Stimmt es, dass unser Schulsystem ungerecht ist und Kinder aus armen und sozial schwachen Eltenhäusern ebenso wie Migranten-Kinder benachteiligt werden?

Lehrer/innen in meinem Bekanntenkreis klagen immer wieder mal in privaten Gesprächen darüber, dass sie miterleben (müssen), wie Kinder aus "gehobenen Gesellschaftsschichten" zum Gymnasium durchgeschleust werden, selbst wenn sie eigentlich zu doof zum Milchholen sind, während Ali, Vladimir und Jussuf trotz guter Noten ausgebremst werden.
Unser aktuelles Schulsystem ist Mist, Mist, Mist -- und alle Beteiligten wissen, wie es zu bessern wäre.

Sie meint, daß arme Kinder und Migranten zwar der Schulpflicht unterliegen, aber Mangels Geld und Vitamin B lange nicht die Chancen auf eine höhere Bildung haben, wie bessersituierte Kinder.
Natürlich können sich die Gruppen um die es geht oft Privat- und Spezialschulen nicht leisten. Aber ansonsten ist unser Bildungssystem so sehr auf Leistung ausgerichtet, daß eher die Eltern finanziel noch mehr ruiniert werden, als sie es u.U. eh schon sind. (Ich spreche aus eigener bitterer Erfahrung).
Allerdings hört das beim Thema Studium an (Fach-)Hochschulen auf. Wer kein Geld hat, muß parallel zum Studium arbeiten, und hat es natürlich schwerer als jemand aus reichem Hause.
Sonderschulen werden meistens von den Jugendämtern bezahlt.
Cador am 1. Mai 2007 19:11 Mir fällt gerade noch ein, das wir in BaWü Lehrmittelfreiheit haben. Aber früher konnte man in anderen Bundesländern Zuschüsse beantragen. Weiß nicht, ob das heute auch noch geht.
Gestern war ein Bericht im Fernsehen, wo sich eine Mutter die Hartz4 bekam beklagte, das die Schule so teuer wäre. Pro Monat steht Hartz4 Empfänger wenn ich mich nicht irre 1,63 Euro zur Verfügung. Davon sollen alle notwendigen Schulausgaben gedeckt werden. Schulmaterialen, Bücher und auch Ausflüge. Im Bericht kam dann noch der Direktor eines Gymnasiums zu Wort, der bestätigte das man im Schuljahr mit Ausgaben von ca. 300 Euro rechnen müßte. Wenn das wirklich so ist, sind diese Kinder benachteiligt. Auch Nachhilfe können sich nur die leisten, die Geld haben. Also schwerer haben diese Kinder es auf jeden Fall.
waterlilies am 1. Mai 2007 20:11 Bei den 300 Euro sind aber noch keine mehrtägigen Exkursionen (Skilager, Klassenfahrten usw.) dabei.
es sind die eltern, die ihre kinder benachteiligen. 300€ schulkosten, die elkera genannt hat, kann ich nicht bestätigen. wir gehören selbst zu den gutverdienern und mein sohn bekommt das kleinste taschengeld der klasse, hat kein eigenes handy und trägt keine markenklamotten. es sind IMMER die angeblich armen kinder, die das ganze arsenal an neuesten schnickschnack haben aber keine karte für die stadtbücherei besitzen - obwohl diese für kinder umsonst ist. elend.
Ja leider kommt das auch mal vor aber ich kenne viele Familien (vor allem Alleinerziehende) die wirklich versuchen ihrem Kind etwas zu bieten (NICHT NUR MATERIELL- Schwimmbadbesuche, Sportvereine Museumsbesuche usw kosten schliesslich auch)! Sie gehen arbeiten und opfern ihre Nachmittage für die Arbeit während ihre Kinder bis 17-19 Uhr in Fremdbetreuung sind. Mit diesem "Opfer" ihre Kinder kaum zu sehen, haben sie aber nicht mehr Geld im Beutel als wenn sie ALG2 bekommen würden!!! Warum? weil sie nur ganz einfache Arbeiter sind! Ich habe eine 5 jährige Ausbildung gemacht und komme mit einem Ganztagsjob auch nur auf ALG2 -Level! DAFÜR opfere ich nicht jeden Nachmittag! Ich gehe halbtags arbeiten um Nahcmittags Zeit für meinen Sohn und zb den Spielplatz zu haben! Wenn ich schon nicht über den ALG2-Level komme dann doch zumindest sehe ich das lachende Gesicht meines Sohnes in den Nachmittagsstunden!!!! ABER dadurch DASS ich arbeiten gehe bin ich immer noch Vorbild für mein Kind und habe etwas im Lebenslauf stehen!
DAS geht leider vielen Leuten so!

