Frage von schnarchbaer,

Berliner Testament neues Testament anfertigen

Ich habe eine Frage zu dem Berliner Testament. Meine Eltern haben ein solches abgeschlossen und ihre Kinder (2) als Nacherbe eingesetzt. Ersatzweise wenn diese Kinder vorher versterben sollten, die Enkelkinder eingesetzt wurden. Nun ist mein Vater 1995 verstorben und meine Muter ist ja jetzt nun Alleinerbin oder?

Kann meine Mutter ein eigenes Testament nun noch verfassen und mich als ihre Tochter als Alleinerbin einsetzen. Mein Bruder ist zwischenzeitlich verstorben. Sind dessen Kinder automatisch erbberechtigt, oder können diese nur auf ein sogenanntes Pflichtteil gesetzt werden oder ganz ausgeschlossen werden? Von der Mutter dieser Kinder wird ein Umgangsrecht mit der Großmutter verweigert. Die Kinder sind minderjährig (11 + 8 Jahre).

Antwort von SchnuBee,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn es sich um ein klassisches Berliner Testament handelt, ist deine Mutter an die gemeinsamen Verfügungen gebunden. D.h. sie kann an der Erbeinsetzung der Kinder nichts mehr ändern.

Sie sollte das Testament von einer Fachkundigen Person (Notar oder Fachanwalt für Erbrecht) prüfen lassen. Eventuell gibt es einen sogenannten Änderungsvorbehalt, der anderweitige Verfügungen gestattet.

Antwort von Mammilein,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Deine Mutter kann das Testament nicht einseitig abändern! Du erbst die Hälfte, dein verstorbener Bruder die andere Hälfte. Da er bereits tot ist, bekommen seine Kinder das Erbe so aufgeteilt, wie dein Bruder es bestimmt hatte. Das einzige was sie tun kann, ist einen Treuhänder einzusetzen, der das Erbe der Enkel bis zu deren Volljährigkeit verwaltet. Damit kann die Mutter der beiden Kinder nicht an das Erbe heran! LG Mammilein

Kommentar von Mammilein,

Sie kann aber bis zu ihrem Todeszeitpunkt über das Erbe völlig frei verfügen. Folglich kann sie auch einen Teil des Erbes zu Lebzeiten verschenken. Das ist die einzige Lösung, die mir dazu einfällt!

Antwort von Virginia47,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ja, Deine Mutter kann ein neues Testament aufsetzen.

Die Kinder Deines Bruders sind nur automatisch erbberechtigt, wenn kein neues Testament besteht. Da tritt nämlich die gesetzliche Erfolge ein.

Wenn Deine Mutter Dich jedoch als Alleinerbin einsetzt, haben die Kinder dennoch einen Anspruch auf den Pflichtteil. Das wäre die Hälft vom gesetzlichen Erbanteil. Vollkommen enterbt können die Kinder nicht werden, auch wenn die Mutter das Umgangsrecht verweigert. Vollständige Enterbung ist nur bei Straftaten gegen den Erlasser möglich.

Kommentar von SchnuBee,

Weißt du überhaupt was ein Berliner Testament ist? Deine Antwort ist insoweit falsch!

Kommentar von Flitzpiepje,

Bitte vorher informieren!!! Es handelt sich um das Berliner Testament!!!

Kommentar von Mammilein,

Schmarren, das würde ja den letztem Willen des Verstorbenen Vaters aushebeln. Dann wäre der Grundgedanke des Berliner Testaments völlig ausgehebelt. Dann braucht es so ein Testament garnicht!

Antwort von tuchende,

Soweit mir bekannt ist, muß unter diesem Berliner-Testament der Zusatz stehen, ..., daß der Überlebende das Testament ( und damit die Erbfolge neu regelt ) ändern kann. Fehlt dieser Zusatz geht eine Testamentsänderung nicht.

Antwort von SquadStein,

ohne den konkreten Inhalt des Testaments lässt sich diese Frage nicht seriös beantworten

Antwort von Erbkaempfer,

Die Antwort von sergius ist umfassend und einzig richtig! Ausschlaggebend ist bei einem Berliner Testament, ob die darin getroffenen Verfügungen "wechselbezüglich" sind. Dies kann nur durch genaue Kenntnis des Wortlautes des Testamentes ermittelt werden. Daher sollte das Testament einer auf Erbrecht spezialisierten Anwaltskanzlei vorgelegt werden. Dort kann auch geprüft werden, welche Verfügungen die Mutter zu Lebzeiten überhaupt treffen darf.

Antwort von imager761,

Ein Berliner Testament ist eine Verfügung, die nur gemeinsam geändert werden kann. Nach dem Tod eines Teststaten ist es aber nicht mehr zu ändern. Damit will man sich gegenseitig versorgt wissen und einem abgesicherten Lebensabend entgegensehen.

