Besteht immer keine Konjugation zwischen zwei Ringen (Bicyclen)? siehe Bild?

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1 Antwort

Zunächst mal, um mich abzuregen, was zur Sprache.

Es gibt Fachsprachen, und ich als EDV/DV/IT/IS-Experte bin da nicht prinzipiell gegen.
Ich drücke halt Shift- oder Control-, nicht Umschalt- oder Steuerung-
Und mir zerlegt's im schlimmsten Fall das Main- oder Motherboard, nicht aber das Haupt- oder Mutterbrett. Eventuell noch die Hauptplatine.

Ich habe mal eine Chemie-Studentin aus den USA kennengelernt, die ein Semester Deutsch lernen musste, weil so vieles in der Chemie aus dem Deutschen kommt, wie Natrium, und Kalium über das Arabische, während Pottasche wiederum deutsch ist.

Also bitte "Freies Elektronenpaar"!
Und wenn jemand in einem Text oder Bild das unbedingt englisch benenen muss, dann bist es trotzdem noch du, der eine Frage auf deutsch stellen muss.

Aber zu den Bildern bzw. Beispielen:

  1. Da ist das C-Atom links neben dem C=O einfach sterisch benachteiligt. Dreifach koordinierter Kohlenstoff ist nun mal eher planar umbeben. Das C ist in der Umgebung mit den 3 Bindungen zu den 3 C schon in einem schmerzhaften Spagat. Wenn das H verschwindet, und statt dessen eine zweite Bindung zu einem C aufgebaut wird, nennt sich das Muskelfaserriss, Verrenkung oder Offener Bruch, in der Sprache der Sportmediziner.
  2. Hier ist es noch krasser. Hier musst du einen ohnehin schon unstabilen Viererring noch weiter destabililisieren, indem du einen der Winkel auf 120° aufbeitest. Oder jedenfalls tendenziell, weil die planeare Umgebung durch ein doppelt gebundenes C das erfordet, jedenfalls tendenziell.
  3. Da ist es links oben einfach der Normalfall, ein Keton ist stabiler als ein Enol, wenn nicht andere Gründe dagegen sprechen. Aceton liegt nun mal überwiegend als Aceton vor, und das Oxo-cyclohexan, oder wie es sich schimpf, genau so.  Das Dings oben rechts ist kein Enol, und wird auch keins, weil das sterisch unmöglich ist. Da geht es nur noch darum, ob das N-Atom basisch ist. M.W. jedenfalls stärker als ein ketonische O, das kein Enol bilden kann, und auch keine Doppelbindung zu einem andern Nachbarn.

Ohje, ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht total blamiert, aber:

Du darfst nicht nur auf die Formeln und Bilder schauen, du musst dir das Ganze auch räumlich vorstellen.
Früher gab es dazu Streichholzer und Klebstoff, auch nette Stecksysteme - hab auch noch eins in einem meiner seit Jahren ruhenden Umzugskartons.

Manches passt halt rein mechanisch oder sterisch nicht, ganz unabhängig von mehr oder weniger kompliziertem Chemie-Wissen oder -Verständnis.

M.W. gibt es sogar Ringe, die aromatisch wären, wenn sie Ringe wären, oder sein könnten.

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