1

...Berechnung des tatsächlichen Existenzminimums für eine Einzelperson...

Frage von TripleT TripleT

Ich rede hier nicht von geltenden gesetzlichen Regelungen, sondern von der Frage nach dem "Was braucht ein Mensch, um eine Existenz zu haben ?" und der zugehörigen Berechnung...

Wenn Variablen wie "Warmmiete pro Quadratmeter und Monat" und "kcal pro Tag" ( ...also für die Lebensmittel-Versorgung nicht in € rechnen, sondern in kcal pro Tag... ) zur Bildung einer Formel zur Berechnung des tatsächlichen Existenzminimums für eine Einzelperson verwendet werden sollen, wie könnte eine solche Formal dann ausseh'n ? - Was für Variablen müsste man für das Existenzminimum unbedingt berücksichtigen ?

Wie gesagt, sollen Variablen benutzt werden... - Ihr müsst in den meisten Fällen keine Zahlenwerte eintragen... - Bei der Variable "Warmmiete pro Quadratmeter und Monat" wäre es meiner Meinung nach aber sinnvoll, schon dabei zu schreiben, wie viele Quadratmeter eine Einzelperson mindestens braucht... - Diesen "Raumbedarf" würde ich aufteilen in "privater, intimer Raumbedarf" und "Raumbedarf zur gemeinsamen Nutzung mit anderen Personen"... - In letztere Kategorie würden beispielsweise Räume wie Küche, Wohnzimmer, Keller und/oder Waschküche fallen... - Zum "privaten, intimen Raumbedarf" würde ich jetzt 'mal das Schlafzimmer und vielleicht einen eigenen Hobby- oder Arbeitsraum zählen, selbst, wenn man in einer Partnerschaft ja das Schlafzimmer zumeist mit dem Partner teilt... - Mit einem WG-Mitbewohner oder mit Kindern/Eltern würde man es in der Regel ja nicht teilen...

Wie sieht's mit Kosten für regionale Mobilität aus ? - Muss man die berücksichtigen, wenn man die Existenz des Menschen sicher stellen will ? - Wenn ja, wie könnte man das in der Formel umsetzen ?

Was für Dinge habe ich vergessen, die unbedingt mit berücksichtigt werden müssten ?

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (4)

  • 1
    Antwort von moien57 moien57

    Existenzminimum ? einen trocknen Schlafplatz (Zelt) , eine Decke, Beeren zum essen (Wald), Wasser zum trinken, nicht mehr.

    Kommentar von tinimini tiniminitinimini

    Dann wären die Wälder bald geplündert!

    Kommentar von TripleT TripleT

    "Cogito ergo sum..." - "Ich denke, also bin ich..." - Geht's nach diesem berühmten Sprichwort ( Ist es von Sokrates ? ), ist geistige Arbeit eine Grundbedingung für die Existenz des Menschen... - Bei Deinem Beispiel mit dem Zelt im Wald und Ernährung durch Beeren und dergleichen, ist da die geistige Arbeit schon enthalten ? - ...oder geht's da nicht eher nur um's Überleben ? - Ist Existenz nicht mehr als das ?

    Kommentar von gansh ganshgansh

    da fällt mir der beurlaubte gymnasiallehrer ein,der hier vor jahren auftauchte und im zelt im wald(meinem eigenen)lebte und sich ganz der hiroshima bombe bzw.deren auswirkungen gewidmet hatte und enttäuscht war,dass niemand grosses interesse zeigte,allerdings auch nicht verstand,dass sein eigener vater,ein arbeiter,über seinen sohn,der es nun geschafft hatte und ein studierter geworden war,ob dessen vagabundenleben den kopf schüttelte.

    Kommentar von TripleT TripleT

    ...Grundgesetz Artikel 1 : "Die Würde des Menschen ist unantastbar."... - Das gilt auch für selbst gewählte alternative Lebensweise, die ein Mensch an den Tag legen kann... - "Dein" beurlaubter Gymnasiallehrer hat sich selbst ausgesucht, dass er gerne in einem Zelt leben möchte... - ...also ist das für ihn die Art und Weise gewesen, wie er sich ein würdevolles Leben vorstellte... - ...und genau das ist ein Bestandteil der Aussage von Artikel 1 des Grundgesetzes, dass dies auch von anderen Menschen gewürdigt werden muss, weil ja die Würde des Menschen, der sich eine solche Lebensweise ausgesucht hat, unantastbar ist... - Das "selbst gewählt" ist hierbei von wichtiger Bedeutung...

