Frage von Hansi412, 16

Berufsleben in der Aufklärung?

Guten Tag, liebe Gutefrage.net Community,

ich beschäftige mich schon seit ca. 2 Stunden mit dem Thema "Aufklärung" und kam dabei auf einen Zweig davon, und zwar der Zweig der Berufe... Wie war das Leben von (beispielsweise) einem Physiker oder Pädagoge (in der Schule->Preußen hat ´Schulpflicht ja relativ früh eingeführt)? Denn gerade Physiker mussten ja meiner Meinung nach sehr unter dem religiösen Denken ihrer Herrscher gelitten haben, oder nicht? Auch ein Pädagoge, der oftmals ein Geistlicher war und demnach den Schülern viel religiösen Stoff beigebracht hat...

Aber das ist doch nicht alles? Gibt es möglicherweise Beweise, wie das Leben dieser Personen war und könnte mir Jemand vermitteln, wie es war?

Bildungsniveau: Gymnasium, 11. Klasse.

Danke im Voraus! Hansi412

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 3

Über diese Zeit wurden dicke Bücher geschrieben. Hier kann ich nur ein paar wenige Punkte ansprechen.

  • Das Berufsleben wurde durch die Aufklärung insofern beeinflusst, dass entsprechende Herrscher bzw. Politiker versuchten, die Produktion der damaligen Wirtschaft zu steigern und das Einkommen der Bevölkerung wie des Staates zu sichern. Stichworte: Manufakturen als industrielle Vorformen, Merkantilismus.
  • Die Aufklärung hat ohne Frage die wissenschaftliche Forschung begünstigt. Aber es ist ein Irrtum, dass die Kirche in dieser Hinsicht hinderlich gewesen wäre, im Gegenteil, viele Kirchenvertreter waren ausgesprochene Aufklärer und betätigten sich persönlich als wissenschaftliche Forscher - oder wenigstens Förderer der Wissenschaften.
  • Die Aufklärung hat die Notwendigkeit von Bildung in allen Schichten des Volkes erkannt und eine Entwicklung fortgeführt bzw. intensiviert, die bereits im späten Mittelalter und ganz besonders im konfessionellen Zeitalter vorangetrieben worden war.
  • Was die "Herrscher" angeht: sie waren in beträchtlicher Zahl von aufgeklärtem Gedankengut geprägt, suchten das Wohl des Staates und ihrer Untertanen zu fördern; sie bekämpften kirchliche Missbräuche, etwa im üppigen Frömmigkeitswesen; rein kontemplative Orden, die für die Allgemeinheit nichts leisteten, wurden aufgehoben, ihr Besitz wurde gemeinnützigen Zwecken zugeführt, z. B. für Bildung, für die Armenpflege oder die medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Zum Abschluss noch zwei Buchempfehlungen, eines davon kürzer, das andere sehr ausführlich:

Barbara Stollberg-Rillinger: Die Aufklärung. Europa im 18. Jahrhundert. 2. Aufl. 2011.

Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert - Ein Epochenbild. 2015.

MfG

Arnold

Kommentar von Hansi412 ,

Vielen Dank, könnten Sie mir evtl. noch erklären wie das Leben eines Physikers in der Aufklärung und davor aussah?

Kommentar von ArnoldBentheim ,

"Davor" - nun, Physiker und Astronome mussten sich davor hüten, mit ihren Lehrmeinungen in Konflikt mit den kirchlichen Lehren zu geraten.

Der Prozess der Aufklärung hat diese Art von Gefahren eliminiert. Wie oben schon geschrieben, beteiligten sich viele Kirchenangehörige selbst an den Forschungen und öffneten sich deren Ergebnissen.

Kommentar von Hansi412 ,

Ja das hatte ich auch so in die hausaufgabe geschrieben. Danke sehr, hilfreichste Antwort gefällig?;)

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Das ist einzig und allein deine Entscheidung!  :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community