Frage von 1Selfm8, 19

Bereitet ein Marketing Studium auf eine Selbstständigkeit bzw. Online Unternehmen vor?

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 6

Ob Ausbildung oder Studium: Beides ist erst die Lizenz zum Lernen. Grundlagen und vielleicht mal ein Anwendungsbeispiel.

In der Praxis trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn da stellt sich raus, wer die Techniken verstanden hat und Zusammenhänge. Aber auch Dinge die so nicht kombiniert werden können oder doch - wenn.

Marketing ist ein wichtiger Bereich. Wer sein eigenes Unternehmen gründet kann einen Großteil der Entscheidungen an den Marketingentscheidungen lang treffen.

Das führt zur Nachvollziehbarkeit von unternehmerischen Entscheidungen. Wer so was nicht hat wird immer wieder Entscheidungen irgendwie treffen.

Allerdings bleiben damit auch bestimmte Bereiche ein blinder Fleck. Ideal für die UnternehmerInnen-Tätigkeit ist eine (sehr) hohe Kompetenz im Kernbereich der Geschäftstätigkeit und eine breite Aufstellung in rechtlichen Fragen, Marketing, Personalführung und wieder -Recht (Sozialversicherungsrecht, Kündigungsschutz und was da noch so kommt), Steuerrecht ebenfalls als extra Thema.

Natürlich solche Kaufmännischen Dinge wie Kalkulation. Also was ein großes Unternehmen so an spezialisierten Abteilungen hat - Zur Orientierung.

Da stehen dann die Einzelentscheidungen schon auf einer ordentlichen Grundlage. Es ist aber gleichzeitig auch klar, wann man welchen Spezialisten braucht.

Zum Image des Marketing. Leider glauben viele, dass Marketing so eine Geschichte wie unqualifizierter Kunst-Schul-Unterricht sei. 'So Klasse, jetzt malen wir eine Ente.' Genau dieses funktioniert nicht. Man braucht schon ganz viel Kenntnisse über Gestaltung und Wirkung.

Man muss wirklich lernen wie man beispielsweise Psychologie und Gestaltungsmöglichkeiten z.B. eines Werbefilms zusammen bringt. Allerdings selbst im Studium mit beiden Richtungen wird die Verbindung in der Regel nicht vermittelt. Das ist dann die Sache, wo man eben erst die Lizenz zum Lernen hat.

Da ist es dann ganz gut, wenn man sowohl in einem kleinen und einem großen PR-Unternehmen gearbeitet hat. Sogar noch mal zurück in ein kleineres Unternehmen findet, wo man einen Chef hat, der sich damit auskennt und einem die Möglichkeiten lässt dieses weitgehend selber zu planen.

Wobei dieser Chef dann immer noch kommen wird und durch die Formulierung einer kleinen Anforderung alles über den Haufen wirft. Trotzdem ist das zum Lernen ideal.

Leider habe ich schon mit vielen schlechten Agenturen gearbeitet. Die nicht einmal zu einer klaren Definition eines Zieles in der Lage waren. Daher bezeichne ich inzwischen meinen Zulieferer in dem Bereich nur noch als Werbegrafiker und nicht mehr als Werbeagentur.

Weil ich mich damit abgefunden habe viele Dinge selber vorab zu entscheiden und zwischendurch zu testen. Kostet natürlich nicht unwesentlich Geld.

Auf der anderen Seite würde ich bei 'Jung van Matt' diese Beachtung erwarten, habe mich aber nicht getraut dort zu fragen, was das bei denen kostet.

Wenn es also Marketing bei Dir sein soll: Erwarte vom Studium nicht zu viel. Erwarte von Dir ganz viel. Nämlich immer noch hinter das gucken zu können, was man so gelernt hat.

Eine abschließende Bewertung, welcher Einstieg gut, besser oder falsch ist, dass kann man gar nicht erreichen. Es hängt auch viel von Deiner Person ab. Oft zeigt es sich eben erst in der Rückschau, welcher Vorbereitungsschritt gut war und welcher nicht.

Ich wünsche ja bei solchen Entscheidungen eigentlich immer viel Erfolg. Hier tendiere ich dazu, dass ich viel Glück wünsche.

Antwort
von pedde, 6

Nein tut es in der Regel nicht, es sei denn du spezialisierst dich ein wenig - sprich nicht ein BWL-Marketing Studium, sondern eben eher Online-Medien, was aber viel mit Programmieren und EDV-Theorie zu tun hat.

Selbstständigkeit erlenst du im Studium nicht, aber du lernst Grundlagen, was man alles beachten sollte, sprich bei Marketing-BWL wären das dann Dinge wie Marketing, Direktmarketing, (Online-Marketing weniger, da die älteren Profs. nicht damit aufgewachsen sind)., Personalführung, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Bilanzieren, KLR oder allgemein die BWL und Unternehmensführung.

Ein Studium ist heute ja eher gedacht, dass man strukturiert denken kann - dank Bachelor aber Bullemie-Auswendig-lernen meist ohne Sinn.

Eine Selbstständigkeit geht nur unter 3 Punkten:

1. Geschäftsidee
2. Geld
3. Talent, Ausdauer und Erfahrung

Falls du Geld über Kreditgeber benötigst wie KFW, Landesbanken oder auch Venture Capital oder private Gönner, braucht es meist einen Businessplan, der schon so 50 Seiten umfassen kann. Da hilft ein Studium nicht nur für den Plan selbst, sondern auch als Kompetenz gegenüber den Geldgebern.

Da in der Online-Industrie alles nach 1-2 Jahren veraltet und immer schneller sich verändert (Der Wirtschaft geschuldet, die immer mehr Gewinnmaximierung will), ist das was du im Studium lernst meist die Grundlage. Aber Online arbeiten setzt jahrelange Erfahrung in der Freizeit vorraus und perfekt mit einem Studium und der alltäglichen Arbeit. Vergiss dabei nie, dass alle auch das könne, was du dir zusammen googeln kannst und die neue Generation die Internet-Generation sein wird. Falls man also stehen bleibt, dann ist man schon in jungen Jahren schnell der "Opa".

So das war viel mehr als du wahrscheinlich wissen wolltest, jetzt weißt du aber auf jeden Fall mehr :D.

Antwort
von schuster12345, 11

Nach meiner Erfahrung kann so ein Studium eine sinnvolle Ergänzung sein. gerade rechtliche Themen und steuerliche Aspekte kann man da gut lernen. Aber wenn du dich selbstständig machen willst, musst du geld verdienen und damit kannst du schon während des Studiums anfangen. Da sammelst du dann auch die notwendigen praktischen Erfahrungen.

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