    Wenn aber jemand für sich selbst genau das nicht als würdige Lebensweise ansieht, darf man ihn nicht dazu zwingen, in einem Zelt sein Dasein zu fristen... - Sicher muss das auch Grenzen haben, die einigermaßen "vernünftig" und "tragbar" sind... - Die Frage ist, was alles dazu gehört, zu einer würdigen Existenz... - Sicher ist das individuell verschieden... - ...aber es geht hier ja um die Nutzung von Variablen... - Die "Warmmiete pro Quadratmeter und Monat" würde im Fall "Deines" beurlaubten Gymnasiallehrers eben verschwindend gering sein, weil er sich halt ein Zelt als seine Wunsch-Behausung ausgesucht hat und das Zelt zumindest keinen Luxus bedeutet, wodurch das Zelt zu einer "tragbaren" und "vernünftigen" Behausung wird... - ...aber die Variable für die Miete sollte in der Formel vorkommen... - Hat die Variable dann im Einzelfall den Wert "0,00 €", ist das ja okay... - Der Wert der Variablen "kcal pro Tag" dürfte aber wohl kaum auf 0 sinken dürfen, denn irgendwo muss dann die Fürsorge der Gesellschaft für den Einzelnen einsetzen... - Es geht hier ja nicht um "Der Mensch hat so und so viel verdient...", sondern um "Der Mensch braucht so und so viel..."... ;-)

  • 0
    Antwort von frettlein frettlein

    Ich kenne welche, die können sich keine neue Kleidung, keine Medizin, keine Santärartikel, keinen Frisör, keine Fahrkarte, einfach gar nichts leisten. Und die Kinder müssen hungern.Und es wird immer weiter gekürzt. Ich muss übrigens von Grundversorgung "leben", weil ich u.a. in der Jugendpsychiatrie zum Krüppel "behandelt" wurde, obwohl ich, als traumatisiertes Gewaltopfer dort hin kam.Und jetzt wird man noch als Sozialschmarotzer beschimpft.

    Kommentar von TripleT TripleT

    Solche Fälle kommen viel zu oft vor und zeigen, dass es in unserer Gesellschaft keineswegs gerecht zugeht... - ...aber meine Frage lautete ja nicht : "Wem sollte welche Leistung zustehen ?", sondern : "Wie müsste eine Formel zur Berechnung des tatsächlichen Existenzminimums für eine Einzelperson aussehen, wenn man Variablen benutzt, um die individuell unterschiedlichen Bedürfnisse des Menschen zu berücksichtigen ?"... - ...und seit eben hab' ich die Fragestellung ein wenig verändert, indem ich aus dem "tatsächlichen Existenzmiimum" das "tatsächliche soziokulturelle Existenzminimum" gemacht hab', weil ich entsprechend der Aussage "Cogito ergo sum..." es für die Existenz des Menschen für unbedingt notwendig erachte, dass der Mensch nicht nur vegetiert, sondern dass er auch geistige Arbeit leisten kann...

    Wie könnte also eine solche Formel aussehen ?

    Kommentar von gansh ganshgansh

    wenn familien nicht klar kommen und kinder hungern,liegt das an der UNFÄHIGKEIT der familienoberhäupter,aber nicht an kürzungen---es gibt in unserem system soviel unterstützungsangebote,man MUSS sich allerdings kümmern.

    Kommentar von TripleT TripleT

    Wenn Du das so verallgemeinerst, gansh, muss ich Dir widersprechen... - ...und das ganz vehement... - Ich habe einige Monate ehrenamtlich in einer Beratungsstelle für Wohnungslose gearbeitet und habe mit erlebt, wie manche Menschen darum kämpfen müssen, überhaupt ein Dach über den Kopf zu bekommen, obwohl es "soooo viele Unterstützungsangebote und Hilfen" gibt... - Manchmal reicht das alles eben doch nicht, selbst, wenn man sich richtig viel Mühe gibt und anstrengt... - Es gibt genug Fälle, die das beweisen... - ...und Du darfst gerne damit rechnen, dass das etwa 0.7 bis 1 % der Gesamtbevölkerung betrifft... - Ich habe jetzt ganz bewusst die jenigen nicht mit gerechnet, die in die Beratungsstelle kamen und sich nicht helfen lassen wollten oder sich bewusst dafür entschieden haben, "gegen das System zu sein" und nur zu schimpfen...

