Frage von Klohaus, 152

Besteht bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung mit Depressionen eine Chance auf ein glückliches Leben?

Egal was ich auch tue, es wird nicht besser. Ich kann nur gut mit anderen Borderlinern, normale Menschen können das nicht nachvollziehen und es interessiert sie auch nicht im Geringsten.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Klohaus,

Schau mal bitte hier:
Depression SvV

Antwort
von Goodnight, 26

Ja das geht.

Du solltest den Willen entwickeln dir helfen lassen zu wollen. 

Du kannst nicht nachvollziehen, dass andere nicht verstehen können, wenn sie dich lieben und dir aus jeder Sch..... helfen raus zu kommen und du ständig, kaum ist ist eine Situation geregelt einen neuen Mist produzierst und böse um dich schlägst.

Das ständige Verlangen nach Liebesbeweisen die du dann mit Verachtung strafst, treibt jeden von dir weg.

Dass du dich von anderen Borderlinern nicht fern hältst verschlimmert deine Situation. So wirst du nicht lernen, dass du Liebe annehmen kannst ohne sie zu zerstören.

Borderliner sein, heisst in der Pubertät stecken geblieben zu sein. Der Pubertät kann man aber entwachsen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du den Mut findest dich dem zu stellen!

Antwort
von Caithness, 21

Ja es besteht eine Chance, wenn Du

  • deine Persönlichkeitsstörung und deine Depressionen annimmst und ernst nimmst
  • wenn du eine Therapie machst, die speziell auf die Borderline-PS abgestimmt ist.


Zu der Therapie - Phoenix32 hat ja schon einen sehr guten Vorschlag gemacht. Es ist leider so, dass die meisten Therapeuten und Psychiater mit der Borderline-PS überfordert sind. Es gibt aber psychiatrische Kliniken die unter Anderem auf Borderline-Störungen spezialisiert sind. Diese Kliniken bieten neben einer stationären, oftmals auch eine ambulante Behandlung an.

Du mußt vor so einer auf die Borderline-PS abgestimmte Therapie auch keine Angst haben, weil sie nicht (wie du vielleicht schon negativ erfahren hast) in der Vergangenheit herumkramt.

Was dass alles so schwierig macht - ist deine (verständlicherweise) unbeschreibliche Angst, dass Erlebte noch einmal zu durchleben. Und daher dein Bedürfnis auf eine (oberflächliche) heile Welt und der ständige Versuch, dass was dir im Inneren fehlt - von Außen (z.B. mit einer Liebesbeziehung) zu füllen.

Aus diesem Kreis mußt du ausbrechen! Dann hasst du eine Chance.

Das was dir im Inneren an Selbstliebe, Selbstwertgefühl und an einer sicheren Identität fehlt, wirst Du nie von Außen füllen können! Eine spezielle Borderline-Therapie hilft dir aber dabei, dass alles für dich in dir aufzubauen.

Auch ist dass für dich annehmen deiner Persönlichkeitstörung absolut nicht einfach - aber Du kannst für deine Persönlichkeitsstörung absolut nichts - dich trifft keine Schuld! Und Du mußt dich in einer Therapie zu absolut nichts zwingen, was Du nicht möchtest.

Hilfe, Mut und Unterstützung findest kurzfristig auch in einer Selbsthilfegruppe für Borderline-PS.

Informationen zu Kliniken, Selbsthilfegruppen und Büchern findest du auf dieser Seite:

http://www.borderline-plattform.de

Ich wünsche Dir ganz ganz viel Mut und Zuversicht!

Kommentar von Caithness ,

Für Außenstehende ist meistens eine Borderline-PS schwer zu verstehen, geschweige denn nachzuempfinden.

Ich habe vor einiger Zeit diesen Text in einem Forum gefunden - ich weiß leider nicht mehr in welchem:

(...) Wenn der Kern eines Menschen durch massive seelische/körperliche Gewalt (in vielen Fällen sehr früh schon) zerschlagen wurde, dann verfügt dieser Mensch nicht über eine "sichere Identität".

Er kennt sich in sich selbst nicht aus und kann sich auf nichts im Leben verlassen. Daher versucht er auch mit allen Mitteln, andere Menschen an sich zu binden (z. B. durch Manipulation, Gefälligkeiten, emotionale Erpressung, Machtspiele...Grenzverletzungen).

Wir Anderen können uns immer noch auf uns selbst verlassen, wenn niemand mehr da ist. Wir halten das aus. Viele Menschen brauchen das Alleinsein und die absolute Stille sogar immer wieder, um Kraft aus sich selbst heraus, aus ihrem eigenen Kern zu tanken.

Viele von uns Nicht- Borderlinern können sich, weil sie sich kennen und daher auch in der Interaktion mit Anderen wieder erkennen, reflektieren, sich sammeln und sich die Ursachen für ihre Probleme (z.B. im zwischenmenschlichen Bereich) bewusst machen und dann neue Wege gehen. Wir können trennen zwischen dem Du und dem Ich.

