Hallo Caytana,
es gibt eigentlich drei Möglichkeiten, Fachrichtungen zum Bau zu studieren: Bauingenieurwesen, Architektur und Innenarchitektur. Der Unterschied liegt - grob gesagt - im Maßstab. Während der Ingenieur oft im Maßstab 1:500 plant, geht der Architekt auf 1:100, und der Innenarchitekt von 1:50 bis 1:1 Plänen.
Mit einem Zusatzstudium kannst du sogar als Innenarchitekt eine eingeschränkte Bauvorlagenberechtigung erlangen, d.h. du darfst Bauanträge wie ein Architekt unterschreiben.
DAS BERUFSBILD
Das Berufsbild sieht sehr vielseitig aus. Alles, was weitestgehend ein Innenraum ist, kann durch einen Innenraumgestalter planerisch überarbeitet werden. Grundsätzlich ist diese Planung mehr als nur ein Möbelrücken. Oft sind es Eingriffe oder Mitbestimmung der Architektur, Umbauten, Anbauten, Einbauten, etc...
Dabei ist es egal, ob es um eine Gartenlaube, ein Fahrzeug (Wohnwagen, Präsentationsmobil), ein Zimmer, eine Wohnung oder gar ein ganzes Haus geht. Auch Messestände, Büroräume, Praxen etc... sind Aufgabengebiete eines Innenarchitekten.
Natürlich sind auch Spezialisierungen wie z.B. eine Lichtgestaltung oder Möbelentwurf denkbare Richtungen.
Am Anfang steht aber immer die Grundlagenermittlung (Ort, Wunsch, Anforderung, Möglichkeiten), dann die Vorplanung und Planung, gefolgt von der Ausführungsplanung bis in das von dir bestimmte Detail.
Und damit das ganze auch richtig umgesetzt wird, können noch die Ausschreibung, Gespräche mit den Gewerken und die Baubegleitung / Kontrolle bis zur Fertigstellung dazukommen. Zusammen mit dem Kunden kommt oft noch die Kostenkontrolle vom Angebot bis zur Rechnung dazu.
Am Ende bist du verantwortlich, daß alle den Plan auch nach Kundenwunsch und nach den Regeln mangelfreier Baukunst umsetzen, vom Maurer über den Elektriker und Sanitärfachmann bis hin zu Maler und Raumausstatter. (Natürlich noch eine Menge nichtgenannter mehr :o)
DAS STUDIUM
Neben den Grundlagen zur Gestaltung, Farbenlehre, Ergonomie und anderen Fächern, die die Gestaltspsychologien behandeln, sind mitunter auch praktische Fächer wie Plastizieren und Zeichnen Studieninhalt. Und natürlich sind auch Mathematik und Statik, Baukonstruktion und andere "trockenere" Schwerpunkte zu lernen.
Es ist sicher sinnvoll, dir ein Innenarchitekturbüro zu suchen, wo du eine Zeit lang ein Praktikum absolvieren kannst, um genauer hinter die Kulissen schauen kannst.
Das Ziel, das du erreichen möchtest ist primär wichtiger, als der Weg dorthin. Denn wenn du (z.B. über das Praktikum) dir sicher bist, wohin die Reise gehen soll, dann findest du auch den notwendigen Weg.
DER TITEL
Der Begriff "Innenarchitekt" ist in Deutschland geschützt und denen vorbehalten, die a) ein angeschlossenes Studium haben, b) Mitglied der Kammer sind und c) eine Praxiserfahrung nachweisen können.
Der Abschluß ist zwar aus der Fachrichtung Innenarchitektur, aber zunächst bist du ein Innenraumgestalter (Interior-Designer), Raumgestalter, etc...
Von vielen in Deutschland auch leider immer noch mit dem Handwerksberuf des Raumausstatters oder dem Einrichungsberaters verwechselt. Dabei schaffen wir es mit unseren Grundlagen (Planungen), daß diese Berufsfelder überhaupt beauftragt werden ;o)
Viel Erfolg bei deiner Wahl, und auf jeden Fall viel Spaß auf deinem Weg dahin - www.DieRaumagentur.de
falsch, Innenarchitektur ist ein eigenständiges Studium, das nicht, wie Architektur an Technischen Hochschulen oder FHs gelehrt wird sondern nur an FHs (heute heißen sie alle anders) oder an Akademien. Es gib beim Architekturstudium keine Möglichkeit, sich auf Innenarchitektur zu spezialisieren. Nicht mal im Ausland. Selbst die Italiener studieren alle Architektur und arbeiten dann, da es einfach viel zu viele Architekten gibt, in den Bereichen Design oder Innenarchitektur.
Wer sagt denn, dass sich Innenarchitekten im Architekturstudium spezialisieren müssen? Das sollten sie nach einem Architekturstudium, steht doch da. Und auch an Kunsthochschulen etzc. heißt das "Architekturstudium" und nicht "Innenarchitektrurstudium". Und wer später die Berufsbezeichnung Innen-"Architekt" führen will muss nach allen Kammergesetzen "Architektur" studiert haben und mehrjährige Praxis im Innenarchitekturbüro sowie möglichst Aufbaustudien nachweisen. Umgekehrt darf jeder zugelassene Architekt auch als Innenarchitekt arbeiten.