Frage von dasallesnervt1, 40

Berechtigte Zahlungsumme?

Ich wurde vor ein paar Monaten beim nutzen eines ÖPNV ohne Ticket kontrolliert.Da ich Schüler bin und in diesem Zeitraum die 65 Euro aus finanziellen Gründen nicht nach zahlen konnte, wurde eine Inkassofirma eingeschaltet. Ich fragte nun einige Menschen, wie viel sie bei derlei Vorfällen zahlen mussten, diese nannten mir unterschiedliche Summen, die sich aber jeweils auf unter oder knapp 100 Euro beliefen.Der freundliche DB-Beamte am Telefon meinte es würde etwa ein oder zwei Wochen dauern bis der Brief käme.Nach dem er nach 6 Wochen noch nicht da war wunderte ich mich und nach 8 Wochen kam er dann, mit der Aufforderung ca. 133 Euro zu überweisen. Weil es so lang dauerte stieg die Verzinsung natürlich weiter an. Muss ich für den gesamten Betrag aufkommen, nur weil das bürokratische System dieser Inkassofirma schleichend langsam ist?

Vielen Dank für die Antworten

Antwort
von EXInkassoMA, 17

Warst Du zum Zeitpunkt der Beförderungserschleichung unter 18 ?

Falls ja lies das : (Quelle Wikipedia)

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können, da sie nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig sind, im Fall des Schwarzfahrens nicht vom Verkehrsunternehmen zu Zahlung des erhöhten Beförderungsgeldes gezwungen werden, soweit das Beförderungsverhältnis zivilrechtlicher Natur ist. Kinder unter 7 Jahren können einen entgeltlichen Beförderungsvertrag nicht (§ 104, § 105 BGB), Jugendliche im Alter zwischen 7 und 18 Jahren nicht wirksam ohne Zustimmung der Eltern (§ 106, § 107 BGB) abschließen. Ist die Fahrt nicht bereits von einer (auch konkludenten) Einwilligung gedeckt (z. B. wenn der Weg zur Schule regelmäßig mit Bus oder Bahn erfolgt – was aber nur bei Fahrten mit gültigem Fahrschein anzunehmen ist) und erfolgt keine nachträgliche Genehmigung, so ist ein Vertrag, auf den sich das Beförderungsunternehmen berufen könnte, wegen § 108 BGB nicht wirksam zustande gekommen.[25]

Ein Bereicherungsanspruch kommt dagegen in Betracht, § 812 Abs. 1 Satz 1, 1. oder 2. Alt., § 818 BGB, ebensowie ein deliktischer Anspruch wegen Verletzung eines Schutzgesetzes, § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 265a StGB (siehe „Flugreisefall“). Dass der Schaden bzw. der Wert der Bereicherung an die Höhe des erhöhten Beförderungsgeldes heranreicht, ist zu bezweifeln – beweisen muss dies in jedem Fall das Verkehrsunternehmen. Die Eltern selbst sind zum Schadensersatz jedenfalls dann nicht verpflichtet, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht entsprochen haben, § 832, § 823 BGB i.V.m. § 265a StGB. Vertraglich haften sie ebenso wenig wie die Kinder und Jugendlichen.

Da die Verkehrsunternehmen nicht auf diesen Umstand hinweisen und auch bei Kindern und Jugendlichen mit den üblichen Methoden das erhöhte Beförderungsentgelt erheben (1. Mahnung, 2. Mahnung, Inkassobüro, Rechtsanwalt, gerichtliches Mahnverfahren mit der Möglichkeit zum Widerspruch), zahlen die Kinder und Jugendlichen oder Eltern oft bereitwillig ohne Rechtsgrund.

Antwort
von Geheim0815, 19

Wenn du bereits erklärt hast nicht zahlen zu können ist das einschalten des Inkassobüros auf deine kosten nicht möglich, die kosten kannst du zurückweisen und nur die HF schnellstmöglich direkt an die DB zahlen. Wichtig zu wissen ist das sie alternativ einen gerichtlichen Mahnbescheid erwirken und dann pfänden könnten inkl. der möglichkeit eines Schufa negativeintrags + eintrag im Schuldnerregister oder sogar abgabe der Vermögensauskunft... 

