Frage von lindgren, 106

Benötigt die kath. Kirche wirklich so dringend Spenden für eine Kirchensanierung im Ort?

Da ich auch in meinem Wohnort Mitglied im Gartenbauverein bin, war ich bei der Jahreshauptversammlung sehr irritiert. Da war doch der kath. Pater und erhielt eine Spende von über 700 Euro für die Kirchensanierung. Andere Vereine im Ort zogen natürlich mit. Die Kirche wird seit fast einem Jahr saniert, im Mai soll diese wieder geöffnet werden.

Hinzu kommt, dass gestern eine Frau von Haus zu Haus gegangen ist, um zuzätzlich Spenden für die Kirchensanierung zu sammeln. Ich habe ihr nichts gegeben (bin evangelisch getauft und aus der Kirche ausgetreten) - mit der Begründung, dass die kath. Kirche mehr als genug Geld haben sollte und nicht auf Spenden angewiesen ist.

Natürlich hat sie mich angeguckt, als ob ich in die Hölle fahren würde...aber egal.

Bin ich den falsch daran, dass die katholische Kirche wohl kaum auf Spenden angewiesen sein dürfte um ihre Häuser instand halten zu können?

Danke und einen schönen Freitag wünscht euch eine irritierte lindgren.

Antwort
von Eselspur, 24

Der Erhalt con Alten Bauwerken ist teilweise unglaublich teuer, das sind oft Spenden notwendig.

Alle die von der "reichen Kirche" daherreden mögen sich für die Realität vor Ort interessieren: was eine Kirchenrenovierung kostet wird veröffentlicht, genauso wie der Haushalt der Diözesen.

Antwort
von KRABBENFISCH, 53

ich bin auch aus der Kirche ausgetreten, Spende aber dennoch mehr als genug für Projekte die mir am Herzen liegen, das sollte man auch so machen, denn wenn man aus der Kirche (wie ich) austritt aus dem finanziellen, das man nicht einsieht etwas dafür im allg. zu zahlen, dann sollte man aber mindestens das gleiche Geld wiederrum an Projekte spenden, die man gut heißt, man kann ja nicht nur nehmen, sondern es ist selbstverständlich auch ein geben dabei - zu deiner Frage: Ja, ich würde sagen auf die Spenden sind sie durchaus angewiesen, eine Kirchensanierung kostet nicht nur ein paar 100 Euro, das geht bis in den 100.000 Euro bereich, wenn nicht sogar weitaus höher, je nachdem wie Sanierungsfällig diese Kirche ist, aber Kirchensanierung sind selbst klein sehr, sehr teuer...

Kommentar von lindgren ,

Naja....wenn ich mir angucke, was Tebartz van Elst für seine Kirche ausgegeben hat.....so teuer wird es hier nicht im Ort, bei weitem nicht. Und wir sind auch selbst für die Instandhaltung unserer Häuser zuständig.

Kommentar von KRABBENFISCH ,

nun gut, das war aber auch auf gut deutsch ein Idiot vom Herren :D - genau deswegend spende ich auch nur an Projekten die mir wirklich am Herzen liegend und ich weiß wo das Geld hingeht, z.B. an Kinderheime der caritas etc.

Kommentar von waldfrosch64 ,

Schau mal unter:

google :Faktencheck Limburg Tebartz van Elst nach .

viel vergnügen dabei !

Antwort
von andreasolar, 15

Sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirche müssen sich die örtlichen Kirchengemeinden an den Sanierungen beteiligen. Das kannst du dir hier mal anschauen:

http://www.st-viktor-damme-new.de/einrichtungen/kirchensanierung.html

http://www.urbanskirche.de/Finanzierung.php

Antwort
von PoisonArrow, 20

Hach ja, die arme Kirche.....

Als zweitstärkstes Unternehmen in Deutschland (knapp hinter VW) hat man es sicherlich nötig, den Klingelbeutel in die Runde zu schicken.

Vor allem DANN schwillt mir die Ader, wenn sie (die Kirche) mit ihren Milliarden-Einnahmen irgendwelche Leute anschnorrt, damit ein halbes Jahr später so ein barmherzig dreinblickender Bischof / Kardinal ..whatever.. eine Doppelseite im "Stern" füllt, wo er sich mit einem Rudel schwarzer Kinder im Arm feiern lässt, weil die Kirche für 10.000,- Euro einer Dorfschule in Ruanda die sanitären Anlagen erneuert hat.
An dieser Stelle nochmals Dank an alle Spender.

Das deutsche Muttchen blättert den "Stern" durch, vergießt nochmal ein oder zwei Tränen, und sieht sich in ihrem Tun und Treiben bestätigt.

Famos, das Geschäft mit dem Spirit.
Es funktioniert.

