Frage von platzhalter50, 29

berufliche Konsequenzen ziehen und dann?

Ich arbeite in einem mittelständischen Kleinbetrieb mit 20 Leuten. Ich habe den ganzen kaufmännischen Part (Einkauf, Verwaltung, Abrechnungen, sonstige Bürotätigkeiten) zu erledigen. Vertraglich auf 40 Std. – in Anlehnung an den Metalltarif.

Im letzten Jahr sind aufgrund von betrieblichen Fehlentscheidungen Kunden weggefallen, sodass die wirtschaftliche Lage – wie es so geheißen hat, so schlecht war, dass 2 Leute entlassen wurden (die 2 Wochen später durch Leiharbeiter ersetzt wurden) und ich auf 25 Stunden Wochenarbeitszeit gedrückt wurde. Es wurde mit dem Firmeninhaber, dem Prokuristen und dem Geschäftsführer schriftlich vereinbart, dass die Arbeitszeit nach max. 6 Monaten wieder angehoben wird, sobald sich die Lage verbessert. Die anfallenden Arbeiten sollten jedoch erledigt werden (auch mit Überstunden, die mir dann vergütet würden). Soweit der Plan

Momentan haben wir mehr Aufträge als zuvor, entsprechend auch wesentlich mehr Arbeit, es sind mittlerweile 10 Monate vergangen, die geleisteten Überstunden belaufen sich auf ca. 120+. Aber von Aufstockung ist keine Rede. Die Frau des Inhabers (!) hat mir mitgeteilt, dass das auch gar nicht mehr gewollt ist und von Bezahlung der Überstunden (lt. Tarif sogar mit Zuschlägen) will sie nichts wissen – jedem anderen werden Ü-Stunden bezahlt, nur mir nicht, obwohl ich eine schriftliche Zeitkonto-Vereinbarung habe. Als ich nachgefragt habe, bekam ich zur Antwort, wem´s nicht passt, kann gehen.

Und von meinem direkten Vorgesetzten bekomm ich auch nur zu hören, die Arbeit muss gemacht werden, egal wie. Hauptsache keinen Ärger mit der Chefetage. Und wenn ich die dringendsten Sachen nach meiner regulären täglichen Arbeitszeit erledige (um den laufenden Betrieb zu gewährleisten), werde ich auch noch kritisiert ich würde Ü-Stunden schieben. Liegen lassen soll ich nichts, Ü-Stunden soll ich keine machen – wie soll das gehen? Darauf kann mir keiner was sagen. Da lassen sie mich alle im Regen stehen. Ich hab mittlerweile wegen des ganzen Ärgers/Stress Schlafstörungen und psychische Probleme.

Aufgrund der Gehaltskürzung kann ich bald die Miete nicht mehr bezahlen, einen Zweitjob schaff ich zeitlich nicht, da ich eigentlich 40 Stunden/Woche arbeite und in meiner Freizeit noch meine Eltern unterstütze, da mein Vater zu 40 % behindert und meine Mutter gesundheitlich sehr angeschlagen ist (beide sind über 70).

Ich habe schon etliche Bewerbungen verschickt – nur Absagen (zu alt für ein junges Team, zu teuer im Gegensatz zu einer 25-jährigen), dabei bin ich erst 47!

Ich weiß momentan echt nicht, was ich noch tun kann. Bin dankbar für jeden Ratschlag

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Repwf, 17

Einfach mal nach 6std gehen zumindest solange bist du deine ü Std ausgezahlt bekommen hast!

ansinsten bleibt dir nur der Weg zum Anwalt 

Antwort
von emily2001, 14

Hallo,

das sieht gehörig nach Abzocke aus!

Wie lange bist du schon im Betrieb? Wenn du länger als 10 Jahre dort arbeitest, müßtest du eigentlich eine Abfindung bekommen, wenn du gehts, oder wenn man dich entläßt!

Ich an deiner Stelle würde einen guten Arbeitsrechtler konsultieren!

Du kannst vorerst darum bitten, daß man dein Überstundenkonto, wie schriftlich vereinbart, ausgleicht.

Du kannst in diesem Sinne einen Schriftsatz aufstellen, in dem du sehr nett, aber auch sehr bestimmt, nach der Auszahlung deiner Überstunden bittest. Du kannst sagen, daß du schon bei einem Teilzeitvertrag (25 stunden) voll arbeitest, und dies schon seit 10 Monaten, daß du auch Geld brauchst zum Leben und nicht auf ein Teil deines Einkommens verzichten kannst (wer kann das schon)!

Die Lage in der Firma hätte sich wieder stabiliisiert und somit wären die damaligen Vereinbarungen nicht mehr aktuell.

Du setzt deinem AG eine Frist zur Zahlung der noch unbezahlten Überstunden zum dann und dann....

Normalerweise darf der AG dir keine Überstunden ständig machen lassen, wenn du einen Teilzeivertrag hast... Bitte deinen AG also, dir wieder einen Vollzeitvertrag aufzustellen!

Du kannst auch betonen, daß du schon langjährige Mitarbeiterin ist, und das deine Erfahrung und Kenntnisse im Betrieb dich zu einem wertvollen Mitglied des Teams machen...

Emmy

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