Trennen und sich auf sich selbst besinnen, sowie sein Beziehungsverhalten ändern - das alles kann ein Borderliner nicht (obwohl ich hier nur die maskuline Form verwende, meine ich selbstverständlich auch weibliche Borderliner).

Um Borderline auf die Spur zu kommen, habe ich immer wieder versucht, mich einzufühlen in die "Identitätslosigkeit" der Betroffenen. Auf diese Weise begann ich zu begreifen, warum die mir bekannten Borderliner so sehr auf Füllung von außen und auf einen äußeren Rahmen, der sie zusammen hält, angewiesen sind.

Hinter ihrer "inneren Leere" (die sie durch die Außenwelt, durch Beschäftigt- und Abgelenktsein von sich selbst zu füllen versuchen) steckt ein Trauma unbegreiflichen Ausmaßes, an das sie nicht heran können. Die Angst, das Überlebte erneut zu durchleben, ist sehr viel größer als die Mittel der Ablenkung, des Leugnens, des Bagatellisierens oder der Flucht (Dissoziation).

Oft versagt leider auch professionelle (aber nicht auf die Borderliner zugeschnittene) Hilfe.

Denn Psychotherapien zielen meist darauf ab, einer Person das Unbewusste ins Bewusstsein zu holen, damit sie ihre destruktiven Verhaltensmuster erkennt und sie überwinden kann. Das setzt eine greifbare Persönlichkeit voraus, die ein Borderliner nicht sein kann. Andernfalls wäre er nicht Borderliner und nicht das Fähnlein im Winde.

Nur Substanz lässt sich bewegen und verändern, "Leere" jedoch nicht. Um diese Leere herum kreisen diffuse Selbstbilder und ein diffuses Weltbild:

Die speziellen Borderline - Therapien sollen Betroffenen in erster Linie dabei helfen, ein Ich zu entwickeln, über das sie noch nicht (oder nicht mehr, was seltener vorkommt) verfügen, weil es durch ihre meist frühen und äußerst extremen Gewalterfahrungen zersplittert und zerschlagen worden ist (und mit ihm ihre Persönlichkeitsgrenzen).

Es geht in der speziellen Therapie also um das Ordnen des inneren Chaos. Und es geht um die Füllung der Leere - aber nicht (wie im Borderline- Alltag üblich) durch andere Menschen, sondern um die (späte) Entwicklung eines eigenen Profils, einer eigenen Persönlichkeit mit der Unterstützung durch einen Therapeuten, der das Verhalten des Borderliner spiegelt und gemeinsam mit ihm reflektiert und der ihm dabei hilft, sich seiner Gefühle bewusst zu werden.

Wenn der Kern eines Menschen zerschlagen wurde, fängt Hilfe also auch noch im Erwachsenenalter ganz von vorn an: bei der "Geburt des psychischen Ich" (Margret Mahler), die bei einer einigermaßen oder ganz geglückten seelischen Entwicklung etwa am Ende des dritten Lebensjahres stattfindet (nämlich dann, wenn ein kleiner Mensch sich seiner Grenzen bewusst ist).

Wer diese Entwicklung nicht durchlaufen konnte, verliert sich... in sich selbst... in der Welt...: alles rauscht vorbei, alles fließt, alles verwirrt, nichts bietet dauerhaft Halt, alles lässt verzweifeln...

Nicht alle Borderliner verletzen sich körperlich selbst, aber alle tun es seelisch (z. B. durch ihr Verhalten in nahen Beziehungen, in denen sie auch ihre Mitmenschen so behandeln wie sich selbst...)

[fehlende Abbildung]

Warum das Bild einen hellen, zerrissenen Kern hat? Weil am Anfang jeder menschlichen Existenz Licht in Form von Liebe war... und weil ich an die Liebe glaube, die alles und jeden heilt, der an sich glaubt... (ein weiter, weiter Weg für Borderliner).

Esther

- Dieser Beitrag wurde von einer Frau geschrieben, die durch den auf sie verlagerten Selbsthass einiger Borderliner in ihrem Umfeld ihre Liebe wieder gefunden hat.(..)

[Quelle: leider unbekannt]

Antwort
von Liiisa95, 66

Klar geht das. Bist du in Therapie? Wenn nicht, solltest du vielleicht mal drüber nachdenken. Ist ja schließlich nicht's schlimmes & es hilft auch. Ich weiß ja nicht wie du "normalen Menschen" damit gegenüber trittst. Für viele ist es schwer mit "solchen" Menschen klar zu kommen. Sie haben dann Angst was falsches zu tun/ zu sagen, was dich jetzt z.B. verletzen könnte & deine Krankheit dadurch wieder schlimmer wird. Wichtig ist, dass du es von Anfang an sagst & es aber nicht in den Vordergrund stellst. Also nicht nur ständig über deine Krankheit reden. Wenn es dir dadurch mal wirklich schlecht gehen sollte, sagen diesen Leuten "Passt auf, mir geht es momentan nicht so gut bezüglich meiner Krankheit". Richtige Freunde werden das akzeptieren & für dich da sein.

