Beruf: schreiner/tischler werden?

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5 Antworten

Hallo leuchtturmosten!

Ich bin Schreiner. Vor 30 Jahren habe ich meine Ausbildung begonnen. Habe nie etwas anderes gemacht. Mittlerweile bin ich Meister, und bilde selbst, seit Jahren, Nachwuchs aus. Leider habe ich erst 2 Mädels zur Ausbildung gehabt, was ich persönlich schade finde, denn das waren mit die Besten meiner Azubis. Von der besseren Arbeitsatmosphäre, die ein "weibliches Wesen", in unsere Werkstatt bringt, mal ganz abgesehen. Die Kerle fluchen weniger, und machen nicht so viel "Unsinn", wenn ein junges Mädchen dabei ist. ;-)

Jetzt wirst du sicherlich schon erahnen, zu was ich dir raten würde......

Es ist ein Segen, und ein großes Glück, wenn man einen Beruf gefunden hat, der einem wirklich Spaß macht. Ich seh es oft in meinem Bekanntenkreis, die den Weg gegangen sind, lieber die Erwartungen ihrer Eltern zu erfüllen, als ihrem Herzen zu folgen. Wenn man dann jeden Tag, mit einem "dicken Hals" zum ungeliebten Job fährt, kommt wenig Lebensfreude auf.

Sicher....Abitur ist toll. Aber auch nach einer handwerklichen Ausbildung kann man Karriere machen. Man muss ja nicht Geselle bleiben. Wenn man hart arbeitet, seinen Job mag, und gut macht, kann man auch als Frau im Handwerk viel erreichen.

Ich liebe meinen Beruf. Holz ist ein toller Werkstoff. Man kann so viel daraus machen. Die Arbeit ist spannend und abwechslungsreich. Ich liebe einfach den Geruch von frisch gesägtem Holz am Morgen. :-))

Als Schreiner muss man auch keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Ein guter Schreiner und auch Schreinerin findet immer einen Job. Und bringt oft Lohnzettel nach Hause, von denen Menschen im Büro nur träumen. Über die Nachbarschaftshilfe nach Feierabend, reden wir hier lieber nicht. Und gerade Mädels, entwickeln ein erstaunliches Geschick, was Holzbearbeitung angeht.

Wenn du Spaß daran hast, werde Schreinerin. Wir brauchen Mädels wie dich, die auch mal zupacken können. Ich kenne sogar eine, die nach ihrer Ausbildung auf die Walz gegangen ist, und 3 Jahre und 1 Tag als Wandergesellin unterwegs war. Sogar in Kanada hat sie ein paar Monate gearbeitet.

Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, dich eines Tages als Kollegin zu bezeichnen. Und dein Opa freut sich sicher auch, wenn du in seine "Fußstapfen" trittst.

LG :-)

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Ich sag dir mal eins:

Wenn die üblichen bissken-Rumstudierer (also ein Drittel deiner potenziellen Stufe auf dem Gymnasium) nach drei Jahren Bologna-Uni es dann endlich einsehen und abbrechen, hast du deine Lehre längst fertig und bereits drei Jahre Berufserfahrung und schon vielleicht so um die 70.000 Euro verdient.

Mit ein wenig Unternehmergeist kannst du dich als Handwerker dieser Tage auch relativ problemlos selbstständig machen. Dann bist du mit 30 dein eigener Chef, und wenn alles gut geht und du keinen Mist baust, mit 40 finanziell unabhängig.

Diesen Vorsprung holen die Leute, die an die Uni gehen, nur mit sehr hoch dotierten Jobs irgendwann mal wieder auf, an die man entweder über Verwandte oder mit extrem-Speichellecking kommt. Wenn überhaupt.

