Frage von benwolf, 192

Berufsschullehrer werden, wie siehts aus mit Gehalt/Arbeitszeit/Standortwahl?

Hallo Leute, momentan mache ich meinen Ba. Sc. in Elektrotechnik und überlege mir wie meine Berufslaufbahn aussehen soll. Werde ich Ingenieur oder steige ich auf Berufsschullehrer um. In meiner Hochschule gibt es das Angebot den Ba.Sc. in etwas abgeänderter Form zuende zu studieren und dann an der RWTH Aachen seinen Master of Education zu machen. Damit könnte ich dann an Berufsschulen unterrichten.

Der Lehrberuf hat mich schon immer interessiert aber es gibt auch einige Zweifel ob ich diesen Weg gehen will.

  1. Gehalt: Ich wohne in NRW und würde auch gerne bleiben. Da NRW noch verbeamtet, wäre hier interessant wie wahrscheinlich eine Verbeamtung ist. So wie ich bis jetzt herausgefunden habe liegt man als Berufsschullehrer in einer Besoldungsgruppe mit den Gymnasiallehrern A13+. Was genau ist A13+? Habe bislang nur A13 gefunden. Wie wahrscheinlich sind beförderungen zum Studienrat, Oberstudienrat, Studiendirektor? Und was muss man an Qualifikationen mitbringen?

  2. Arbeitszeit: Wie die Arbeit als Lehrer aussieht kann ich mir im groben vorstellen, jedoch bislang nur aus Nachhilfesicht oder als Tutor in der Hochschule. Wie sieht es real aus mit der Arbeitszeit? Gibt es Unterschiede zwischen Deutsch/Englischlehrer und Mathelehrern? (Ich stelle mir da große Unterschiede bei den Kontrollen vor). Was kommt zu Vor/Nachbereitung noch dazu? Habe von Weiterbildungsmaßnahmen in den Ferien gehört.

  3. Standortwahl: Wie genau kann man sich seinen Standort aussuchen? Würde gerne in meiner Heimatstadt oder in der Nähe bleiben.

Wenn ihr sonst noch interessante Antworten auf Fragen habt die ich nicht gestellt habe, schreibt diese bitte auch :) Oft fallen einem wichtige Dinge ja nie ein wenn man nicht im Beruf ist.

Danke im voraus MfG benwolf

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von feirefiz, 127

Hier ein paar Antworten:

A13+ bedeutet, dass du mit A13 in die Beamtenlaufbahn einsteigen würdest, bei Beförderungen aber in höhere Stufen aufsteigst (A14, A15 etc.)

Bei einem Volldeputat hast du eine bestimmte Stundenzahl in der Schule zu geben (25?). Diese Stunden musst du vorbereiten, Klassenarbeiten konzipieren und korrigieren. Oft geht der Unterrichtstag bis abends.  Du vergibst Referate und gibst schriftliches Feedback, führst Schüler- und Elterngespräche, beantwortest Mails,  als Klassenlehrer bist du für die Verwaltung der Entschuldigungen und den Kontakt zu Eltern und Betrieben zuständig. Bei einer problematischen Klasse mit hohen Fehlzeiten frisst das Zeit, in der Regel wirst du in zwei Klassen Klassenlehrer sein. Darüber hinaus musst du dich am Schulleben beteiligen - du musst an Konferenzen teilnehmen und jeder Lehrer hat in der Regel einen zusätzlichen Job in der Schule - sich um die Bibliothek kümmern, die SchulPCs warten etc.

Aufwändig sind die Prüfungen in der Berufsschule - die beginnen mit dem Abi im März und gehen durchgehend bis zwei Wochen vor den Sommerferien mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen, da man viele verschiedenen Schularten hat. Da die Schüler nur zwischen 1 und 3 Jahre an der Schule sind, ist faktisch jeder Lehrer bei den Prüfungen in jedem Jahr eingebunden. Du betreibst also Prüfungsvorbereitung mit deinen Klassen, dann korrigierst du (neben dem normalen Unterricht her) und bereitest eigenständig deine mündlichen Prüfungen vor. In der Prüfungszeit kannst du mit einer wöchentlichen Stundenbelastung von ca. 50 Arbeitsstundne rechnen, die Ferien werden ducrhkorrigiert. In der normalen Zeit liegt die Stundnebelastung pro Woche bei etwa 40 bis 45 Arbeitsstunden pro Woche.

Faktisch bedeutet das, dass du in der Regel am Wochenende wirst arbeiten müssen, um für die kommende Woche gerüstet zu sein. Natürlich kannst du dir deine Arbeitszeit einteilen - viele Kollegen machen die Vorbereitungen und die Verwaltung in den Ferien, um während der Woche abends nicht ewig zu sitzen.