Bei Thema Schwarzfahren denke ich aber es könnte auch wie folgt sein: des erhöhte Beförderungsentgeld ist teil der AGB die erst wirksam werden kann wenn sie sichtbar am Erfüllungsort aushängt (hätte ich noch nie gesehen). Wirksam würde sie werden wenn man sie beim "erwischt" werden nochmal extra unterschreibt (kann mir vorstellen das so was auf dem wisch drauf steht den man da unterschreiben muß). Dieser Vertrag ("akzeptiere Ersatzstrafe im Gegenzug auf verzicht einer Strafanzeige") könnte aber schwebend unwirksam sein da unter 18. Heißt jetzt aber nciht das man Schwarzfahren kann wie man will, es ist eine Ersatzstrafe fürs "Erschleichen von Fahrdienstleistungen", ein erschleichen setzt aber IMHO Vorsatz vorraus der im Zweifel nachgewiesen werden muss (spätestens beim 2. mal erwischt werden wäre das aber vor jedem Gericht der welt der Fall). Das ganze ist aber meine persönliche Rechtsauffassung, ob es vor Gericht standhalten würde k.a. und ohne finanzielle Reserven auf keinen Fall zu empfehlen.

In deinem Fall würde ich die Inkassokosten zurückweisen, mir das Geld irgendwo leihen und direkt an die DB zahlen.

Antwort
von LustgurkeV2, 31

Sei froh daß du bei einem Betrugsdelikt relativ günstig davon gekommen bist. Ich will gar nicht erst davon anfangen daß du dir -trotz der hohen Fahrpreise-   den Ärger hättest sparen können.

Kommentar von dasallesnervt1 ,

Ja wenn mensch sich eben aufgrund der hohen fahrpreise diese leisten kann, dann läuft da irgendwas schief oder? und lol, betrugsdelikt schwachsinn, maximal erschleichung von dienstleistungen und das fällt da in der form nicht drunter. ich sollte aufhören solche fragen um die uhrzeit zu stellen.

Kommentar von BalTab ,

Immer wider geil, wenn Leute Zivil- und Strafrecht verwechseln...

BETRUG ist Strafrecht (ÖFFENTLICHES RECHT), in dem Fall geht es um VERTRAGSRECHT (ZIVILRECHT)

Die 60 Euros sind KEINE "Strafe"!

Antwort
von BalTab, 16

Wichtig wäre zu wissen, ob du volljährig bist. Als Schüler würde ich das aber  zuerst verneinen.

Demnach wäre das "Erhöhte Beförderungsentgelt" von vorne herein unzulässig gewesen. Als unter 18 bist du nur beschränkt geschäftsfähig, du darfst Geschäfte nur im Rahmen des Taschengeldparagpraphen abschließen, Verträge (mit Ratenzahlung) und / oder Geschäfte zu deinem Nachteil darfst du gar nicht abschließen. 

Bei dem erhöhten Beförderungsentgelt handelt es sich aber um einen Vertrag zu deinem Nachteil, Der Vertrag zwischen dir und dem Beförderungsunternehmen ist daher nichtig. die Forderung unzulässig.

Die Einzelheiten, auch dazu, was du tun musst (!!!), findest du hier!

http://www.advopedia.de/news/ratgeber/lenssens-tipp-inkasso-gegen-jugendliche

Das ist KEINE Einladung zum "Schwarzfahren"!!!

Unabhängig von den  hier genannten Zivilrechtlichen Belangen ist die "Erschleichung von Leistungen" strafbar.

§ 265a
Erschleichen von Leistungen

(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Das ist aber StGB, und nicht wie bei deinem Fall BGB.

Antwort
von Georg63, 31

Die Inkassogebühren brauchst du nicht zahlen. Zinsen dürften nur ein paar Cent sein.

Wenn du die 65 Euro + 5 Euro Mahngebühren aufbringen kannst, zahle sie direkt - notfalls in Raten (25 - 25 - 20 Euro) über max. 3 Monate direkt auf das Konto der Bahn - nicht an die Inkassoabzocker.

