Frage von Iunana, 102

Was soll ich gegen meine Berührungsangst bzw. Beziehungsangst tun?

Hallo zusammen. 

Ich (weiblich) bin 18 und hatte mit 16 meine erste Beziehung, welche aber nicht lange gehalten hat (der Grund war, dass ich mich eigentlich grundlos sehr eingeengt gefühlt und darunter auch gelitten habe)

Seit ich Schluss gemacht habe, geht es mir wieder super und ich hatte bisher auch nie groß das Bedürfnis nach einer Beziehung. Mein Problem ist jedoch, dass ich so gut wie keine Männer an mich heranlassen kann. Ich bin zwar mit ein paar wenigen sehr gut befreundet und habe da auch nie Probleme mit Berührungen (einer Umarmung o.ä) gehabt (bei Frauen habe ich gar keine Berührungsängste), allerdings ertrage ich absolut keine emotionale oder körperliche Nähe bei allen anderen Männern. 

Seit einem halben Jahr bin ich mich jetzt allerdings erneut verliebt und schreibe mit diesem Mann auch öfters. Als er dann aber indirekt (per Nachricht) zugab, dass er mich mögen würde, bin ich wie elektrisiert gewesen. Es war ein Schock, eine plötzliche riesengroße Angst, die in mir aufkam. Ich habe mich dann trotzdem dazu durch gerungen, etwas mit ihm zu unternehmen (nachdem ich mir selbst klar machen musste, dass man das auch als freundschaftliches Treffen sehen konnte) und hatte auch viel Spaß an diesem Tag. Als er dann aber irgendwann ziemlich nah bei mir zu stand und mich ganz leicht an der Schulter berührte, kam diese ganze Angst erneut und ich wollte nur noch nach Hause.

Ich komme mir so dumm vor deswegen. Es ist ja nicht eine komplette Berührungsangst und doch geht es irgendwie in diese Richtung. Gleichzeitig vermute ich auch, dass es unter Beziehungsangst gehen könnte? Trotz der Verliebtheit habe ich nämlich immer noch nicht das Bedürfnis, eine Beziehung einzugehen. Ich bin eigentlich glücklich so wie es jetzt ist und doch fühle ich mich gestresst, weil ich ja eigentlich weiß, wie schön eine Beziehung sein könnte und irgendwie sehne ich mich manchmal auch nach Nähe. Was denkt ihr darüber? Sollte ich mir nicht allzu viele Gedanken dazu machen und einfach abwarten?

 Liebe Grüsse und Danke schon mal für die Antworten (PS: Sorry für den langen Text!)

Antwort
von Utopiosus, 18

Es ist schön, mal etwas ausführlicheres zu lesen indem auch mal Aspekte wie Alter und Geschlecht drin stehen, damit man damit arbeiten kann ;)

... Ängste haben den Zweck und zu sensibilisieren und warnen uns vor Gefahren. Je nach Ausprägung kann das von einem heiklen Einschnitt in unserem Leben sein, oder weil etwas sehr neu ist. Das bringt unsere Neuronen dazu ordentlich zu schalten und uns sorgen zu machen.

Von daher ist Angst nicht schlecht, wir leben nämlich und sind nicht dumm wenn wir Angst haben, Angst begleitet den Menschen. Der Mut ist das, was wir erlernen müssen um mit der Angst in Harmonie zu leben. Wir sollten nämlich anstreben keine Ängste mehr zu haben. Der Mensch muss lernen. 

Wenn Du sagst, dass Du alleine glücklich bist, warum etwas ändern? :) Tu das was Dir am meisten Spaß macht so oft und so viel es geht. Versuche aber andere so wenig mit deinen Freuden zu verletzen wie es geht. Denke nach, gib dich hin - sei du selbst, sei menschlich.

Viel Glück bei deiner Entscheidung :)

ps.: Es ist ja nicht so, dass er der letzte Mann auf Erden ist ;) Du hast Zeit und zwar soviel wie DU dir selber gibst - Du bist dein eigener Mensch.

