Frage von fairyfox3, 72

Besitzer der Reitbeteiligung geht schlecht mit Pferd um, was tum?

Hallo, die Besitzerin meiner Pflegebeteiligung geht leider sehr schlecht mit ihm und ihren anderen Pferden um. Dazu gesagt sei, dass er erst 3 ist und ich die einzige bin die sich um ihn kümmert. Letztens hatten wir am Stall Wurmkurtag. Der Kleine hat sich geweigert, sie hatte keine Geduld und zack hat sie ihm ordentlich in den Bauch getreten; der Hufschmied geht auch so mit ihm um. Mir tut es jedes Mal aufs Neue weh wenn sie ihm tritt oder schlägt nur weil sie keine Zeit oder Geduld hat. Der Stall in dem er steht wird leider seltenst gemistet, füttern ist zwei mal täglich aber nur eine spärliche Portion. Sie schreit die Pferde zu dem auch noch oft an. Mittlerweile mag ich weder sie noch den Stall, hab zu dem Kleinen aber schon so eine enge Bindung aufgebaut das ich nicht gehen kann... ich traue mich nicht in solchen Situationen etwas zu sagen, da ist mir das Risiko zu hoch das sie mich raus wirft. Ich spare schon eifrig das ich ihn irgendwann kaufen kann, aber bis dahin brauche ich irgendwie eine Lösung. . Vielleicht hatte einer von euch ja mal ein ähnliches Problem oder kann mir auch einfach so weiterhelfen. Vorschläge wie "such dir was anderes" nehme ich nicht an, ich könnte es nicht ertragen wenn sich jemand anderes oder niemand um ihn kümmern würde. . :/ Danke im Vorraus

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 39

Da hast Du leider erstaunlich wenig Möglichkeiten, außer dass Du ja den Dreck aus der Box holen kannst, wenn es doch so schlimm ist. Dem Pferd zuliebe, an dem Du Du doch so hängst, könntest Du das doch sicherlich tun.  

Frag die Besitzerin, ob Du misten darfst und lass es Dir vor allem zeigen - denn wenn man sich nicht auskennt, holt man unter Umständen viel zu viel aus der Box, was eigentlich ruhig drin bleiben könnte.

Ein Pferd zu treten, weil es die Wurmkur nicht will, gefällt mir auch nicht und ich halte es auch nicht für das probate Mittel, etwas bei einem unwilligen Pferd zu erreichen. Aber so etwas reicht nicht als Misshandlung vor dem Veterinäramt aus. Es würde Dir aber auch nichts bringen, selbst wenn es ausreichen würde. Denn wenn das Pferd beschlagnahmt werden würde und woanders hinkäme, hättest Du nichts dazu gewonnen.

Was die Futtermenge angeht, so kann ich an dieser Stelle einfach mal ergänzen, dass die meisten Pferde viel zu viel Kraftfutter bekommen. Und gerade junge im Wachstum befindende Pferde sollten nicht überfüttert werden. Und ein 3-jähriger sieht meist immer ein wenig wie ein halbes Hähnchen aus und hat noch wenig gemein mit dem properen Muskelpferd, dass es einmal werden soll. Unabhängig von der Rasse eines Pferdes gibt es aber doch bestimmte Merkmale, an denen man erkennen kann, ob ein Pferds dünn ist:

Die Rippen des Pferdes sollten nicht zu sehen sein, sich aber ohne großen Druck ertasten lassen.
Unterhalb des Hüfthöckers sollte keine Hungergrube zu sehen sein.
An Widerrist und Rücken sollten die einzelnen Wirbel nicht zu sehen sein.
An der Kruppe ist die Muskelstruktur erkennbar
Wenn das Pferd den Kopf senkt, ist zwischen Muskel und Mähne der so genannte Fettkamm zu sehen. Dieser sollte etwa 5 cm hoch sein.
Diese Merkmale gelten Rasseunabhängig, wobei bei sehr blütigen oder eben jungen Pferden oft auch bei gutem Fütterungszustand die Rippen zu sehen sind.

