Frage von heiner01, 64

Berliner Testament bei Zweitehe und drei Kindern?

Bei der Zweitehe brachte die Frau eine Tochter, der Mann zwei Kinder in die Ehe mit. Im Berliner Testament wurde der Ehepartner zum jeweilgen Alleinerben eingesetzt. Die drei Kinder, die nicht adoptiert wurden, werden zu gleichen Teilen als Erben des Letztverstorbenen bestimmt.

Kann nun die einzelne Tochter der Letztverstorbenen die Hälfte des Erbes statt einem Drittel fordern, so dass die beiden Kinder des Erstverstorbenen statt je einem Drittel sich die Hälfte teilen müssen ? Das wäre dann nur je ein Viertel des Erbes.

Kann das ggf. auch noch Jahre nach der Abwicklung des Erbes zu je einem Drittel an alle drei von der Tochter der Letztverstorbenen gefordert werden ?

Antwort
von brido, 29

Zweitehe würde ich durch zweite Ehe ersetzen.  Wie vorher erwähnt, Pflichtteilansprüche werde erst fällig wenn der zweite Partner stirbt. 

Antwort
von schelm1, 46

Die Regelung ist eindeutig und übertrifft einen jeweiligen Pflichtteilsanspruch.

Kommentar von heiner01 ,

Danke für die Anwort.

Das heißt auch, dass kein Anspruch, auch nicht nach 1,5 Jahre, für die Tochter der Letztverstorbenen auf die Hälfte besteht, da im ursprünglichen Berliner Testament alle drei Kinder zu gleichen Teilen bedacht werden.

Das ist der fragliche Paragraf: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

§ 2305 Zusatzpflichtteil

Ist einem Pflichtteilsberechtigten ein Erbteil hinterlassen, der
geringer ist als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, so kann der
Pflichtteilsberechtigte von den Miterben als Pflichtteil den Wert des an der Hälfte fehlenden Teils verlangen. Bei der Berechnung des Wertes bleiben Beschränkungen und Beschwerungen der in § 2306 bezeichneten Art außer Betracht.

Kommentar von schelm1 ,

der geringer ist als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils

Das ist doch vorleigend nicht der Fall!

Antwort
von VictoriAlli, 22

Wenn sie sich noch innerhalb der 3-jährigen Verjährungsfrist für Pflichtteilsansprüche befinden, dann hat die Tochter der letztverstorbenen Ehefrau aus meiner Sicht ganz klar noch einen Anspruch auf den Zusatzpflichtteil nach § 2305 BGB.

Nachdem die Ehefrau zum Zeitpunkt ihres Todes verwitwet war und die Tochter ihr einziges Kind ist, wäre die gesetzliche Erbquote der Tochter 100% und ihre Pflichtteilsquote dementsprechend 50%.

Die testamentarische Erbquote von 1/3 ist geringer als 50%, folglich besteht der Anspruch auf den Zusatzpflichtteil, damit die Tochter insgesamt auf 50% kommt.

Der Zusatzpflichtteil ist allerdings nur ein Geldanspruch, d.h. die Erbquote der Tochter erhöht sich nicht auf 50%. Die fehlenden rund 16,7 % müssen der Tochter von den anderen beiden Erben bezahlt werden.

Antwort
von brido, 15

Die Kinder vom Ehepartner der zuerst stirbt erben dann normal, die anderen nicht. Wenn der zweiter stirbt umgekehrt. Außer es ist im Testament was anderes verfügt. 

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