Hallo, ich besuche momentan die 10. Klasse einer Realschule in Hessen und habe den Vorsatz auf das Berufliche Gymnasium (Wirtschaft) zu gehen, sobald ich dieses Schuljahr abgeschlossen habe, doch ein Problem stellt sich mir dennoch. Ich habe zwar im Endjahreszeugnis der 9. Klasse einen Notendurchschnitt von 1,13 gehabt und momentan zeichnet sich ein ähnliches, wenn auch etwas schlechteres, Ergebnis auch für dieses Schuljahr ab, doch trotzdem treibt mich jeden Tag aufs Neue die Angst, dass ich nicht für das Berufliche Gymnasium geeignet bin. Es sind geradezu neurotische Angstzustände, die ich manchmal erleben muss und obwohl ich eine umfangreiche Bildung besitze und mich allen meinen Klassenkameraden bisher in den meisten Fächern (ausser Mathematik) "überlegen" gezeigt habe, so fühle ich mich dennoch immer wieder wertlos und unwissend. Ich kann mir selbst nicht helfen und bisher haben mir alle Zusprüche von Bekannten auch keinen Mut gemacht. Ich habe die unglaubliche Gewissheit, dass ich nicht nur in meiner weiteren schulischen Laufbahn, sondern auch im gesamten beruflichen und menschlichen Leben versagen werde. Ich wünschte ich wäre wie Antonius der Große und könnte ein Leben fernab in der Wüste führen, doch da dies wohl nicht möglich sein dürfte werde ich eine andere Lösung finden müssen. Ich bin zutiefst verzweifelt und weiß natürlich, dass ich von den Antworten hier nicht allzu viel erwarten darf, doch vllt. war einer von euch einst in einer ähnlichen Lage und kann mir nun einen Rat geben, der mir aus meiner Lage heraushilft. Danke.
Berufliches Gymnasium und Versagensängste
Antworten (3)
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unendingunending
Ich würde dir so gerne einen Rat geben, aber ich weiß einfach keinen...
Witzigerweise sind es immer die Menschen, die so stark an Versagensängsten leiden, die es nach außen hin wahrscheinlich am wenigsten nötig hätten. Aber sie sind die, die sich am meisten quälen.
Ich kenne diese Unsicherheit und daraus folgende Überforderung selbst auch total. Andere sagen zu mir: "Was willst du eigentlich, du schreibst doch sowieso nur Einsen." Aber dass ich diese oftmals als ungerechtfertigt empfinde, mich bei einer falschen Antwort sau schlecht fühle und der Erwartungsdruck an mich kaum auszuhalten ist, das sieht keiner.
Dabei denke ich nicht mal, dass diese Angst wirklich von der Schule herrührt. Es ist eine tiefe Unsicherheit. Aus irgendwelchen Gründen können wir uns nicht fallen lassen und nicht akzeptieren, auch ohne "perfekt" zu sein, geliebt werden zu dürfen. Wir erlauben uns keine Fehler. Woher das kommt... Vielleicht sehr strebsame, ehrgeizige Eltern? Ich weiß nicht, jeder von uns hat wahrscheinlich seine eigene Hintergrundgeschichte, die sowieso nicht mehr behebbar ist. Das heißt, wir müssen für uns selbst einen Weg finden, damit zurechtzukommen.
Mir hilft es manchmal, zurückzuschauen. Zu sehen, dass es Dinge gab, die ich geschafft habe, obwohl ich heftige Angst davor hatte. Aber wirklich beheben tut das meine Zukunftsangst auch nicht. Es gibt Tage, da geht es besser und welche, da ist es so schlimm, dass ich am liebsten alles hinschmeißen würde - resignieren, da ich meine, es ja sowieso nicht zu schaffen.
Vielleicht fühlst du ja aber auch ganz anders als ich, keine Ahnung. Aber dein Text hat mich doch sehr stark an eigene Erlebnisse erinnert :)
Und wenn du einen Weg gefunden hast... Lass es mich wissen!
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Aqua1962 Also ich selbst habe den 2. Bildungsweg beschritten und mußte dabei arbeiten. Das war noch während der Schulzeit in Schnitt von 1,7 glaube ich und dann im letzten Jahr von 2,3. Da man sich von guten Noten nichts zu essen kaufen kann mußte ich diese Einbussen hinnehmen
Da ich ein "Arbeiterkind" bin/war mußte ich eben viel arbeiten um mein Studium (übrigens auch in Hessen) zu finazieren und ich kann dir sagen, "die 4 ist die 1 des kleinen Mannes" und ich bin nach dem Studium ein relativ "großer" geworden.
Ich kann mir aber beim besten Willen nicht nicht vorstellen, dass deine Frage, bei deinem angeblichen Notendurchschnitt ernst gemeint ist!
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Turnus Ich kann dir jedoch garantieren, dass sie durchaus ernst gemeint ist. Das ist schließlich der Punkt, der mir Sorgen bereitet.
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Gepard88Gepard88
Hallo,
das was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich erlebe es selbst sehr oft. Du setzt dich, die ich, viel zu sehr unter Druck und hast Angst zu versagen, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst. Einen wirklichen Tipp geben, kann ich dir nicht, aber ich kann dir sagen, dass du mit diesem Problem nicht alleine bist und das du auf deine Seele hören solltest. Die versucht dir nämlich durch diese Ängste zu sagen, dass etwas nicht richtig läuft und das vll. auch das berufliche Wirtschaftsgymnasium nicht der richtige Weg für dich ist. Was ist denn die Motivation, dass du da hin gehen möchtest? Was möchtest du in deinem Leben erreichen?
LG, Gepard88
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Turnus Nun, meine Motivation ist genau genommen einfach "irgendwie durchzukommen". Ich habe bisher keine Vorstellung, welchen Beruf ich später ausüben will und deswegen fand ich es am besten, wenn ich die Schule fortsetzte, wobei ich natürlich immer noch nicht weiß, wo ich später landen werde. Damit passe ich mich aber wohl eher den gesellschaftlichen Konventionen an, denn eig. habe ich keine wirkliche Lust die Schule fortzusetzten oder einen Beruf auszuüben. Das soll nicht bedeuten, dass ich faul bin. Ich liebe es Dinge zu lernen, weswegen auch meine Noten dementsprechend sind, doch ich habe Probleme damit meinen Platz in der Gesellschaft zu finden und am liebsten würde ich ganz "austreten".
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Oh man, das kommt mir alles so bekannt vor...