  • 0
    Antwort von gansh gansh

    das ist individuell: kenne einen in berlin,der 75m2 altbau (preisgünstig)bewohnt und zum eigentlichen wohnen wenig platz hat,weil er seit jahren sammelt---kein messi!zur mobilität:der typ hat nen ziemlich grosses auto,welches nur ca.3-5tkm im jahr bewegt wird,weil er in der stadt alles per fahrrad erledigt.der bekommt ca.800€ rente.ein anderer fall hier in der nachbarschaft: eine wohlsituierte dame,die eine villa mit ca.200m2 allein bewohnt und auch komplett heizt---die hat auch ein auto in der garage,welches 10-12 jahre alt ist und ca.5000km auf dem tacho hat.die bekommt ca.3500€ pension.

    Kommentar von TripleT TripleT

    Würdest Du also den Platzbedarf für eine eventuelle Sammelleidenschaft zum notwendigen dazu rechnen, gansh ? - ...dann müsste ich wohl auch bald 'ne größere Wohnung bezieh'n... lach

    ...und ein Auto ist auch zwingend notwendig ? - ...oder gilt die Notwendigkeit nur in bestimmten Gegenden oder nur bei bestimmten Berufen/Arbeitsplätzen ?

    Wie würdest Du eine solche Formel bilden, die das notwendige beinhaltet, die aber so viele Variablen verwendet, dass man mit dieser einen Formel für jede Einzelperson das tatsächliche Existenzminimum berechnen kann ?

    Kommentar von gansh ganshgansh

    ich kann keine formel bilden,weil es zu individuell ist.

    Kommentar von TripleT TripleT

    Wir können ja versuchen, uns langsam da hin zu arbeiten... - Ich fange 'mal an, eine kleine Liste aufzustellen, von Voraussetzungen, die erfüllt sein muss, damit ein Mensch eine würdige Existenz hat :

    1. Der Mensch muss gesund überleben können... - Dazu gehört, dass er genügend geeignete Nahrung hat... - Dafür hatte ich die Variable "kcal pro Tag" vorgesehen, damit die Menge an Nahrung stimmt... - ...und die medizinische Grundversorgung gehört dazu... - Die muss sicherstellen, dass der Mensch, wenn er nicht versehentlich zu irreparablem Schaden kommt, seine Gesundheit zu erhalten imstande ist...
    2. Der Mensch muss eine angemessene Wohnung haben... - Dazu gehört, dass er seine Privatsphäre haben kann, dass er Nahrung zubereiten kann und dass er sich selbst pflegen kann... - Beim soziokulturellen Ansatz gehört natürlich auch dazu, dass er individuellen Freizeitbeschäftigungen in der Wohnung nachgehen kann...
    3. Der Mensch muss auch außerhalb seiner Wohnung dazu in der Lage sein, am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben Teil zu haben... - Dazu gehört unter anderem, dass der Mensch sich bilden kann, dass er an sozialen Veranstaltungen teilnehmen kann, dass er Unterhaltung erleben kann, dass er sich politisch einbringen kann, dass er sich professionell engagieren kann... - Ihm muss möglich sein, soziale Kontakte zu pflegen und dergleichen... - ...aber all das darf ihm auch nicht aufgezwungen werden...

    Hab' ich noch irgend'was vergessen ?

    Kommentar von gansh ganshgansh

    die menschen müssen sich auf dauer vertragen---da sehe ich das grösste problem.

  • 0
    Antwort von tinimini tinimini
    Kommentar von TripleT TripleT

    In der Wikipedia steht zunächst 'mal :

    "Als Existenzminimum (auch: Notbedarf) bezeichnet man die Mittel, die zur Befriedigung der materiellen Bedürfnisse notwendig sind, um physisch zu überleben; dies sind vor allem Nahrung, Kleidung, Wohnung und eine medizinische Notfallversorgung.

    Wie die Armutsdefinition ist die Definition des Existenzminimums immer kulturspezifisch und relativ.

    Das soziokulturelle Existenzminimum garantiert über das physische Existenzminimum hinaus ein Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben."

    Versuchen wir's doch 'mal, die Formel so zu bilden, dass das "tatsächliche soziokulturelle Existenzminimum" für eine Einzelperson dabei heraus kommt... - ...also inklusive dem Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben... - ...aber nicht die Pflicht der Teilhabe... - Was für Variablen müssen wir dann berücksichtigen ?

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.