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"sehr stark" ist schlecht ausgedrückt, wenn du von körperlicher Kraft sprechen möchtest: in Bezug auf menschliche Körper bedeuted "stark" NICHT kraftvoll sondern es ist meist eine "fette Erscheinung" damit gemeint. Um auf deine Frage zu antworten: Ich finde sämtliche Fragen bezüglich bestimmter "Männer- oder Frauenberufe ziemlich überflüssig, weil ich mindestens sechs Frauen kenne, die als Fernfahrerinnen unterwegs sind und durch Zufall habe ich mal ein Kaffeekränzchen von ca. zehn Schmiedemeisterinnen erlebt (Grob -oder Kunstschmiedinnen) Die sahen durchaus nicht alle so aus, als würden sie ständig Gewichte stemmen. Es waren auch ein paar recht zart erscheinende Figuren dabei. Die Frau, die nicht gerade Päpstin werden will, hat absolut freie Berufswahl!!!


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Klingt doch gut mit der Schreinerei - und wenn es das ist worauf Du Lust hast mach es einfach! Ich habe erst Abitur gemacht, meinte ich müsste Studieren... Nach einigen Semestern Architektuk habe ich das dann abgebrochen und eine Ausbildung zur Zimmerin gemacht. Mittlerweile bin ich seit 13 Jahren Meisterin mit eigenem Betrieb und bilde auch aus. Im Moment habe ich auch mal eine weibliche Auszubildende...

Wenn es Dich interessiert - Ende Februar haben wir in Glashagen bei Greifswald Bauhandwerkerinnentreffen (www.bauhandwerkerinnen.de). Es gibt auch ein bundesweites Tischlerinnentreffen, dazu kann ich Dir persönlich aber nicht allzuviel sagen.

Viele Grüße

Maren

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Das ein Mädchen sowas machen möchte ist lobenswert, wirklich.

Allerdings ist der Beruf als Schreiner/Tischler sehr problematisch. Einen Ausbildungsplatz zu bekommen ist schon recht schwer und wenn man ausgelernt hat ist es auch nicht leicht sich zu behaupten, wenn man viele Konkurrenten in der Gegend hat.

Meist ist auch der Verdienst eher durchschnittlich, dabei ist es ein schwieriger Beruf.

Wenn du Abitur machst, dann aber nicht weil deine Elter das wollen, sondern weil du das möchtest. Abitur ist nicht mit der Realschule vergleichbar. Beachte aber auch, dass du dann immer noch kein Geld verdienst.

Mach das was du möchtest.

Hoffe ich konnte helfen.


Gruß


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Kommentar von leuchtturmosten
31.01.2016, 14:59

Hey danke schonmal. Die schreinerei die nen ausbildungsplatz frei hat ist von mir zu fuß nur ca. 10 min entfernt und hoer in der nähe ist sonst keine andere tischlerei ;) zudem habe ich dort mein praktikum gemacht und besuche sie regelmäßig zum helfen :). Ich komme mit allen sehr gut klar. 

Ich weiß es ist was persönliches aber was würdest Du machen? Lg und danke :D

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Kommentar von zippo1970
31.01.2016, 15:52

Ich möchte kurz was zum Verdienst anmerken. Wenn du von einem normalen Werkstattschreiner ausgehst, lass ich durchschnittlich gelten.

Aber es gibt ja viele Möglichkeiten, wie und wo man im Schreinerhandwerk arbeiten kann. Gerade in jungen Jahren, wenn man noch "frei" und "ungebunden" ist, kann man auf Montage, z.Bsp. im Laden- und Messebau, sehr gut verdienen. Da guckt dann die akademische "Anzugfraktion", dann schon mal etwas neidisch.

Aber auch mit Meisterbrief, kann man sehr gute Verdienstmöglichkeiten haben.

Aber prinzipiell sollte man die Berufswahl von den Interessen und Fähigkeiten abhängig machen. Wenn man halt gerne praktisch arbeitet, keine Angst vor dreckigen Händen hat, und auch gerne sieht was man "geschaffen" hat, ist eine Ausbildung im Handwerk nicht das Schlechteste.

LG :-)

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