Schön, dass DU die Sammeltante in die Wüste geschickt hast!
YES!!!

Liebe Grüße, ------>

Antwort
von JTKirk2000, 24

Sehe ich ähnlich. Ich würde es verstehen, wenn eine Kirche auf freiwillige Spenden angewiesen wäre, aber die Landeskirchen erhalten bereits genug finanzielle Unterstützung durch Kirchensteuern. Wenn die mit den Milliarden nicht haushalten können, ist es das Problem der Kirchen und sollte nicht auf diejenigen abgewälzt werden, die ohnehin schon für die Kirche zahlen, ohne überhaupt gefragt zu werden.

Nicht dass ich falsch verstanden werde. Ich glaube an Gott und gehöre einer Kirche an, aber eben einer solchen, wo es nicht um Kirchensteuern geht, sondern ausschließlich um freiwillige Spenden - aber nicht deshalb, sondern weil ich zwischen der Bibel (Einheitsübersetzung) und meinem persönlichen Glauben weit mehr Vereinbarkeiten sehe, als zwischen der (evangelischen) Kirche, die ich in meiner Kindheit kennen gelernt hatte, und dem was in deren eigener Bibel steht.

Antwort
von ErsterSchnee, 40

"Die katholische Kirche" als Dachorganisation hat vielleicht genügend Geld. Die "katholische Gemeinde" in deinem Ort, die den größten Teil der Renovierung bezahlen muss, hat vermutlich nicht ausreichend Geld und ist auf die Spenden dringend angewiesen!

Kommentar von lindgren ,

Und diese "Dachorganisation" kann das Geld wohl nicht an die jeweiligen Gemeinden mit den kath. Gotteshäuser überweisen?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Augenscheinlich tut sie das nicht sondern übernimmt nur einen Teil der Kosten. (Was aber absolut üblich ist.)

Kommentar von Mamoal ,

Ja weil's halt ,,üblich" ist. So ist es und so wird es immer bleiben .Wenn sich die Gemeinden nicht mal wehren .

Kommentar von ErsterSchnee ,

Und wem ist damit geholfen, wenn die Kirche tatsächlich die gesamten Kosten übernimmt und danach pleite ist? (Die machen sowas ja nicht aus Bosheit, sondern auch aus wirtschaftlichen Erwägungen).

Kommentar von lindgren ,

Wikipedia.

Die Verwaltung der Immobilien, Kapitalanlagen und Liquidität der Kurie obliegt seit 1967 der Administratio Patrimonii Sedis Apostolicae (APSA).[10] Das Istituto per le Opere di Religione (IOR) ist eine Bank im Besitz des Heiligen Stuhls.

Der Gesamtbesitz an Aktien und anderen Kapitalbeteiligungen des Vatikans wurde 1958 auf etwa 50 Milliarden DM geschätzt.[11][12]
Recherchen des Journalisten Paolo Ojetti zufolge sollten im Jahre 1977
etwa ein Viertel der Grundstücke und Häuser Roms der Kirche bzw.
verschiedenen Ordensgemeinschaften gehören. Der Osservatore Romano wies diese Angaben zurück.

2007 sprach man von einem Vermögen zwischen 1,2 und zwölf Milliarden Euro, zu dem Goldreserven
in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten, Immobilien,
Schatzbriefe, Aktien und festverzinsliche Wertpapiere gehören. Das
Vermögen der Vatikanbank IOR liegt Schätzungen des Nachrichtenmagazins L’Espresso zufolge bei rund sechs Milliarden Euro.[13]

Die römisch-katholische Kirche besitzt in Italien rund 10.000
Immobilien. Der Vatikan spart für seine Krankenhäuser, Schulen,
Universitäten, Hotels und Altenheime jährlich etwa 400 Millionen Euro
Grundsteuer. So genüge es für einen Steuervorteil, wenn ein Hotel eine
Kapelle vorweisen könne.[13] Nach eigenen Angaben besitzt der Vatikan selbst 2400 Häuser auswärts, die einen Katasterwert von 450 Millionen Euro besäßen.[14]

Kommentar von lindgren ,

Wikipedia/Deutschland

Der Sozialwissenschaftler Carsten Frerk untersuchte 2001 das Vermögen der römisch-katholischen Kirche in Deutschland.[1]
Nach seinen Berechnungen summierten sich Ende 2002 die Werte von
Grundbesitz, Immobilien, Geldanlagen und Beteiligungen der katholischen
Kirche und der zu ihr gehörenden Institutionen auf ein Vermögen von 270
Milliarden Euro.[2] Die römisch-katholische Kirche sei mit 8250 km² Grundeigentum größter privater Grundbesitzer in Deutschland.[3][4]
Frerk führte im Jahr 2013 neue Berechnungen durch, nach denen sich das
Vermögen der katholischen Kirche 2013 auf bis zu 200 Milliarden Euro
belief. Haupteinnahmequellen der Kirche seien die Kirchensteuer,
Vermögenserträge und Staatsleistungen.[5]