Viel Glück weiterhin (:

Kommentar von Klohaus ,

Danke, ich bin im Moment nicht in Therapie. Möchte eigentlich nur Zweisamkeit genießen und hin und wieder auch Zeit für mich alleine haben. Selbst das ist offensichtlich schon zu viel verlangt, bin im Moment sehr Einsam und verzweifelt, schaff das unmöglich alleine :(  

Kommentar von Liiisa95 ,

Wie gesagt dann begib dich in Therapie oder suche dir zumindest erstmal einen Psychologen, dass du mit deiner Krankheit besser zurecht kommst.

Antwort
von Phoenix32, 38

Erstmal, kein Mensch hat ein durch und durch glückliches Leben.

Jeder erlebt seine Höhen und Tiefen. Nur das es bei Borderlinern leider immer in die Extreme geht.

Ich kann dir eine DBT-Therapie empfehlen. Davon kann man sehr profitieren.

Ohne eine Therapie ist es so gut wie unmöglich es in den Griff zu kriegen.Ich will dir ans Herz legen, die Zeit in eine Therapie zu investieren. Die Zeit dafür muss man einfach haben! Oder willst du lieber ohne Therapie deine Zeit in der Leere verbringen mit der Gefahr dass es noch viel schlimmer wird?

Gib dir den Ruck. Es kostet viel Überwindung, aber das ist es wert!

Kommentar von Klohaus ,

Hatte schon einige Therapien abgebrochen, mittlerweile hab ich keine Lust mehr, meine Geschichte immer und immer wieder zu erzählen. Ist sehr mühsam, da auch mit entsprechenden Gefühlen verbunden. 

Kommentar von Phoenix32 ,

...das ist leider typisch für BPS. Aber du darfst dich nicht aufgeben!

Warst du schonmal stationär in einer Klinik?

Kommentar von Klohaus ,

Ja, war schon mal Stationär, hab mich da sehr zusammen genommen, um so schnell wie möglich wieder entlassen zu werden, war keine gute Erfahrung. Dort konnte ich nicht, ich selbst sein. 

Kommentar von Phoenix32 ,

Denn war es die falsche Klinik. Guck mal auf dieser Seite http://www.schoen-kliniken.de/ptp/medizin/psyche/persoenlichkeitsstoerung/border...

Absolut zu empfehlen !!

Kommentar von Klohaus ,

Danke, nur bin ich aus Österreich.

Kommentar von Phoenix32 ,

Oh sorry. Aber sowas muss es bei dir auch geben ;)

Kommentar von Klohaus ,

Es ist nicht nötig dich bei mir zu entschuldigen, konntest du ja nicht wissen :) 

Antwort
von MaraleinBenny, 40

Also möglich ist es definitiv. 

Am wichtigsten finde ich bei Krankheiten dieser Art eine entsprechende Therapie. Es ist natürlich für alle "normalen" Menschen schwer nachzuvollziehen. Man muss sich schon wirklich damit auseinandersetzen um es nur ansatzweise zu verstehen. Ich persönlich finde es nicht gut, das gleich am Anfang zu sagen. Erstmal Leute kennenlernen, wenn Vertrauen da ist einfach mal das Thema ansprechen und wenn gewünscht ist auch erklären. Meine mutter ist seit 21!! Jahren in behandlung, es hat sich durch die Therapien definitiv verbessert, auch wenns nie ganz weg sein wird. Wenn es um Partnerschaft geht, hört man ja gerade bei borderlinern oft, dass es schwierig ist eine dauerhafte Bindung aufzubauen . Es ist möglich, jedoch glaube ich ist ein sehr verständnisvoller Partner notwendig bzw vorteilhaft.

Glück an sich empfindet doch sowieso jeder anders, verfolge die Ziele die du im Leben hast, dann läuft das alles von selbst. Nur nicht verzagen :)

Antwort
von uknown, 44

Es ist schwierig für gesunde Menschen , so etwas nachzuvollziehen. Ob du glücklich wirst , liegt in deinen Händen. Es kommt darauf an , was du vom Leben erwartest. Aber lass dich doch behandeln , mach Therapien etc. Dann kannst du das leben sicher auch besser genießen

Kommentar von Klohaus ,

Möchte eigentlich nur Zweisamkeit genießen und hin und wieder auch Zeit für mich alleine haben. Selbst das ist offensichtlich schon zu viel verlangt, bin im Moment sehr Einsam und verzweifelt, schaff das unmöglich alleine. 

Antwort
von Neubii, 67

Ja das kann es.

Eine gute Freundin mit der ich in einer Klinik war geht es super. Hat einen Freund ein gutes Sozialleben,...

Das Sozialleben zum laufen bringen ist wohl das schwierigste, aber wenn das läuft sollte es einfacher sein. Wenn du Freunde findest ist es sogar um einiges leichter. Also ich meine richtige Freunde bzw echt, wahre Freunde nich so "Freunde"

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