" verstorben?

Er wird ja vorher auch schon mal krank gewesen sein. Spätestens da wäre das aufgefallen.

Kommentar von Claudia4711 ,

.. er verstarb wohl plötzlich an Gehirnbluten .

Antwort
von Celeritas15, 54

In Deutschland besteht die Pflicht krankenversichert zu sein. Durch dieses Raster zu fallen ist möglich, jedoch sehr schwer und unwahrscheinlich. Wenn eine Rente gezahlt wird muss er bei einer Krankenkasse versichert sein. Bei einer Pension ist er über die Beihilfe und eine private Krankenversicherung abgesichert.

Kommentar von Claudia4711 ,

angeblich war er nicht krankenversichert und die Klinik der RWTH  verlangt jetzt die Behandlungskosten. Ich persönlich sehe das auch so, dass der Mann schon über seine Rentenanstalt krankenversichert war. Der Sohn soll jetzt die Kosten übernehmen.. :-(

Kommentar von Celeritas15 ,

Er muss Unterlagen über seine Rente Zuhause haben. Auf diese sind Sozialabgaben (eben auch Krankenkasse) fällig. Auf einem solchen Bescheid geht also hervor, wo er versichert ist. Schauen Sie mal nach einem solchen Dokument.

Kommentar von Claudia4711 ,

mich interessierte nur der Vorfall, wie im Eizelnen vorgegangen wird entzieht sich meiner Kenntnis. Ich denke eher dass es ein Missverständnis ist !

Antwort
von konzato1, 37

NORMALERWEISE gibt es in Deutschland seit einigen Jahren Versicherungspflicht. Wer sich nicht versichert muß die Beiträge rückwirkend nachzahlen.

Der Schwiegervater war bei dieser Ökoorganisation BUND beschäftigt? Vermutlich hat er dort nur schwarz gearbeitet.

Oder war er bei der Bundesrepublik beschäftigt?

Als Rentner ist man in Deutschland automatisch versichert. Es ist also nicht möglich, staatliche Rente zu beziehen und nicht krankenversichert sein.

Kommentar von Claudia4711 ,

Wenn er schwarz gearbeitet hätte würde er keine Rente beziehen- oder bezogen haben.

Kommentar von DerHans ,

Wer als Rentner "freiwilliges Mitglied" einer Krankenkasse ist, bekommt einen Zuschuss zur Rente für die Krankenkasse.

Wenn man dann die Beiträge nicht zahlt, ist man auch nicht versichert. (Jedenfalls nur in Notfällen). Dann sind die gesamten Beiträge noch fällig.

Antwort
von kevin1905, 12

Was heißt beim Bund beschäftigt?

Ja es besteht Versicherungspflicht in Deutschland.

Kommentar von Claudia4711 ,

hatte es schon erklärt ,bei der BUNDESWEHR ALS AUSBILDER

Antwort
von hauseltr, 27

Wenn er eine Rente von der Rentenkasse bekommt, müßte er auch krankenversichert sein.

Was verstehst du unter BUND? Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND? Oder was er bei einem Amt der "Bundesrepublik Deutschland" beschäftigt.

Ja, da besteht überall Versicherungspflicht!

Sollte er Beamter gewesen sein, besteht eine 50%-70%ige Übernahme der Krankenkosten durch den Bund, der Rest müßte von einer privaten Krankenkasse abgedeckt sein.

Kommentar von Claudia4711 ,

ich schrieb schon : Bundeswehr !

Kommentar von DerHans ,

War er Angestellter bei der Bundeswehr oder Soldat?

Als aktiver Soldat hätte er freie Heilfürsorge und bräuchte tatsächlich KEINE Krankenversicherung.

Antwort
von kenibora, 30

Ja, es besteht, wenn angestellt, Krankenversicherungspflicht!

Antwort
von brummitga, 41

nur zum Verständnis: Bund oder B-U-N-D ?

Kommentar von Claudia4711 ,

bei der Bundeswehr als Ausbilder sagte man mir !

Kommentar von hauseltr ,

Dann war er vermutlich im Beamtenverhältnis!

Möglicherweise muss der Sohn (der Erbe) die Kosten über die Beihlife abrechnen.

Ich bin ebenfalls Beamter, bei mir rechnen die Krankenhäuser direkt mit der Krankenversorgung ab, nicht aber die Ärzte.


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community