Frage von Baehri36, 76

Benachteiligt es die richtige Partnerwahl, wenn man der Nachfahre von unpassenden Paaren wurde?

Bei der Liebe, da ist es ja so das die "Chemie" einfach stimmen muss.....auch auf Langzeit. Meine Frage ist nur, ob es den Sinn für den richtigen Partner als jetziges Individuum nachteilig beeinflusst / vererbt hat, wenn die Eltern und Großeltern usw. unglückliche Paare waren, die sich also später wieder getrennt haben weil die "Chemie" doch nicht so stimmte - aber schon Kinder gezeugt haben? Daraus würde ja folgern dass man vor allem die attraktiv bzw. anziehend empfindet, die im nachhinein "schlecht" für einen wären?

Antwort
von Kitharea, 18

Es GIBT keine unpassenden Paare. Es gibt nur Paare, wo sich einer oder beide entscheidet die Beziehung nicht wichtig zu nehmen oder die eigenen Bedürfnisse nicht schnell genug erfüllt werden.
Das ist jetzt zwar leicht esoterisch aber es dürfte schon aufgefallen sein, dass man im Leben immer wieder auf denselben Typ Partner trifft. Immer und immer wieder fragt man sich wieso man immer auf den gleichen "Typ" hereinfällt. Anfangs sind alle irgendwie ganz anders als der letzte aber letztendlich stirbt die Beziehung an den selben Problemen.
Die leicht esoterische Erklärung dafür - ich bin allerdings null esoterisch aber für mich klingt das durchaus schlüssig und nachvollziehbar:
Man sucht sich immer einen Partner der etwas hat was einem selbst fehlt. Dieses Ding was einen anfangs so verzaubert ist aber auch genau das was letztendlich angeblich nicht mehr passt. Warum tut man das? Weil - und davon bin ich überzeugt - jeder Mensch bzw. jede Seele versucht komplett zu werden - also von Allem etwas zu bekommen - jede Empfindung jedes Wissen - alles was dazugehört zum Gefühlsleben braucht es um "komplett" zu werden. Was man selbst nicht hat, holt man sich woanders. Beim Partner in dem Fall. Jetzt ist es aber gar nicht so einfach Dinge die man als Fehler sieht einfach anzunehmen und recht schnell stören einen diese am Partner.

Dass er immer zu spät kommt fand man spannend und neu zum Beispiel. Irgendwann denkt man so etwas wie "wegen mir müsste er doch früher kommen und sich bemühen". Nein. Es ist eine Eigenheit die halt so ist bei ihm. Es geht nicht darum dass er sich ändert, sondern dass man selbst lernt das nicht persönlich zu nehmen. Es geht nicht darum ihm zu zeigen wie es sich anfühlt und gleiches zu tun, es geht darum es zu akzeptieren wie der Andere ist. Bestenfalls die Vorteile drin zu sehen. Kommt er zu spät kann ich mir noch einen Kaffee holen und vielleicht ein Buch besorgen. Wenn man dann selbst mal zu spät kommt ist das halt so - ich bin sicher er wird es verstehen. Eigenheiten die man an sich selbst anerkennt - akzeptiert man auch an Anderen. Chill ma sozusagen. Und das gilt für alle Lebensbereiche wo es hakt. Partner sind nicht da um uns zu ergänzen und zu helfen, sondern sie sind da um uns zu zeigen, was uns noch fehlt.

Letztendlich wird man so lange gegen dieselbe Partnerwand laufen bis man effektiv bereit ist an sich selbst was zu ändern - die Akzeptanz für den Anderen. Das gilt natürlich für beide. Niemand sollte sich verändern müssen. Aber man darf drüber reden wie es einem geht. Man darf nur nicht erwarten dass es mehr ist als reden. Theoretisch darf man alles. Solange man in Kontakt bleibt und offen ist und bereit ist an sich zu arbeiten. Man MUSS gar nichts - wie immer - ich erwähns nochmal. Aber ich vermute aus den Aspekten entstehen die Probleme. Theoretisch bin ich sicher man könnte jeden in den man mal verliebt war/ist für ewig lieben - sofern man diese Phase durchsteht. Ein Satz den ich mal gelesen habe gefällt mir dazu ganz gut: Die Verliebtheitsphase einer Beziehung zeigt den Menschen was möglich ist, wenn sie das alles durchstehen - quasi als Belohnung dafür dass beide in der Beziehung gewachsen sind und lieben durften.

Und um auf deine Frage einzugehen - mitunter tun dir Männer/Frauen die wie deine Mama/Papa sind nicht gut - und man entscheidet sich irgendwann für eine andere Art von Partner. Das alles ist legitim - letztendlich kommt nur zusammen was irgendwie zusammen passt. Auch seelisch gesehen.

Antwort
von Andrastor, 25

Mit stimmiger "Chemie" sind wissenschaftlich gesehen, Botenstoffe gemeint, welche als Gerüche aufgenommen werden. Diese geben zum Beispiel Auskunft über die Kompatibilität von Menschen auf Basis der Genetik.