Grund ist, das der Erstversterbende die gemeinsamen Kinder als gewollte Erben nicht dadurch benachteiligen wissen will, weil ein neuer Lebenspartner seines Ehepartners das Geld durchbringt. Damit ist dem Längstlebenden aufgegeben, das Ererbte zu verwalten und zu bewahren. (Unbefreiter Vorerbe).

Ein anderer Gedanke ist, dass wenn man das Geld für einen gemeinsamen, auch seinen eigenen Lebensabend nicht mehr braucht, es dann auch nach Gutdünken verwendet werden soll. In diesem Fall ist ausdrücklich das befreite Vorerbe ausdrücklich vermerkt, etwa: "dem Überlebenden bleibt vorbehalten, über das Ererbte oder eigenes Vermögen lebzeitig oder von Todes wegen frei verfügen zu können".

Gibt es einen solchen Passus, darf deine Mutter ein eigenes Testament machen, sonst nicht.

Ist ein Erbe verstorben, rücken Erben nach. Die Kinder oder Eltern des vorverstorbenen Erben zunächst und dann entferntere Verwandte.

Dies kann in einem Testament anders geregelt werden (Ausschluss von Ersatzerben), was dann deren Pflichtteilsansprüche auslöst.

HTH

G imager761

Antwort von sergius,
  1. Wenn das BT Ihrer Eltern keine Ermächtigung des Überlebenden enthält, die Schlusserbfolge der beiden Kinder bzw. der Enkel als Abkömmlinge eines vorverstorbenen Kindes abweichend zu bestimmen, ist sie an das BT gebunden. Abweichende letztwillige Verfügungen wären unwirksam.

  2. Ihre Mutter kann (es sei denn, sie sei nur als Vorerbin und die Kinder als Nacherben eingesetzt, was in manchen BT der Fall ist - also Testamentswortüaut genau prüfen !) zu Lebzeiten frei über ihr eigenes und das von Ihrem Vater ererbte Vermögen verfügen. Aber Vorsicht: Wenn sie eine Schenkung z.B. an Sie machen würde, hätten die Enkel, auch wenn sie später Schlusserben werden, Ansprüche auf Pflichtteilsergänzung. Das heißt: Der Wert der Schenkung würde beim Tod der Mutter deren Nachlass zugerechnet. Hieraus könnten sich, wenn die verbliebenen Erbteile der Enkel unter den Wert ihrer Pflichtteile aufgrund der Schenkung absinken würden, Ergänzungsansprüche ergeben, die Sie dann als Beschenkte unter Umständen erfüllen müssten.

  3. Die Frage des "Umgangs" spielt erbrechtlich keine Rolle.

  4. Dringender Rat daher: Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht. einholen.

Antwort von Flitzpiepje,

Ich versuche mal nach meinem Wissensstand zu antworten, doch richtig und zuverlässig, kann dieses nur ein Notar, welcher ich nicht bin.

Das Berliner Testament sieht vor, daß die Ehepartner sich gegenseitig im Todesfall als Erben einsetzen. Sollte die Kinder ihren Erbteil fordern, so steht ihnen nur der Pflichtteil zu, der geringer ist, als die gesetzliche Erbfolge.

Im Moment ist es so, daß die Mutter die "Alleinerbin"ist. Sie kann das Vermögen verprassen. Sie hat nicht mehr die Möglichkeit, über das Vermögen, welches der Vater hinterlassen hat, ein Testament zu verfügen. Die Kinder des Bruders sind erbberechtigt, denn dieses ist zu Lebzeiten im Testament festgelegt worden. Egal, ob es jetzt ein guter oder schlechter Kontakt ist. Die Mutter der Kinder könnte sogar jetzt noch den Pflichtteil im Namen der Kinder einklagen, also bitte nicht auf dumme Ideen bringen. Wenn ich es richtig sehe und verstehe, erbst Du die Hälfte und die Kinder je ein Viertel, wenn Deine Mutter versterben sollte. Sollte Deine Mutter nach dem Tot noch zu Vermögen gekommen sein, z.B. Erbschaft, Lottogewinn ..., da weiß ich nicht, wie sich das verhält. Am besten wirklich zum Notar gehen, der haftet auch für seine Aussagen, ich nicht. Hoffe trotzdem, Dir ein wenig geholfen zu haben.

Antwort von miboki,

Gem. § 2271 BGB ist Deine Mutter an das Testament gebunden - es war ja auch der letzte Wille Deines Vaters, den sollte sie auch beachten. Auch wenn Dein Bruder ja bereits verstorben ist sollte Deine Mutter doch überlegen ob Sie den letzten Willen ihres Verstorbenen Mannes tatsächlich ignorieren will und die Kinder = ihre Enkel benachteiligen will, für etwas, woran sie keine Schuld tragen - nämlich den Stress mit der Mutter. Die Kinder haben ja schon ihren Vater verloren. Möchte Deine Mutter - die Oma der Kinder - wirklich, dass sich ihre Enkel so an sie erinnern?

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