Frage von yougotme, 44

Beruhigungstabletten vom Hausarzt?

Hallöchen.

Ich habe seit einigen Wochen große Einschlafprobleme. Ich gehe so gegen 11 ins Bett und versuche dann zu schlafen. Schaffe es aber nicht. Schaue ich ab und zu auf die Uhr zeigt sie mir 3 oder 4 Uhr an.. Meistens bekomme ich meine Augen erst richtig zu, wenn es schon langsam hell wird und selbst da wache ich nach 2 stunden meistens wieder auf. Gehe aber so ab 11 Uhr raus und bin aktiv.

Ich dachte, es liegt daran, dass ich nicht alleine schlafen kann, aber wenn ich bei einer Freundin schlafe, wird es noch schlimmer.. Erst wenn sie morgens Aufsteht, schlafe ich ein.. Wenn ich zu Hause alleine Schlafe fällt es mir genauso schwer.. Mit Meditation habe ich es versucht, funktioniert aber leider auch nicht.

Ich hatte vor einigen Monaten große Angstzustände und war meistens die ganze Nacht wach.

Ich möchte nun meinen Hausarzt besuchen und ihm die Situation erklären. Wird er mir Schlaftabletten oder ähnliches verschreiben? Ich möchte sehr ungern zu einem Psychologen geschickt werden..

Danke schonmal. Liebe Grüße

Antwort
von samm1917, 10

Es kann gut sein, dass dein Hausarzt dir schlaffördernde Medikamente verschreibt.

Am meisten werden die sogenannten Benzodiazepine (z.B. Lorazepam bzw. Tavor) und Z-Drugs (z.B. Zopiclon) verschrieben. Diese wirken extrem zuverlässig bereits 20-30min nach der ersten Einnahme.

Das Problem von Benzodiazepinen und Z-Drugs ist, dass sie bei längerem Konsum abhängig machen. Je öfter sie genommen werden und je höher die Dosis ist, umso schneller tritt eine Suchtentwicklung ein. Durchschnittlich geht man davon aus, dass diese Medikamente bei täglicher Einnahme nach ca. 4-8 Wochen abhängig machen.

Ein weiteres Problem von Benzodiazepinen und Z-Drugs ist die Toleranzentwicklung. Es braucht mit der Zeit immer höhere Dosen, um den gleichen Effekt wie zu Beginn der Einnahme zu erzielen.

Wie bereits erwähnt, tritt weder die Abhängigkeit noch die Toleranzentwicklung unmittelbar auf sondern erst nach einer gewissen Zeit. Diese Medikamente sind also für eine Akutbehandlung geeignet, wenn man einfach wieder mal ein paar Tage richtig schlafen muss/kann. Wenn man Sie absetzt, ist die Warscheinlichkeit gross, dass die Schlafprobleme zurückkehren. Dennoch gelten sie als effektivstes Mittel gegen Schlafstörungen.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass dir der Arzt ein sedierendes Antidepressiva (z.B. Mirtazapin) oder Neuroleptika (z.B. Seroquel) verschreibt. Diese Medikamente machen nicht abhängig, haben jedoch viel mehr Nebenwirkungen als Benzodiazepine und Z-Drugs. Auch eine Toleranzentwicklung tritt nicht ein. Sie sind also dazu geeignet, längerfristig Schlafstörungen zu behandeln. Doch auch da gibt es das Problem, dass nach dem Absetzen der Medikamente die ursprünglichen Schlafstörungen wieder zurück kehren.

Wegen Schlafstörungen wirst du warscheinlich nicht gleich zum Psychologen geschickt (sofern sie nicht im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auftreten). Wende dich erst mal an deinen Hausarzt, der kann dich eingehender beraten.

Antwort
von 7vitamine, 7

Üblicherweise wird zuerst einmal mit pflanzlichen Mitteln probiert, es gibt genug die entspannend- und schlaffördernd sind. Nur als letzter Ausweg verschreibt man Schlaftabletten. Gewöhnt man sich einmal daran, sagt die Psyche dann schnell, dass es ohne nicht mehr geht, und schon hast du ein weiteres viel grösseres Problem als jetzt.

So gesehen kannst du auch gleich selbst zur Apotheke gehen und dir diese pflanzliche Mittel holen, da es in der Regel die Kassen eh nicht bezahlen.

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente, 22

Ich möchte nun meinen Hausarzt besuchen und ihm die Situation erklären. Wird er mir Schlaftabletten oder ähnliches verschreiben?

Wird er wahrscheinlich, aber nur zeitweise. Schlafprobleme in solchem Umfang sind behandlungsbedürftig.

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