Sprich Menschen deren Geruch wir unangenehm finden, sind genetisch gesehen keine passenden Partner für uns.

Was wir an unseren Eltern und Großeltern über eigene Partner lernen, sagt nur wenig über den Charakter aus, oft sind es Äußerlichkeiten, ein bestimmtes Lächeln, eine gewisse Körperhaltung, Haare, Augen etc. Und weniger das Verhalten der Menschen das wir als "guten Partner" lernen.

Daher ist es egal wie gut deine Eltern oder Großeltern zusammgepasst oder sich vertragen haben, das sagt nichts über deine eigene Partnerwahl aus.

Antwort
von bikerin99, 30

Weshalb sollte es nicht funktionieren?
Jeder kann dazulernen und es besser machen, als die Eltern und Großeltern. Das Paar kann sich darauf focussieren, dass sie respektvoll miteinander umgehen und die Bedürfnisse des anderen achten und viel miteinander kommuniziert.
Das Paar sich also damit auseinandersetzt, wie es andere Paare geschafft haben und wie sie gut gemeinsam leben können.

Kommentar von Baehri36 ,

Da kann man aber noch so sehr mit dem "Kopf" alles regeln, das was im Unterbewusstsein passiert und zu 98% die Liebe steuert, ändert sich so leicht nicht.

Kommentar von bikerin99 ,

Es geht nicht um den Kopf, sondern ums Tun.

Kommentar von Baehri36 ,

ist trotzdem das Oberbewusstsein nur.

Kommentar von bikerin99 ,

Das Thema ist so komplex, als dass man in diesem Forum dikutieren kann. Aber wenn du dich zu diesem Thema mehr vertiefen willst, sind hier Literaturempfehlungen:

Sue Johnson: Liebe macht Sinn. Revolutionäre neue Erkenntnisse über das, was Paare zusammenhält.
John Gottmann, Nan Silver: Die Vermessung der Liebe. (Erkenntnisse aus dem berühmten Love Lab. Gottmann ist Pionier der Paarforschung).

Antwort
von Selorien, 9

Das ist tatsächlich eine bekannte These das viele Menschen genau auf die stehen die sie entweder nicht haben können, oder die schlecht für sie sind. Im Grunde merkt man erst nach Jahren ob man wirklich zusammen gehört oder nicht.  

Kommentar von Ontario ,

Stimmt genau was du sagst. Man merkt erst nach einiger Zeit ob man wirklich zusammenpasst oder nicht. Trennung basiert auf ein nicht mehr mögliches Zusammenleben. Das ergibt sich leider oft erst nach Jahren. Man erkennt Fehler, Eigenarten des anderen die man nicht akzeptieren kann, anfangs aber so nicht erkennbar waren.Das hat nichts damit zu tun, ob sich Eltern oder Großeltern irgendwann mal trennten. Deshalb kann eine Partnerschaft durchaus auch halten. Es gibt viele Ehen die nur deshalb "halten" weil man sich den Kindern zuliebe nicht trennt. Oder man möchte die finanzielle Versorgung  nicht missen und lebt eben nebeneinander her. Ob man sich anfangs findet dürfte daran liegen, ob man sich riechen kann, oder nicht. Ob die "Chemie" stimmt. Da wir aber nicht monogam veranlagt sind gäbe es weitere Partner die man gut riechen kann. Den Partner, oder die Partnerin die man gefunden hat, ist die Auswahl vieler möglicher anderer, die man auch hätte finden können.Es hat eben gerade bei diesem Menschen "klick" gemacht.

Antwort
von voayager, 10

Dein Gedanke läuft hinaus in Richtung Schicksal(sbestimmung), der Mensch als ein bloßes Opfer dser Vergangenheit, die ihn in Stricken hält. Das mag für schwache Lweute zutreffen, aucch solch die nicht an sich arbeiten, nicht aber für Jewne, die Unglückseligkeiten von einst erkennen und dagegen angehen. Wer bewußt lebt und bereit ist, sich zu ändern, der trägt gewiß keine Hypothek mit sich herum.

Kommentar von Baehri36 ,

da hast du im Grunde recht, nur ist an sich arbeiten sehr schwierig, wenn man wirklich in die tiefsten naturalistischen Ebenen in sich hineingeht und dort die Wurzel anpacken will.

Man kann schließlich auch nicht einfach per "Knopfdruck" sagen, dass man sich jetzt in die "richtige" Person verlieben will. Entweder das Gefühl ist wirklich da oder eben nicht und es ist nur künstlich.

Und so verhält es sich ähnlich mit der Persönlichkeitsentwicklung; motivierter oder verantwortungsvoller zu werden ist kein großes Ding, nur für die wirkliche Verinnerlichung und Ausstrahlung dessen, ohne daran bewusst zu Denken, ist ein viel unscheinbarerer Prozesswandel notwendig

Kommentar von voayager ,

das ist wohl wahr

Antwort
von Ranzino, 25

Hmm, kommt vor. Trotzdem siegt da gewöhnlich das Prinzip Hoffnung.

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