Sollte Dein 3-jähriger also zu dünn sein, sprich die Besitzerin darauf an. Einfach unter dem Motto "Sag mal, kann es sein, dass XYZ zu dünn ist? - Mir kommt er so zart vor. Ist das normal in dem Alter?" Darauf kann sie nicht böse reagieren. Es ist nur eine Infofrage.

Generell kannst Du sein Herzensmensch werden, in dem Du - im Rahmen dessen, was Dir möglich ist und was die Besitzerin toleriert und erlaubt- im Gutes tust und ihm die Liebe gibst, die ihm zusteht. Alles andere liegt leider nicht in Deiner Macht.

Kommentar von fairyfox3 ,

Danke für deine informative Antwort! Jegliche Hilfe beim Misten lehnt sie leider vollkommen ab, sie ist vollkommen überzeugt von dem was sie tut. Ich versuche das beste daraus zu machen.. Vielleicht ändert sich ja mal irgendwas :)

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 28

Ach Du - ich versteh das gut.

Geht mir öfter so ähnlich. Allerdings habe ich  gelernt, diese Dinge nicht mehr so sehr " an mich ran zu lassen"; sonst müßte man im Laufe  der Zeit eine folyfot farm einrichten ;-)

Es ist gut, wenn Du Dich nicht einmischst, nicht kritisierst und eben nichts dazu sagst. Mache es einfach besser und freu Dich, dass es dem Pferd in der Zeit, wo du dich drum kümmern darfst, gut geht. Wenn Du raus geworfen würdest, wäre den Pferden damit auch nicht geholfen.

Du kannst die Welt nicht wesentlich verbessern, nicht mal in diesem Stall. Und du kannst vielleicht auch nicht mal dieses Pferd kaufen, aber:

Du kannst, so lange man dich dort duldet, ein Sonnenstrahl sein für dieses Pferd, jedes mal, wenn du den Stall betrittst!

Ich wünsche Dir viel Kraft, Weisheit und Diplomatisches Geschick! Mach weiter so 😊

Antwort
von sukueh, 39

Wie bereits erwähnt, kannst du als RB relativ wenig an den Umständen, wie ein Pferd gehalten wird, ändern. Außer, wie hier bereits vorgeschlagen, dich dafür einzusetzen oder darum zu kümmern, dass öfter gemistet wird.

Andererseits ist es aber auch so, je mehr du der Besitzerin abnimmst, um dem Pferd zu helfen, umso mehr unterstützt du meiner Meinung nach ihr Verhalten. Warum wird so selten gemistet ? Keine Zeit, keine Lust ? Wenn es dann ein anderer macht, ist das für die Besitzerin prima, aber es dürfte sich insofern wenig daran ändern, dass sie plötzlich mehr Zeit oder Geduld für ihre Pferde hat.

Soll das Pferd denn überhaupt verkauft werden ? Und würde die Besitzerin tatsächlich auch mit einem Verkauf warten, bis du das Geld zusammengespart hast ? Oder besteht die Gefahr, dass er einfach an "irgendwen" verkauft werden könnte ?

Dann würde ich dir in der Tat raten, dir eine andere RB zu suchen; wenn die Frau nicht aus irgendwelchen Gründen tatsächlich mit ihren Pferden überfordert ist und deine Unterstützung die Haltung der Pferde tatsächlich verbessern würde, ist es vermutlich eine "Grundeinstellung" der Besi zu ihren Pferden, die du vermutlich gar nicht ändern kannst. Und bevor du Gefahr läufst, dass das Pferd eines Tages weg ist, weil sie es verkauft hat, würde ich lieber gleich zusehen, dass die Bindung zu diesem Tier nicht noch größer wird und damit dein eigenes Elend bei einem Verkauf vergrößert...

