Berufswahl steuerberater nach dem Abitur?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Der sicherste und wahrscheinlich auch der schnellste Weg zum Steuerberater geht über die Finanzverwaltung. Nach 3 Jahren Finanzamt kann man dort Diplom-Finanzwirt sein und 3 Jahre später zur Steuerberaterprüfung gehen. Diplom-Finanzwirte haben regelmäßig die geringsten Durchfallquoten. Hat man dann noch die 3 Jahre Berufstätigkeit bei einer Big-4 Gesellschaft abgeritten und nutzt deren Fördermittel, sind die Chancen, die Prüfung zu bestehen, schon beinahe gut. Diplom-Finanzwirte sind steuerlich topfit, aber nicht immer die besten Unternehmertypen.

Danach folgt die Gruppe derjenigen, die irgendetwas anderes, meist Wirtschaft, studiert haben. Theoretisch kann man hier auch 6 Jahre nach Schulende Steuerberater sein. Aber da das Studium in der Regel nur ungenügend vorbereitet, muss man ganz schön ackern, um das zu schaffen. Vorteil ist hier, dass man neben Steuern auch mal was anderes gesehen hat. Wenn Du also interdisziplinär arbeiten möchtest oder klassische Steuerberatung garnicht so Dein Fokus sein muss, ist das vielleicht ein guter Weg. Ein Studium macht auch dann Sinn, wenn man sich noch nicht sicher ist, was man machen will. 

Schlusslicht der Steuerberater-Anwärter sind die Ausbildungsberufe. Sie haben regelmäßig die höchsten Durchfallquoten und das ist auch nicht verwunderlich. Denn für die Prüfung ist Praxiswissen nicht erforderlich und Theorie lernt man weder in der Ausbildung noch während der Arbeit ausreichend gut.

Man kann natürlich erst in die Lehre gehen und dann studieren. Ich persönlich halte die Lehre dann allerdings für unnötig. Wenn man sich aber sicher ist, dass man was mit Buchhaltung und Steuern machen will, aber nicht weiß, ob man Steuerberater werden will, ist das ein sinnvoller Weg. Denn Steuerfachangestellter ist ein relativ krisensicherer Beruf mit guten Weiterbildungsmöglichkeiten.

Wenn Du die Mischung aus Theorie und Praxis interessant findest und Du nicht zum Finanzamt möchtest, erkundige Dich doch mal nach einem dualen Studium. Hier wechselt man alle paar Wochen Arbeitsplatz und Uni und hat die Möglichkeit, in sehr viele unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern. 

Und zur Frage, ob es schwierig ist: Schwierig ist es dann, wenn es keinen Spaß macht oder einem die Sache nicht liegt. Wenn Du das rausfinden willst, mach doch einfach Praktika. 

Viel Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Willst Du ein guter bis sehr guter Berater werden, oder ziemlich schnell Berater sein?

Aus meiner Sicht (weil ich es selbst ähnlich gemacht ahbe und einige kenne), ist es am besten zuerst die Lehre zu machen. Dann hat man die Praxis. Damit kann man das, was man auf der Uni studiert besser einsortieren.

Das sind die, die ihren Mandanten am meisten nutzen (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Wenn Du eher Karriere in einer großen Beratungskanzlei, oder in einer WP-Kanzlei machen willst, ist es etwas anders. Da der normale Weg über das Studium.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Edda15
10.01.2016, 21:20

vielen vielen dank für die hilfreiche Antwort. Eine frage hätte ich da noch. Wie hoch sind denn dann aber die chancen, dass ich nach meiner Ausbildung ein Studiumsplatz bekomme? dann wäre ich ca 23 Jahre alt.

0

ich hab ne freundin die ist steuerfachangestellte und das ist n ausbildungsberuf und kein studium... bruahcste keinen nc für, abi reicht für gute chancen auf ne ausbildung

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von wurzlsepp668
10.01.2016, 19:45

Dir ist aber klar, dass Steufa und Steuerberater ein klitzekleiner Unterschied (im Rahmen einer 3 Tägigen Prüfung mit Durchfallquote von 80-85%) ist?

0