Die Verlagsgruppe Weltbild
gehörte zwölf katholischen Bistümern. Im Januar 2014 meldete die
Weltbild-Verlagsgruppe Insolvenz an, weil diese die weitere Finanzierung
verweigert hatten.[6]

Das Vermögen des Bistums Paderborn beträgt 4 Milliarden Euro; das Erzbistum Köln verfügt über 3,35 Milliarden Euro, das Bistum Limburg über 1,001 Milliarden Euro.[7]

Kommentar von wolfruprecht ,

Carsten Frerk ist leider keine seriöse Quelle.

Seine Daten sind nahezu alle willkürlich zusammengefügt und falsch dargestellt. Da hilft es auch nichts, dass er Sozialwissenschaftler ist.

Deine Daten aus der Wikipedia beziehen sich auf den Vatikan.

Abgesehen davon, kann niemand genau sagen, wie hoch das Vermögen der Römisch-katholischen Kirche in Deutschland und erst recht nicht international ist. Das liegt allein schon daran, dass die rechtlichen Verhältnisse und Unterschiede eine genaue Wertermittlung (bisher) unmöglich machen. Nur ein Beispiel: Das Vermögen einer örtlichen Kirchenstiftung gehört der Gemeinde vor Ort und ist nicht Besitz des Bischofs bzw. der Diözese. Gerade im Berreich Stiftungsrecht ist es nicht (so ohne weiteres) möglich, Dinge einfach queer zu finanzieren, je nachdem der Bedarf ist. Das geht rechtlich nicht so einfach. Deshalb ist es Quatsch, das Vermögen vereinfachend mit konkreten Zahlen zu beschreiben. Außerdem ist es manchmal schlicht unmöglich, einen Immobilienwert anzugeben. Ein Beispiel: Der Kölner Dom ist sicher wertvoll. Aber versuchen Sie mal, den zu verkaufen. Viel Spaß damit! Der zerfällt ganz langsam, weil er schneller zerfällt, als der Dombauhof mit der Renovierung hinterherkommt. Viele Immobilien sind einfach unverkäuflich, von rechtlichen und kirchenrechtlichen Vorgaben mal ganz abgesehen. Da sinkt der mutig angesetzte Immobilienwert gleich mal auf Null.

Antwort
von Mamoal, 31

Sehe ich genauso . Ich bin auch vor 2 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Aufgrund meiner Steuerklasse (5😬) hatte ich im Jahr ca.700,-€ an Abgaben.Und ich sehe absolut nicht ein das sich die katholische Kirche sich dem Wamms vollschlägt mit meinem Geld.Die da ,, oben" haben Milliarden auf der Kante .Und? Es gibt soviele soziale Projekte wo das Geld hin fließen könnte . Ich betone wohl das ich ein christlich erzogener Mensch bin. Und gehe auch natürlich  noch in Gottesdienste .Unterstütze auch mit meiner Tochter z.B.die Jugendfahrt nach Taizé.Nur das ich halt die heilige Kommunion nicht mehr erhalten darf. Ich sag immer Glaube hat nichts mit Geld zu tun.Es ist ein reiner ,, Kommerzverein ". Traurig aber wahr...
Deshalb sollte in eurem Ort das Projekt von der Kirche finanziert werden aber die denkt sich warum? es gibt ja genug Schäfchen die schön alles spenden/ finanzieren.
Ist halt meine eigene Meinung;)

Antwort
von Wonnepoppen, 46

Da du es nicht genau weißt, also nur annimmst, laß "die" spenden die wollen u. mach "du"  es so, wie du es für richtig hältst!

Es wird für so vieles gespendet, wo man nicht weiß, ob es wirklich nötig ist u. auch dahin kommt, wo es hin soll?

Antwort
von Nicolay94, 40

Ich denke auch, dass die Kirchensteuer reichen sollte. Die katholische Kirche ist einer der mächtigsten Konzerne überhaupt. Aber so lange die Leute munter weiter spenden werden sich die Bischhöfe auch in Zukunft Millionenbauten in die Landschaft setzen. 

Von mir würden sie nicht einen einzigen Cent bekommen. Und wenn ich dadurch in die Hölle komme, warten da unten ja immer noch genügend Anwälte.^^

Antwort
von paranomaly, 9

Sollte die Kirche nicht eigentlich das Geld für die ärmeren Menschen sammeln und nicht für sich selbst?

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