Faktisch Urlaub hast du in den Sommerferien - 3-4 Wochen kannst du freinehmen, danach geht die Planung und Vorbereitung für das nächste Schuljahr los (Willkommentage vorbereiten, Eingangsfahrten planen, Stoffverteilungspläne anfertigen, ...) Aber das ist auch in Ordnung, Lehrern stehen 30 tage Urlaub zu.

Es ist ein schöner Beruf, aber auch anstrengend, da du während der Arbeit nie weniger aufmerksam sein darfst, auch, wenn du mal einen schlechten Tag hast. Im Büro kann man kaschieren, wenn man sich nicht gut fühlt, als Lehrer steht man stets unter kritischer Beobachtung.

Vom Aufwand her ist das lehrersein nicht anders als eine tätigkeit in der Wirtschaft, man kann sich seine Zeit aber selbst einteilen.

Bei der Nähe zum Heimatort kommt es sehr auf das Bundesland an - für das Ref bewirbst du dich an deiner Wunschschule, danach musst du sehen, wo Stellen frei sind.

Was wäre denn dein zweites Fach neben E-Technik? davon hängt viel ab.

Antwort
von MeineEigeneWelt, 117

Hallo,

also ein Berufsschullehrer hat meiner Meinung nach wirklich A13. Die Bezeichnung A steht für den "Rang" von Beamten: Lehrer A13 (gehobener Dienst) und zum Beispiel Richter A16 (falls ich mich irre bitte verbessern)

Es gibt natürlich Unterschiede bei Lehrern. Nicht jeder Lhrer ist festangestellt oder wird Beamter. Wenn du kein Beamter wirst, bezahlt man dich sicher pro Stunde (vereinbart in einem Vertrag), wenn du natürlich nur 3 mal eingesetzt wirst, verdienst du ziemlch wenig. Ein Beamter und festangestellte können mit einem Einstiegsgehalt von 3500 Euro rechnen. DU kannst aber als Lehrer natüelich nur 1200 Euro verdienen. Es kommt ganz darauf an ob du Verbeamtet wirst.

Natürlich ist Lherer sein stressig. In der Schule und nach der Schule. In der Regel gibt es besonderheiten bei den jeweiligen Lehrern. Und nicht jeder Lhrer wird gesucht. Es gibt massig Deutschkehrer, die natürlich nicht so eine Chance haben auf einen Job wie eventuell ein Lateinlehrer.

Wenn ich mich komplett irre, dann bitte verbessern :)

LG René :)

Du kannst im Internet meisten auf gehalt. de die Gehälter ansehen.

Kommentar von thomsue ,

Die wenigsten Lehrer sind Beamte. Die anderen werden natürlich nicht nach Stunden bezahlt - völliger Quatsch 😂: Lehrer bekommen Gehalt, und damit lässt es sich gut Leben!

Kommentar von MeineEigeneWelt ,

Hab nicht gemeint pro Stunde...hab danach in Klammern geschrieben dass es dazu ein Vertrag gibt..

so ganz quatsch ist es jedenfalls nicht :D

Antwort
von thomsue, 98

Lehrer ist ein Kreativberuf. Die Bezahlung erfolgt als Beamter oder oftmals als Angestellter. Der Beamte ist finanziell besser gestellt, dafür kann er leichter versetzt werden und er hat kein Streikrecht.
Die Bezahlung ist abhängig vom Dienstalter und der Anzahl der Fächer. Und auch, wie man eingesetzt wird, beispielsweise auch berufliches Gymnasium oder nur Berufsausbildung.

Die Arbeitszeit ist relativ gleich: am Anfang sicher wesentlich aufwendiger! In den Ferien nimmt der Lehrer seinen Tarifurlaub von 30 Tagen. Darüber hinaus verbleiben je nach Schule weitere freie Tage, auf die kein Anspruch besteht!

Der Einsatzort ist schwieriger zu wählen - sei froh, wenn du überhaupt eingestellt wirst. Es besteht ein zunehmender Angebotsüberhang. Das hängt auch von den Fächern ab.

Lehrer ist ein schöner Beruf mit viel Freiräumen. Es gehört natürlich eine besondere Eignung dazu. Will sagen, man wählt den Beruf nicht nach Gehalt und Arbeitsaufwand!

Antwort
von bloxman, 80

Hallo.

Schau mal hier:

http://www.schulministerium.nrw.de/docs/LehrkraftNRW/Anerkennungsverfahren/Seite...

Vielleicht kann dir die Seite, ein paar Fragen beantworten. 

Viel Glück.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community