Frage von Beatschnitte, 117

Benötige Infos zur MPU und Beantragung eines Führerscheins?

Hallo,

Meinem Freund haben sie vor ca. 10 Jahren den Führerschein entzogen, da er "betrunken" Rad gefahren ist und ihm eine MPU aufgebrummt. Da er damals kurz darauf nach München gezogen ist und er auch nicht genügend Geld hatte um die MPU zu machen, hat er sie bis jetzt nicht gemacht.

Da ich schon Wert darauf lege, dass er einen Führerschein hat wollte ich mich mal im Internet informieren und habe aber leider keine brauchbaren Informationen gefunden. Ich wohne relativ auf dem Land und sollten wir irgendwann mal zusammen ziehen, braucht er den definitiv.

Ich habe mal gehört, wenn man die MPU nicht innerhalb einer gewissen Zeit macht, muss man den kompletten Führerschein nochmal neu machen. Stimmt das denn? Und wie ist das mit Alkoholkonsum, da darf man ja dann ein Jahr lang nichts trinken bevor man die MPU machen kann, oder so?

Außerdem habe ich von einem Bekannten den "Tipp" bekommen, wenn man die MPU nicht absolvieren kann (sei es nun aus finanziellen Gründen, oder sonstigem) kann man den EU-Führerschein nochmal neu in Tschechien machen. Angeblich ist der da nicht so teuer und wird nach einigen Monaten auch in Deutschland anerkannt.

Habt ihr denn Erfahrungen mit so etwas, als alles was dem Entzuge des Führerscheins mit MPU betrifft? Wäre nett, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

Danke

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 64

Hallo Beatschnitte,

allzu gründlich kannst du dich im Netz nicht schlau gemacht haben, denn es gibt viele MPU-Foren die dich hätten aufklären können.... ;-)

Ich habe mal gehört, wenn man die MPU nicht innerhalb einer gewissen
Zeit macht, muss man den kompletten Führerschein nochmal neu machen.
Stimmt das denn?

Die "2-Jahres-Regel" wurde bereits 2008 abgeschafft. Jedoch ist es möglich das die Behörde nach 10 Jahren eine neue theoretische/praktische Prüfung anordnet, da die Fähigkeiten, ein KFZ zu führen, mittlerweile verloren gegangen sein könnten.

Im Paragraphendeutsch:

Danach ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine Fahrerlaubnisprüfung an,
wenn Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der
Bewerber die nach § 16 Abs. 1 FeV (theoretische Prüfung) und § 17 Abs. 1
FeV (praktische Prüfung) erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
nicht mehr besitzt

Und wie ist das mit Alkoholkonsum, da darf man ja dann ein Jahr lang nichts trinken bevor man die MPU machen kann, oder so?

Wie kommst du darauf? Eine anstehende Alk.-MPU bedeutet nicht automatisch das abstinent gelebt werden muss. Noch nicht einmal die BAK kann eine endgültige Aussage darüber treffen. Vielmehr kommt es auf die Trinkvorgeschichte und die Tiefe der Problematik an...

Außerdem habe ich von einem Bekannten den "Tipp" bekommen, wenn man die
MPU nicht absolvieren kann (sei es nun aus finanziellen Gründen, oder
sonstigem) kann man den EU-Führerschein nochmal neu in Tschechien
machen. Angeblich ist der da nicht so teuer und wird nach einigen
Monaten auch in Deutschland anerkannt.

Das war ein eher dummer Tipp des Bekannten, denn ein EU-FS ist garantiert nicht billiger als die MPU.

Zum EU-FS: Man kann nicht mal eben in Tschechien einen neuen Schein machen, sondern man muss für mind. 185 Tage in diesem Land leben und dort auch seinen Lebensmittelpunkt haben (also wirklich dort wohnen, arbeiten etc.) und komplett hier in D abgemeldet sein.

Von daher sollte sich dein Freund auf die MPU vorbereiten (und zwar selber und nicht durch dich ;-)), wenn er Interesse daran hat, vor dem Ende der Tilgungsfrist, wieder Auto zu fahren.

