Frage von mitnitschubaka, 52

Beruflicher Wechsel von Deutschland in die Schweiz?

Hallo zusammen, ich mach mir seit ein paar Wochen Gedanken mich beruflich zu verändern. Ich bin 35 Jahre alt verheiratet und Papa. Bin seit jeher im Vertrieb u Einkauf tätig und war seit der Ausbildung zum Groß u Aussenhandelskaufmann in 3 Firmen lückenlos beschäftigt. Wohne in Freiburg und interessiere mich für eine Tätigkeit in der Schweiz. Macht es überhaupt Sinn sich auf eine Stelle z.b in Basel zu bewerben (Fahrtzeit 1 Stunde) oder werden dort nur Fachkräfte mit Studium gesucht? Ich bin mit meinem Gehalt eigendlich momentan zufrieden (3500 Brutto) aber es kann natürlich immer mehr sein..Ausserdem bin ich in einem Alter in dem man sich vielleicht noch verbessern kann. Vielleicht kennt sich jemand aus..? würde mich freuen von euch zu hören Viele Grüße

Antwort
von Liberty66, 11

Wenn Sie sich in Ihrer Firma und mit Ihrer Arbeit wohl fühlen und die Firma auf absehbare Zeit auch nicht in ihrer Existenz gefährdet ist, würde ich das Experiment nicht unbedingt wagen. Es ist heutzutage mitunter sehr schwierig, wieder eine neue Stelle zu finden, in der die Parameter dann auch stimmen und man das bekommt, was man vorher mal hatte. Auch die Verantwortung als Familienvater sehe ich eher dahin, die Existenz der Familie sicher zu stellen, und eine Stunde Fahrtzeit können nach kurzer Zeit schon zu einer echten Belastung werden - für die Familie und auch für Sie selbst. Abgesehen davon kommen dann vielleicht auch höhere Fahrtkosten auf Sie zu, die erst wieder als Netto verdient werden müssen. Ich denke nicht, dass sich ein Wechsel wirklich auszahlt. Einzig in Sachen Rente sind die Schweizer vorne, man bekommt dort (aber vermutlich muss man dann auch in der Schweiz leben oder/und die Staatsbürgerschaft besitzen) eine wesentlich höhere Rente ausgezahlt als hier und langjährige erfahrene Arbeitskräfte arbeiten häufiger auch noch über das Rentenalter hinaus in der Firma und werden als wertvolle Ratgeber geschätzt. Eines kommt aber trotzdem erschwerend hinzu: Sie werden als deutscher Muttersprachler letztendlich immer ein Deutscher bleiben und in der Schweiz vielleicht auch nicht den gleichen Status genießen wie ein Schweizer Staatsbürger bzw. wie den, den Sie von hier gewöhnt sind.

Antwort
von jottlieb, 22

Macht es überhaupt Sinn sich auf eine Stelle z.b in Basel zu bewerben (Fahrtzeit 1 Stunde) 

Probieren kannst du es. Das mit der längeren Fahrzeit (inklusive der regelmässigen Störungen auf der Rheintalbahn) und Fahrtkosten musst du mit dir bzw. deiner Familie ausmachen.

oder werden dort nur Fachkräfte mit Studium gesucht?

Auch, aber nicht nur. Bedenke aber, dass es manchen Industriezweigen wegen des "Frankenschocks" nicht sehr gut geht und diese sogar Mitarbeiter entlassen. Das könnten vielleicht gerade solche Unternehmen sein, welche für deinen Beruf relevant sind.

Ausserdem bin ich in einem Alter in dem man sich vielleicht noch verbessern kann.

Da muss man natürlich realistisch einschätzen, welches Gehalt drin wäre (nutze z.B. "Salarium" oder den bilanz.ch Lohnvergleich) und ob du nach Abzug aller Kosten und Nachteile (weniger Urlaubsanspruch, schlechterer Kündigungsschutz, längere Arbeitszeiten, erhöhter Wegeaufwand, in der Regel höhere Krankenversicherungskosten) wirklich besser dastehst. 3500 Euro Brutto in Freiburg für den Beruf sind nicht so schlecht.

Kommentar von mitnitschubaka ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich wäre wenn dann mit dem Auto gefahren...muss mich mal informieren...Wie es mit dem Abzügen steht..grüsse

Kommentar von jottlieb ,

Auto fahren fände ich noch irrer, alleine schon die horrenden Kosten dafür. Dazu kommt der viele Verkehr und die Staus an den Grenzüberganzen. Hinzu gibt's in Basel selber kaum oder nur teure Parkplätze, falls denn die Firma keine eigenen hätte.

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