Frage von Kartoffelbluete, 102

Welches ist ein bequemer Fahrradsattel?

Ist ein eher harter Sattel oder ein weicher? oder kommt es auch auf andere Faktoren an?

Macht eine Gel-Auflage wirklich Sinn?

Der Hintern sollte nach 2 Tagen Radtour nicht schmerzen. Hat jmd Erfahrung?

Antwort
von WeiSte, 95

Wie hier schon gesagt wurde, spielt die allgemeine Gewöhnung ans Radfahren natürlich auch eine Rolle. Aber mal zum Sattel selbst:

Erst mal vorab: irgendwann wird jeder Sattel unbequem, bzw. der Hintern schmerzt. Es ist aber ein Unterschied, ob das nach 120 km / 6 Stunden passiert oder schon nach 30 km / 1,5 Stunden.

Es kommt aber nicht nur auf den Sattel selbst an sondern auch auf die Satteleinstellung. Normalerweise sollte die Sitzfläche genau waagrecht montiert sein, dann sitzt man optimal. Bei zu viel Druck im Steißbein kann es aber helfen, den Sattel hinten minimal tiefer zu stellen, als vorne und bei Druck im Dammbereich umgekehrt. Dass der Sattel in der richtigen Höhe eingestellt sein sollte, versteht sich natürlich auch - dass schon aus dem Grund, um optimal treten zu können und z.B. Schmerzen in den Knien zu vermeiden.

Grundsätzlich bevorzuge ich eher einen harten Sattel, als einen weichen. Ein weicher Gelsattel mag erst mal bequem wirken, aber nach relativ kurzer Zeit wird der meiner Erfahrung nach sehr unbequem. Zudem schwitzt man auf Kunststoffsätteln mehr als auf Ledersätteln. Ich habe schon einige, auch relativ teure, Gelsättel ausprobiert, aber wirklich überzeugt hat mich keiner.

Ich schwöre deshalb auf Brooks Leder Sättel:

http://www.brooksengland.com/catalogue-and-shop/saddles/

Die sind nicht billig und anfangs wirklich SEHR hart. Man muss die also unbedingt eine ganze Zeit lang einfahren. (So einen Sattel erst kurz vor einer längeren Radtour kaufen, ist also keine gute Idee.) Wer das nicht weiß, wird vielleicht enttäuscht sein und sich über das viele "rausgeworfene Geld" ärgern. Das gilt übrigens auch für die "Aged" Modelle, die angeblich vom ersten Tag an bequem sind. Also auf keinen Fall nach ein oder zwei Touren aufgeben und den Sattel wieder abmontieren. Meiner Erfahrung nach muss man die einige hundert Kilometer lang einfahren, bis sie wirklich top bequem sind. Wenn so ein Ledersattel dann aber erst mal eingefahren ist, passt er dem Hintern, wie maßgeschneidert. Dann kann man es auch stundenlang darauf aushalten und es gibt nichts bequemeres mehr.

Die Nachteile (außer der anfänglichen Härte, wenn er neu ist) möchte ich auch nicht verschweigen: So ein Sattel verträgt grundsätzlich kein schlechtes Wetter, d.h. Nässe ruiniert das Leder. Er verlangt nach regelmäßiger Pflege, kann - falls es doch mal nass geworden ist - außerdem abfärben und wenn es sich um ein Modell mit Federn handelt, auch mal nervig quietschen. Diese Nachteile werden aber durch die extreme Bequemlichkeit mehr aus ausgeglichen.

Ich fahre an meinen drei Rädern verschiedene Brooks Sättel, aber an meinem "guten" Rad für längere Radtouren den Brooks B17 Imperial, mit gelochter Sitzfläche. Dadurch wird der Druck auf Steißbein, etc. nochmal zusätzlich minimiert. Der Preis von 110 Euro laut Brooks Homepage sollte übrigens nicht abschrecken, den Sattel gibt es in der Praxis für ca. 80 Euro und jeder Euro davon lohnt sich. Die "S" Versionen (z.B: B 17 S Imperial) sind übrigens die Damenversionen, d.h. von der Form her etwas kürzer und breiter.