Du wirst dich nicht um das Pferd kümmern können, ohne die in deinen Augen vorhandenen Missstände tatsächlich komplett abstellen zu können. Damit wirst du also leben müssen, und auch damit, dass deine Unterstützung die Besi vermutlich in ihrem Verhalten noch eher bestärken wird, als zu einer Einsicht, etwas falsch zu machen, führen dürfte.

Antwort
von beglo1705, 30

Aus dem Text heraus geht es dir tatsächlich weniger ums Pferd als um dich.

Da wirst nix machen können außer entweder selber mal misten oder komplett weg bleiben, dass die Besitzerin sieht was du alles leistet. 

Den Fall hatte ich nicht, schon dass die Pferde nicht überbetüddelt wurden aber direkt getreten oder mangels Geduld geschlagen wurden sie nicht. 

Also ich würd hingehen und fragen ob man das nicht abstellen kann. Ansonsten würde ich nicht mehr kommen. 

Kommentar von Urlewas ,

Stommt schon auch - die Bemerkung " könnte es nicht erzragen, wenn sich jemand anders drum kümmert" klingt ganz selbstlos... Da kann einem auch mal der Gedanke kommen, dass da Dinge etwas verzerrt gesehen werden könnten.

Kommentar von fairyfox3 ,

Da ich nicht die einzige am Stall mit dieser Meinung bin denke ich weder das ich die Dinge verzerrt sehe, noch das ich mehr an mich als an das Pferd denke.

Kommentar von Urlewas ,

Dann ist ja gut 😊

Antwort
von PaulchenPony, 10

Unglücklicherweise kannst du momentan nicht viel machen, wie du schon festgestellt hast kannst du dir das entweder weiter mit ansehen oder gehen. Wenn du sehr an "deinem" Pferd hängst dann kannst du ja versuchen mit extra misten und eventuell füttern (wird oft nicht so gerne gesehen) etwas Abhilfe zu schaffen.

Wenn das nächste Mal das entwurmen ansteht könntest du der Besitzern anbieten das du ihm die Wurmkur gibst.

Viel Glück

Antwort
von lovelifee6899, 16

Wie wäre es wenn du dir "verbündete" suchst und dann mal beim tierschutz oder so anrufst?

Kommentar von dressurreiter ,

Tolle Idee dann fliegt sie raus, und das Pferd ist ohne ihre Betreuung.

Denkt doch erstmal nach bevor ihr antwortet.

Kommentar von lovelifee6899 ,

ähm also erst einmal danke für deine Beleidigung, denk du doch lieber erst einmal selbst nach, das hilft oft, dann hättest du nämlich das mit den "verbündeten" gelesen. Und wenn man sich zu sehr vielen zusammen schließt hat man durchaus eine Möglichkeit dagegen vorzugehen, auch wenn man nur die RB ist. Ich hab das selbst schon einmal gemacht und es hat geklappt, also lass deine Kommentare einfach

Antwort
von dressurreiter, 22

Miste doch dann selbst ein oder zweimal zusätzlich. Was sind kleine Portionen? Hast du schon soviel Erfahrung das du einschätzen kannst was zu wenig ist. Pferde sind keine Streicheltiere und gehen auch mit sich selbst nicht zimperlich um. 

Antwort
von GamerTech, 19

Tiermisshandlung/Tierquälerei. Filme das und wende dich damit an die Polizei.

Kommentar von Arethia ,

Da ist aber die Gefahr hoch, dass sie die Reitbeteiligung verliert. Ist eine verzwickte Situation. 

Kommentar von Tenebrae0815 ,

ausserdem wird der Tierschutz in so einer Situation nichts machen, da das Tier alles lebensnotwendig hat und nicht in Gefahr ist.

Kommentar von Weymez ,

Und dafür leider noch nicht schlimm genug misshandelt wird...  "von schreien und ein Par mal treten"  wird einem nicht das Pferd weg genommen...  

Selbst wenn sich da einer hin bemüht vom Tierschutz...  

Wird zu erst nur gesagt..  "du du... Mach dss ja nicht wieder"  und das wars..  

Dann wird eben wenn keiner mehr hin sieht getreten und so...  

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