Antwort
von mooni789, 50

Ich kann dich verstehen. Das hatte ich auch lange, auch heute noch oft (bin in einer Beziehung). Ich bekomme Schweißausbrüche wenn mir mein Partner zu nahe kommt, kuscheln halte ich nicht lange aus. Aber dann habe ich wieder das Bedürfnis nach Nähe und will gehalten werden. Ich fühle mich dann beschützt. Ich war auch gerade zu beginn einer Beziehung sehr lange verklemmt, habe mich geschämt für meinen Körper, konnte nicht so recht abschalten wenn wir intim wurden.

Ich habe rausgefunden dass ich prinzipiell eine sehr introvertierte Persönlichkeit bin und dass ich wahnsinnig gern alleine bin. Oft musste ich mir anhören dass ich nicht normal bin, aber ist es, wir haben andere Qualitäten :) Mein Partner weiss dass ich nicht gern kuschel, viel Platz für mich brauche, und es nichts mit ihm zu tun hat wenn ich mich zurückziehe - weil ich es ihm klar gesagt habe. Du brauchst dich dafür nicht schämen, mit den Jahren wirst du feststellen wie schön es ist, mit sich selbst alleine klar kommen zu können. Und du wirst nie von deinem Partner hören dass du ihn einengst, das ist also eine positive Eigenschaft, sofern du sie annimmst.

Wenn du zuviel (Nähe) zulässt was du eigentlich nicht möchtest, wirst du frustriert sein. Deine jetztige Blockade kannst du überwinden in dem du dir klar machst dass DU entscheidest wenn genug ist. Hab keine Angst vor Zurückweisung, sei wie du bist und du lernst damit umzugehen. 

Hattest du ein Elternteil von dem du zu viel oder zu wenig Liebe und Zuneigung erfahren hast? Meist ist das der ausschlaggebende Punkt, wobei ich nur aus eigener Erfahrung spreche :) Kopf hoch!

Antwort
von grossbaer, 42

Ich würde dir empfehlen eine Therapie zu machen. Das alles muss ja eine Ursache haben. Du solltest nach dieser Ursache forschen und diese bearbeiten und verarbeiten. Dabei kann dir aber nur ein Therapeut helfen.

Vielleicht gab es ein Ereignis in deiner Kindheit, das du schon längst vergessen hast, aber das für diese Angst verantwortlich ist. Nur weil du es vergessen hast, ist es nach wie vor in deinem Unterbewusstsein gespeichert und beeinflusst dein Leben.

Du solltest diese Angst dringend in Rahmen einer Therapie bearbeiten, sonst wird sie dein ganzes weiteres Leben bestimmen.

Du willst ja vielleicht irgendwann mal heiraten und Kinder bekommen. Doch wie soll das so funktionieren? Einfach Augen zu, Zähne zusammenbeißen? So geht das nicht. Vielleicht geht das Ganze dann so weit, das du später noch nicht mal die Nähe deines Kindes ertragen kannst. Das ist aber für das Kind lebensnotwendig.

Deshalb ist es wichtig, das du jetzt an diesem Problem arbeitest.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg.

Antwort
von nicinini, 47

Denk nicht zu viel drüber nach du machst dich ja bekloppt. Wenn du ihn magst erzähl ihm das und gut ist er wird schon damit klar kommen es langsam anzugehen, das sollte man eh wenn man es ernst meint und wenn nicht ist er es halt nicht wert. Aber du bist nicht die einzige Frau mit solchen problemen, mit dem Partner drüber reden hilft und zeit...

Antwort
von Mirbachmirco, 31

Hallöle, Diese Ängste hast du mit Sicherheit wegen elterlichen Problemen in der Kindheit. Es ist oft so, wenn Kinder deine Beziehung oder Bindung empfinden sowie finden können, das sie selber zur beziehungs Unfähigkeit kommen. Witziger Weise habe ich genau das gleiche, und auch genau die gleiche Situation im Moment, nur das ich der Kerl bin :d Nach unserem ersten gemeinsamen Tag war ich auch total erleichtert das ich es hinter mir habe, war aber gleichzeitig etwas traurig das nicht mehr lief, weil ich sie ja wirklich mag. Ich werde erstmal abwarten. Bis der richtige Moment gekommen ist, um ihr zu sagen, was ich für Probleme Habe. Wenn Sie mich unterstützt und mir hilft diese mit ihr zu überwinden, weiß ich dass ich die richtige gefunden habe :) Vielleicht auch als kleine Inspiration für dich!

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