Kommentar von Olaf68 ,

Ledersättel haben noch einen entscheidenden Vorteil: Sie sind im Winter nicht kalt und es bildet sich meistens nichtmal Kondenswasser darauf; wie auf den meisten anderen (Gel-)sätteln.

Im Sommer schwitzt man wesentlich weniger. Gegen Naßwerden benutzt ich alte Brottüten; es gibt allerdings auch extra Sattelabdeckungen. Verstauen kann man die unter der Satteldecke im Gestänge.

Antwort
von kuku27, 68

eine Frage die nicht beantwortbar ist. Kurze Strecken selten fahren geht mit weichen Sätteln recht gut.
Lange Strecken und oft fahren geht mit harten besser.

Zur Erklärung: Wer oft fährt und gut Trainiert ist der fährt auch schneller. DFas geht aber nur wenn du mehr Kraft auf die Pedale gibst. Jedes Kilo auf den Pedalen entlastet den Hintern. Weiche Sättel verformen sich stärker und neigen dazu nach mehreren Stunden den Oberschenkel innen aufzureiben. Weichere und gefederte Sättel erlauben den Po sich in der Höhe um mehrere Zentimeter zu bewegen. Jede Höhenbewegung vernichtet Energie die dann für den Vortrieb fehlt.

Daher haben Rennfahrer eher harte Sättel.

Für 2 km zum Einkaufen ist es egal und da sind weiche angenehmer.

Ich organisiere alle Jahre Ausfahrten über 4 Tage. Meine Erfahrung daraus:

Ich selbst fahre nur Rennrad mit hartem Sattel und Fahreten bis 200km sind da auch kein Problem für den Po. Bei diesen Fahrten in langsamen Tempo spüre ich dann auch meinen Po weil ich nicht soi fest treten darf und daher mit mehr Gewicht sitze. Ich sage spüren und nichts von Schmerzen.

Die Teilnehmer, oft untrainiert, haben da mehr Probleme. Vom ersten bis zum dritten Tag steigen die Schmerzen und am vierten Tag gibt es meist keine Probleme mehr.

Ich empfehle: KEIN weicher Sattel, KEIN extrem harter Sattel sondern einen schmalen Sportsattel im härteren Bereich. Gelfüllung ist gut. Für gemütliches fahren kann man auch eine gefederte Sattelstütze verwenden, finden die meisten gut. Ich mag so etwas nicht.

Antwort
von vierfarbeimer, 73

Wenn du kein routinierter Radfahrer bist, wirst du deinen Hintern nach 2 Tagen mit jedem Sattel spüren. Sowohl im Fachhandel als durch den Onlinehandel ist es ja möglich, die Sättel ein Paar Tage lang auszuprobieren.

Man sollte einen Fahrradsattel mehr als eine Körper Stütze wahrnehmen als komfortable Sitzgelegenheit. Deshalb sollte man sich tendenziell mit härteren Sätteln anfreunden.

Antwort
von Franek, 51

Also ich habe auch bisher immer gelesen, dass weiche und Gel-Sättel anfangs bequem sind, bei Besorgungen in der Stadt.
Aber wenn man länger fahren will, sollte man einen harten Sattel nehmen und sein Sitzfleisch daran gewöhnen. Weil der weiche Sattel irgendwann nachgibt und es dann irgendwo übel reibt -er unter'm Strich also auf Dauer wesentlich unbequemer ist, wenn man lange fahren will.

Antwort
von ghost40, 52

Viele wollen es kaum glauben, aber selbst ein Carbonsattel (z.b. speedneedle) kann sehr bequem sein. Gewöhnen musst du dich an alle.

Von einem Gelsattel kann ich dir nur abraten!

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