Sicher gibt es das, dass der Lehrer etwa dem Arztkind bessere Noten gibt - nicht aus "Vorsatz", sondern weil er es unbewusst für intelligenter hält, als es ist.
Vielfach werden die Ursachen für eine schlechtere "Schulkarriere" aber im Elternhaus gelegt:
Wenn Gespräche dort nicht stattfinden, sondern alle nur nebeneinander vor der Glotze sitzen,
wenn dort gar nicht oder nur ein sehr primitives Deutsch gesprochen wird - auch in rein deutschen Haushalten,
wenn dort ausser BILD nichts gelesen und schon gar nicht vorgelesen wird,
wenn sich für die Kinder und ihre Gedanken niemand wirklich interessiert, sodass sie darüber auch nie sprechen können,
wenn dort "Haben" immer vor "Sein" geht,
wenn Erziehung nur im Kommandoton stattfindet und ohne jede Begründung,
wenn das Kind das einzige Familienmitglied ist, das regelmässig zu einer bestimmten Zeit aufstehen muss,
wenn die Eltern aus religiösen oder anderen Gründen das Kind von Aktivitäten ausschliessen (Turnen, Schwimmen, Klassenfahrten,...),
wenn die Eltern dem Kind durch Worte und Handlungen ständig signalisieren, dass Schule "Quatsch" ist und schulische Regeln nicht bindend und Lehrer sowieso A..löcher,
wie sollen das so erzeugte Weltbild denn in der Schule korrigiert und dem Kind ein anderes Wertesystem vermittelt werden?
DH! Stimme voll mit ein! AAAABER das ändert nichts daran, dass unser Schulsystem das ganze noch verstärkt und somit auch motivierte Familien so stark gebremst werden, dass viele Kinder aus sozialschwachen Familien KEINE CHANCE MEHR HABEN! Ich bin Alleinerziehend und gehe zur Zeit teilzeit arbeiten bekomme noch ergänzend ALG2 (Hartz 4). Mein Sohn ist 4! Es graut mir vor seiner Einschulung! Habe regelrecht Angst davor! Aber ich werde kämpfen...ob ich aber bei Bedarf später mal Nachilfe bezahlen kann bezweifle ich!!! DAS IST UNFAIR!

Sozial schwache Eltern und Migranten können sich in der Regel keine Waldorfschule leisten oder andere kostenpflichtige Schulen, Privatschulen, Internate etc.
Ist es das, was Du meinst? Oder worauf möchtest Du hinaus?

In welcher Form meinst Du die Benachteiligung. Wir haben allgemeine Schulpflicht für alle Schüler!!
UN-Inspektor Vernor Munez bemängelte das "ungerechte deutsche Schulsystem" bei der Vollversammlung der Ver. Nationen, welches angeblich Kinder aus armen und soz. schwachen Elternhäusern und Migranten-Kinder benachteiligen solle. Trifft dies in unserem Lande zu?
Meine Meinung ist, dass Kinder aus soz. schwächerem Hause, ebenso wie Migrantenkinder durch die Schulkosten (Büchergeld, Studiengebühren usw. ), d.h. wegen der nicht möglichen Unterstützung durch das Elternhaus oftmals nicht in der Lage sind, eine weiterführende Schule oder ein Studium absolvieren absolvieren zu können.
Fakt ist,
dass man als ALG2 Empfänger sicher nich einfach mal Geld hat seine Kinder in die Nachilfe zu schicken wenn es Schwierigkeiten bekommt.
Ebenso sind diese Eltern nicht in der Lage Bücher oder andere Materialien zu kaufen!
Dadurch, dass die Kinder häufig mit alten Klamotten herumlaufen müssen die TOTAL aus der Mode sind werden sie häufig auch noch von ihren skrupellosen (leider sind Kinder so) Mitschülern gehänselt somit werden sie schnell zu Aussenseitern. DAS ist der Lernbreitschaft und der Lernfähigkeit nicht gerade behilflich!! ES ist ein Kreislauf aus dem diese Kinder und ihre Eltern dann schlecht wieder herauskommen.
Da die Mietobergrenzen für ALG2 Empfänger ziemlich niedrig sind wohnen sie häufig in sehr kinderfeindlichen Gegenden oder aber auf wenigen Quadratmetern eingefercht!!! Da ist es nicht möglich sich auf Hausaufgaben zu konzentrieren!!! Da gibt es andere Sorgen in solchen Familien!
Ich bin halbtags berufstätig und bekomme ergänzend ALG2! Wenn meine Eltern meinen Sohn nicht regelmässig einkleiden würden dann wüsste ich nicht wovon ich seine Sachen kaufen sollte. Ich muss alle 4 Monate neue Schuhe für ihn kaufen weil er ständig wächst( er ist 4 und trägt Schugröße 32!!!) Ich habe letztes Jahr 100€ für seine Brille ausgegeben! (VON FIELMANN) Das spart man sich von jedem Finger ab!!!!) Das interessiert keinem Politiker!! Stattdessen sind die HOHEN HERREN auch noch stolz auf ALG2!!! NORMALERWEISE MÜßTE ICH DIE HILFE MEINER ELTERN DEM JOBCENTER MELDEN !!! Das würde dann als Einkommen berechnet und mir von meiner ergänzenden ALG2 abgezogen! TOLLE REGELN UND GESETZE HABEN DIE POLITIKER GESCHAFFEN! SUPER!!! Da könnt ich wirklich SPUCKEN!!! DER STAAT SCHREIT SCHLICHTWEG DANACH BESCHISSEN ZU WERDEN!!! Sonst endet man so wie viele Leute in Deutschland, dass sie ihren Kinder nichts zu essen auf den Tisch stellen können! Ohne die Hilfe meiner Eltern wäre das bei mir auf jeden Fall schon soweit gewesen!
SORRY, ABER SOZIALSCHWACHEN FAMILIEN HABEN SEHR WOHL SCHLECHTERE CHANCEN!!!!