Gruß Nancy

Antwort
von MikeUngarn, 20

Guten Morgen erstmal muss ich dem Vorredner recht geben, Führerscheinentzug wegen Trunkenheit auf dem Fahrrad geht erst ab 1,6 Promille und aufwärts. Das mit den 15 Jahren ist totaler Quatsch. Die gelten nur wenn es ein gerichtlich angeordneter Entzug war, wie ich das verstanden habe ist es aber nur die Fahrerlaubnisbehörde gewesen und kein Gericht, dann sind es nämlich nur 5 Jahre bis die Tilgungsfrist vorbei ist. Nicht kirre machen lassen also. Eine MPU ist sicher billiger - ich gehe mal von so 1.500 Euro mit Vorbereitungskurs aus - als ein Führerschein im Ausland. Wohnsitz ist eigentlich der Hauptkostenpunkt wenn man es legal anstellen will. Der Führerschein selbst liegt sogar unter dem Preis der MPU, der Wohnsitz ist der Hauptkostenfaktor. Man will ja dort auch wohnen können um den Aufenthalt rechtssicher nachweisen zu können, 3 Anreisen mit einem Scheinwohnsitz nutzen deinem Freund da nix. Tschechien ist eh so gut wie zu - zu viel verbrannte Erde dort was ich gehört habe -, die anderen Länder funktionieren noch, ist aber auch immer die Sprachbarriere vorhanden. Der Tip mit der Fahrerlaubnisbehörde ist nicht schlecht, dort nachfragen ob die MPU-Auflage überhaupt noch besteht - aber nicht so. Anfragen unter welchen Voraussetzungen man eine Neuerteilung einer Fahrerlaubnis erlangen kann - rechtsdeutsch. Erst danach würde ich weiter überlegen was zu tun ist und wie. Kannst dich dann - wenn die Fahrerlaubnisbehörde zu hohe Hürden aufstellt - gerne bei mir melden. Ich habe eine Firma in Ungarn die sich dort um die Neuerteilung auf EU-Ebene kümmert und auch den Weg wie es dann auch anerkannt wird in Deutschland. Aber wirklich erst nachdem dein Freund bei der Fahrerlaubnisbehörde war, keine voreiligen Schnellschüsse, geht immerhin um paar Tausend Euro von denen wir da reden. Schönen Tag und viel Erfolg

Antwort
von Strolchi2014, 75

Nach 10 Jahren darf dein Freund sicher den FS noch mal machen. Und um die MPU wird er nicht herum kommen. Dazu gehört auch ein psychologischer Test . Und wenn er Pech hat darf er alle paar Wochen zur Urin Abgabe antreten.

Es wäre sinnvoll wenn er sich mal direkt bei der Führerscheinbehörde erkundigt.

Und wenn er den FS im Ausland macht, gilt dieser , so viel ich weiß nicht bei uns in Deutschland da ja die MPU noch offen ist.

Aber wie gesagt, bei der Führerscheinstelle mal schlau machen.

Antwort
von kubamax, 55

Wenn er eine MPU durch "betrunken Radfahren" aufgebrummt bekommen hat, dann war der Promillewert so hoch, dass problematischer Alkoholkonsum angenommen wird und man Alkohol und Verkehrsteilnahme nicht mehr trennen könnte (oder so ähnlich). Diese Annahme darf eine Behörde machen. Um diese Annahme auszuräumen, muss der Delinquent die nicht vorhandene Alkoholproblematik beweisen, zB durch eine einjährige oder halbjährige kontrollierte Abstinenz (Haar- oder Urinprobe). Vielleicht reicht auch ein Kurs oder nur Leberwerte? Ich würde ca. 100 € ausgeben und einen Verkehrspsychologen fragen (auch beim TÜV). Dann weiß man sicher, was zu tun ist. Den Führerschein muss man nicht mehr ein zweites Mal wie früher machen. Oder du wartest insgesamt 15 Jahre, dann verschwinden die Akten und du kannst den Führerschein holen.

Kommentar von moluwo ,

Nach 15 Jahren verschwindet die Akte, aber auch der Fuehrerschein. Dann folgt das volle Progeamm, Fahrstunden, Theorie , Pruefung ,eben einen neune FS.

Kommentar von kubamax ,

Glaub ich nicht. Die Eintragungen müssen entfernt werden. Nicht der Führerschein.

Kommentar von Beatschnitte ,

Das stimmt nicht ganz! Nach 15 Jahren erlischt die Eintragung, du gehst zur Führerscheinstelle und holst dir einen neuen Schein ab. Aber wir haben jetzt nicht vor, noch 5 Jahre darauf zu warten, dass er den Schein wieder bekommt ;-)

Kommentar von kubamax ,

Aber man muss keine Fahrschule mehr machen, wie in früheren Zeiten.

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