Frage von thindy, 219

Die Bergpredigt - und wie ist ihre Wirkung auf heute?

Was ist mit den Antithesen gemeint?

Kann man die Bergpredigt und die Forderungen Jesu an die Menschen heute noch erfüllen?

Inwiefern ist es nicht mehr zeitgemäß oder vertretbar?

Antwort
von Nadelwald75, 134

Hallo thindy,

mit den Antithesen der Bergpredigt ist gemeint Matthäus 5, 17 - 48, die Sätze, die jeweils formuliert sind: "Ihr habt gehört..... ich aber sage euch...."

Der Begriff Antithesen hat sich als Arbeitsbegriff eingebürgert, obwohl es sich gar nicht um ein "Anti..." handelt. Es liegen keine Widersprüche vor, höchstens Gegensätzlichkeiten - und das ist ein Unterschied.

Jesus argumentiert hier in der Art der jüdischen Rabbiner und wendet das Gesetz, ohne es verändern zu wollen, auf die derzeitige Situation an. Es sind also keine neuen Gebote, sondern sozusagen die Ausführungsbestimmungen der bekannten Gebote als Angebot für den, der sich in besonderer Weise auf Jesus einlassen will.

Die Bedeutung für heute: Gebote und ihre Auslegungen wollen eine Zielrichtung angeben und sollen immer auf die jeweilige Situation hin überprüft werden. Sie sind sozusagen Finger, die auf etwas hinweisen. Manchmal starrt man aber nur auf den Finger, statt nachzudenken, welches Ziel mit einem Gebot angestrebt wird.

Besipiel: ....wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin....

Hier dreht es sich nicht um Schlagen und rechte oder linke Wange und Hinhalten, sondern um die grundsätzliche Haltung von Gewaltfreiheit und Verzicht auf Rache, um die Chance, der Gewalt den Boden zu entziehen. Das kann sich in vielen Bereichen äußern.

Antwort
von DerRealsteFaker, 107

Ist definitiv zeitgemäß, die Forderungen, die gestellt werden, sind auf das heutige Leben perfekt übertragbar. Jedoch sind manche nicht so wörtlich gemeint, wie sie dort stehen, man muss sie übertragen.Was mit der Antithese geneint ist, kann ich dir gerade nicht sagen, weil ich den Text nicht vorliegen habe.Kann dir aber gerne antworten, wenn du mir ihn schreibst.

Kommentar von thindy ,

,,wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin".. bedeutet das nicht im entferntesten Sinne, dass man sich nicht wehren soll? Und die Meinung Jesus ist ja u.a. auch, dass wenn man nach der Bergpredigt lebt auch glücklich lebt... aber wenn man sich z.B. nicht wehrt, führt das doch eher zum Hass statt Feindesliebe.

Kommentar von SamOthy ,

man wehrt sich schon, nur anders. Dabei ist die innere Überzeugung wichtig. :Wenn jemand so weit gehen muss eine Gewalt gegen dich zu nutzen, gibt es definitiv eine Alternative, in der dieses Extrem nicht genutzt werden 'muss'. Es ist natürlich mit sehr viel Weisheit versehen diesen Status zu erreichen, doch ist es möglich :) Liebe Grüße Sam

Kommentar von DerRealsteFaker ,

Genau, so sehe ich das auch.

Kommentar von DerRealsteFaker ,

Aber ich denke nicht, dass das zu Hass führt.Ixh glaube auch, dass es nicht heißt, wenn du von drei Leuten verschlagen wirst, dass man sich nicht wehren darf.

Antwort
von 666Phoenix, 57

Wenn die Forderungen, Aufrufe usw. der mosaischen Gebote und nachfolgend der Neuerungen durch Jesus in der Bergpredigt auch nur zu einem Bruchteil eingehalten und befolgt werden würden, als Anfang vielleicht zunächst erstmal von denen, die an diese Dinge glauben, nämlich den Christen und denen, die sich als solche bezeichnen, dann wäre die Welt um einiges schöner und friedlicher!

Antwort
von kdd1945, 54

Hallo thindy,

"Antithesen" nennen einige Exegeten die Lehren Jesu aus Kapitel 5,21-48.

In diesem Teil der Bergpredigt zeigt Jesus seinen jüdischen Zuhörern, dass ihr Verständnis des Gesetzes, das Gott ihnen durch Mose gab und ihre Art das Gesetz zu befolgen, weder von ihm, noch von Gott, Jesu Vater, akzeptiert würden. Entsprechend begann er seinen Vortrag so:

20 Ich sage euch: Ihr werdet niemals in Gottes neue Welt kommen, wenn ihr seinen Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer.«

Dann nannte er Beispiele (ich habe sie gekürzt angeführt):

21 »Ihr wisst, dass unseren Vorfahren gesagt worden ist: ›Du sollst nicht morden! Wer einen Mord begeht, soll vor Gericht gestellt werden.‹ 22 Ich aber sage euch:12 Schon wer auf seinen Bruder oder seine Schwester13 zornig ist, gehört vor Gericht.

27 »Ihr wisst, dass es heißt: ›Du sollst nicht die Ehe brechen!‹ 28 Ich aber sage euch: Wer die Frau eines anderen begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen

38 »Ihr wisst, dass es heißt: ›Auge um Auge, Zahn um Zahn.‹ 39 Ich aber sage euch: Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut! Mehr noch: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halte auch die linke hin.

43 »Ihr wisst, dass es heißt: ›Liebe deinen Mitmenschen; hasse deinen Feind.‹17 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen. 45 So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel.

Das "Gesetz" verlangte nicht, die Feinde zu hassen. Ihre gottlosen Taten sollten gehasst werden, um vor dem Nachahmen zu schützen.

Hass, Begierde, Rachsucht waren schon durch "das Gesetz und die Propheten" verurteilt, Gott sah nicht nur die Taten, er beachtete auch die Motive und Gefühle.

Alle Grundsätze, Maßstäbe und Forderungen der Bergpredigt sind heute vertretbar, anwendbar und zeitgemäß. Sie galten nicht nur für das damalige Israel oder die Juden. Sie wurden sinnentsprechend Teil des Gesetzes, "das Christus gegeben hat." (1Kor 9,21; Gal 6,2)

Heute, umgeben von einer Welt, die heute verführen und morgen verfolgen kann, ist es nicht leicht, beständig vor Augen zu behalten, "was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat" (Phil 2,2-8).

Grüße, kdd

Antwort
von Whitekliffs, 96

Hallo thindy

hast du sie gelesen? Matthäus, Kapitel 5-7, in meiner Bibel 4,5 Seiten.

Ja, diese Worte sind auch für heute gültig. Es sind doch Worte von Jesus, dem Sohn Gottes. Er hat nicht nur für die damalige Zeit gepredigt, sondern seine Worte gelten bis ans Ende der Zeiten. 

Es sind auch nicht Worte an ein Regierungssystem oder Anleitung an einen Sozialstaat, sondern Worte an den Einzelnen. An dich. Und mich.

So möchte Jesus, so möchte Gott, dass wir leben. Ich muss zugeben, dass ich das aus mir selber nicht kann. Ich brauche dazu SEINE Hilfe.

Hier gibt es einen guten Kommentar, der allerdings länger ist als die Bergpredigt selber.

https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=372&par...

Antwort
von fricktorel, 73

Die "Forderungen Jesu" an uns wurden noch nie erfüllt, deshalb starb er für uns, um unsere Schuld auszugleichen (Röm.6,23).

Da auch heute niemand diese Forderung erfüllen kann, gilt Jesu Opfer für alle Menschen und zu jeder Zeit (Hebr.13,8).

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