Ja das stimmt, aber nicht nur in Schulen. Es geht doch schon im Kindergarten los.
Gruß engelhaar!
Also, am Geld allein liegt es mit Sicherheit nicht nur, denn eine gute Schulbildung kann ja nicht nur der bekommen, der sich eine Waldorf- oder sonstige Privatschule leisten kann. Und dann ist es nunmal z.T. auch so, dass die Eltern in sozial schwächeren Familien und Migrantenfamilien oft aus den sog. "bildungsfernen" Schichten kommen, keine Bücher lesen etc. (siehe Nachbrenner, das ist KEIN Geldproblem, die Stadtbücherei kostet auch für Erwachsene jährlich nur ca. 20 Euro), da bringen die Kinder schon Defizite mit in die Schule, die die Schule dann einfach nicht mehr ausgleichen kann, aber da sind meiner Meinung nach die Eltern in der Pflicht! P.S. Gibt es eigentlich das BAFöG noch?

Eine benachteiligung der ärmeren und imigrierten Kinder kommt nicht nur von der Schule sonder alleine deshalb schon das sie immer in die selben Stadtteile "angesiedelt" werden. Diese Stadtteile haben meist einen schlechten Ruf und somit die Schulen die dort sind auch, dass verringert alleine schon die Chance eines Schülers aus die Schicht sind also schon von grundauf schlechter als die eines Kindes von reicheren Eltern. Dazu kommt noch das Heute soviel von den Kindern verlangt wird das nicht wenige es nur mit einem Nachhilfelehrer diese Anforderung erfüllen können und dass könne sich die ärmeren Familien nicht leisten.
Ja die Mietobergenzen sind sehr unrealistisch und so hat man nur die Möglichkeit in eine "noramlgroße Wohung zu ziehen...in der "Gosse" oder eine viel zu kleine Wohnung in einer "normalen" Gegend! Tja beides nicht sehr förderlich für ein (Schul)Kind!!!
Ich würde nicht von direkter Benachteiligung sprechen, sondern eher von indirekter. Die genannten Kinder kommen in die Schulen und haben von Anfang an Defizite im Vergleich zu den anderen Kindern. Optimal wäre es jetzt, wenn die Schulen durch spezielle Fördermaßnahmen die Mängel beseitigen würden, vor allem die Grundschulen. Weil die dafür zusätzliche Förderstunden (=Lehrerstunden) von den Bundesländern nicht zur Verfügung gestellt werden, bleibt der Rückstand der benachteiligten Kinder gleich groß oder wird sogar größer. Kurz: Diese Kinder hätten zusätzlichen Förderbedarf, den sie aber nicht erhalten. Daran sind in erster Linie die Länderregierungen schuld und nicht die Schulen.
arbeite an einer Schule mit sehr hohen Ausländeranteil, an meiner schule läuft es gut. Migrantenkinder und Problemkinder werden sehr gut gefördert.
DH!!!