Der Inkassofirma schreibst du, dass du die Gebühr direkt an die Bahn zahlst und sie sich ihre Mahnungen sparen können, da du deren Mahngebühren nicht bezahlen wirst. die schreiben dann noch paar Drohbriefe und der Fall ist erledigt.

Wenn über keinerlei Einkommen verfügst und deine Familie dafür nicht aufkommen mag, schreibst du der Bahn, dass du als Schüler nicht zahlungsfähig bist und daher jegliche Inkassomaßnahmen sinnlos und damit unzulässig sind.

Der Inkassofirma schreibst du, dass du zahlungsunfähig bist und du egal was passiert, deren Gebühren nie anerkennen und bezahlen wirst.

Vermutlich wird dann ein Anwalt mahnen und einen Mahnbescheid veranlassen.

Falls du es soweit kommen lassen musst, melde dich wieder wegen der weiteren Vorgehensweise. Wird dann halt teuerer und du zahlst von deinem ersten Lohn.

Kommentar von LittleMac1976 ,

Also ob du da mal nicht falsch liegst. wenn Unternehmen ihre Forderungen an Inkasso Firmen abgeben, musst du es auch mit dem Inkasso klären und dort zahlen. ich würde das nicht so auf due leichte Schulter nehmen.

Kommentar von franneck1989 ,

wenn Unternehmen ihre Forderungen an Inkasso Firmen abgeben, musst du es auch mit dem Inkasso klären und dort zahlen.

Das ist in der Regel einfach nur falsch. Auch wenn eine Inkassofirma eingeschaltet wird, ändert sich am Schuldverhältnis zwischen Schuldner und Gläubiger rein gar nichts - d.h., die Bahn ist weiterhin Gläubiger und an die darf selbstverständlich gezahlt werden.

Kommentar von EXInkassoMA ,

LittleMac und Foobar liegen falsch

Kommentar von FooBar1 ,

Die Vorderzähne wurde verkauft. Das Inkasso unternehmen hat jetzt das Recht auch das Geld. Ich würde zahlen wenn du vorhast irgendwann einen poitiven Schufa Eintrag zu haben für ein Konto oder Kredit

Kommentar von franneck1989 ,

Die Vorderzähne wurde verkauft.

Wie kommst du auf dieses schmale Brett? Steht hier irgendetwas von einer Abtretung?

Das Inkasso unternehmen hat jetzt das Recht auch das Geld.

Nein, hat es nicht. Sollte es tatsächlich eine Abtretung gegeben haben, dann würde es sich sogar strafbar machen, wenn es Gebühren fordert. Wenn es keine Abtretung gab, hat es Anrecht auf genau 0,-

Kommentar von mepeisen ,

Zur Ergänzung von Frannecks Beitrag: Lest mal beispielsweise bitte §407 BGB. Das beantwortet, warum LittleMac und FooBar einfach nur daneben liegen.

Antwort
von driouch187, 33

Bezahl das einfach frag deine Eltern Geld kommt und Geld geht

Kommentar von Georg63 ,

Wenn du zuviel davon hast, zahl du es doch für ihn^^

Kommentar von driouch187 ,

würde ich ihn kennen wäre es ein guter freund bestimmt aber warum sollte ich

Kommentar von Georg63 ,

eben - und warum soll nun der Frager unsinnige Inkassogebühren zahlen wenn er das nicht muss?

Kommentar von dasallesnervt1 ,

Joa meine Eltern sind da leider nicht so spendabel, aber immerhin ein lösungsansatz und nicht so ein schwachsinn

Kommentar von driouch187 ,

weil er die so oder so bezahlen muss und für nen Richter mehr bezahlt mit Inkasso legt man sich lieber nicht an

Kommentar von franneck1989 ,

Sorry driouch, aber du scheinst von dem Thema nicht die leiseste Ahnung zu haben

Kommentar von Georg63 ,

Mit Inkassofirmen und -anwälten habe ich mich schon des öfteren angelegt. Sie haben nie auch nur einen Cent von mir bekommen, egal wie lang sie gejammert haben.

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