Frage von Manhattan007, 43

Bessere Taktik bzw. Verhalten nach eingereichter Kündigungsschutzlage. Lieber Abfindung oder Termin abwarten?

Hallo, Arbeitnehmerin X ist seid 15 Jahren bei Firma XYZ beschäftigt. X wird als soundso eingestellt mit einem Brutto 1800,00 EUR, arbeitet sich in dem kleinen Betrieb (25 – 30 AN) aber stetig im Laufe der Jahre hoch, sowie in der Position als auch im Brutto (bis auf 3000,00 EUR). Die Firma verlässt sie nur kurz für Erziehungszeit und leider einer kurzen Liason vor drei Jahren mit einer anderen Firma. Nach einem Jahr kehrt sie allerdings wieder zurück in alte Position und Gehalt.

Nun wird die Firma XYZ von einer größeren Firma gekauft. Die neue Firma setzt einen neuen Geschäftsführer ein, dem einige alte Angestellte ein Dorn im Auge sind. Arbeitnehmerin X erhält im Dezember 2015 einen Auflösungsvertrag unter die Nase gehalten. Angebot beinhaltet ein Monatsgehalt Abfindung. Vom Gesetzgeber her zwar wohl okay (pro Jahr ein halbes Gehalt) aber man bedachte eine mögliche ja wahrscheinliche Sperrzeit des ALG I und verzichtete auf die Unterschrift. Sofort wurde dann die betriebsbedingte Kündigung (ohne Angabe von Gründen) mit Freistellung auf Widerruf ausgehändigt unter der Berücksichtigung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum 31.01.2016. Ein Reden mit dem Geschäftsführer war leider nicht mehr möglich da diese sich auf einen so richtig eingeschossen hatte. Nach der Kündigung flattern noch mal zwei Abmahnungen mit irren abwegigen Behauptungen bei X zuhause ein.

X nimmt sich einen Anwalt und reicht Kündigungsschutzklage ein. Ferner meldet X sich arbeitslos ab dem 01.02.2016.

Die „gegnerische“ Partei bietet nun vor der ersten „Verhandlung“ zwei Monatsgehälter Abfindung an. Wenn X diese annimmt erfolgt dann irgendeine Anrechnung auf das ALG I? Die Arbeitsagentur könnte doch argumentieren das man mit der Klage in das Arbeitsverhältnis zurückkehren könnte ….laut Anwalt gebe es weder Anrechnung der Abfindung noch Sperrzeit. Aber irgendwie traut X dem Braten nicht so. Betriebsbedingt kann nicht sein. Die Stelle bzw. Tätigkeit ist nicht weggefallen, es wurde kein Sozialplan eingehalten, es wurden noch einige andere Leute mit der Berufsbezeichnung nach X eingestellt, es wurde keine Änderungskündigung ausgesprochen etc., Betriebsrat gibt es übrigens keinen!

Wenn jetzt beim ersten Gütetermin vor Gericht auf einem eventuellen Vorschlag auf eine Abfindung (so viel kann es ja nicht sein wegen der betrieblichen Unterbrechung) nicht entsprochen wird und man es auf eine Hauptverhandlung ankommen lässt, wäre das nicht sinnvoller aus Sicht von X? Das X Recht gesprochen wird steht für X außer Frage. Nehmen wir mal an der Termin ist in 6 Monaten und das Gericht stellt fest die Kündigung war nicht rechtens. Erhält X doch für den Zeitraum seid Kündigung die Differenz vom Gehalt zum ALG I? Gilt dann das ALG I trotzdem als angebrochen bzw. verbraucht für die 6 Monate?

Wie ginge es bei einem Gewinn der Verhandlung dann weiter? Bei der Größe des Betriebes kann man doch fast davon ausgehen, dass für AG und AN ein weiteres Zusammenarbeiten nicht zumutbar wäre?

Antwort
von DerHans, 28

Mehr kommt beim Arbeitsgerichtsverfahren auch nicht heraus.

Zu bedenken ist noch dass, die Anwaltsgebühren voll von der Klientin zu bezahlen sind, da im Arbeitsgerichtsverfahren kein Anwalt erforderlich war.

Kommentar von Manhattan007 ,

Eine Rechtsschutzversicherung ist vorhanden. Man bezahlt auch wenn man "gewinnt"? Das Arbeitsgericht sollte doch feststellen können anhand der Fakten das die Kündigung nicht rechtmäßig war und daraus muss es dann doch irgendwelche Folgen geben?

Kommentar von DerHans ,

In der ersten Instanz beim Arbeitsgericht besteht kein Anwaltszwang. Daher geben viele RS-Versicherer auch ebenfalls für diese Instanz keine Deckungszusage. Das solltest du erst mal abklären.

Antwort
von Maximilian112, 17

Du hast einen Anwalt und vertraust ihm nicht so richtig? Und holst Dir dafür Rat bei Anonymen?!

Deine Klage geht zwar auf Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, wird aber letzten Endes mit Zahlung einer Abfindung enden. Die Betriebszugehörigkeit von 3 Jahren wird diese auch nicht ins Unermessliche steigen lassen.

Du bzw der Anwalt könnt ja eigene Vorstellungen über die Höhe der Abfindung artikulieren. Kommt ja immer darauf an, was es dem Betrieb wert ist, seine Kündigung durch zu bekommen.

Aber eben genau diese Taktik wird doch eben der Anwalt am besten beurteilen können. Auch was Deine Frage bezüglich des ALG ist.

Kommentar von Nightstick ,

Gleichwohl würde ich -wenn die angebotene Summe zu niedrig ist- den Gütetermin platzen lassen.

Aber in beiden Fällen darf nicht vergessen werden, den AG zu einem guten Arbeitszeugnis zu verpflichten!

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