In einigen Fällen darf ein Belastungs-EKG nicht durchgeführt werden. Dazu zählen:
* Akuter Herzinfarkt: In den ersten zwei Wochen nach dem Infarkt darf in der Regel kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
* Instabile Herzenge (Angina pectoris): Sie ist das Leitsymptom bei einer KHK. Häufige Symptome sind ein Druckgefühl hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung in die linke Schulter und den linken Arm. Typisch für eine instabile Angina sind jede erstmalig auftretende Angina pectoris, Ruhe-Angina und eine zunehmende Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schmerzanfälle.
* Akute Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis);
* Hohe Ruhe-Blutdruckwerte von 220 zu 110 mmHg oder darüber;
* Frische Blutpfropfbildung (Thrombose) oder Gefäßverschluss durch ein Gerinnsel, das in die Blutbahn verschleppt wird (z. B. Lungenembolie);
* Manche Herzrhythmusstörungen;
* Schwere Herzfehler, z.B. fortgeschrittene Aortenklappenstenose.
Unter Umständen müssen bestimmte Herzmedikamente vor einem Belastungs-EKG abgesetzt werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und ab wann Sie welches Medikament nicht mehr einnehmen sollen. Setzen Sie aber Ihre Medikamente keinesfalls eigenmächtig ab!
Wie wird ein Belastungs-EKG durchgeführt?
Vor dem Belastungs-EKG erstellt der Arzt zunächst ein Ruhe-EKG. Deim Belastungs-EKG wird oft die Fahrradergometrie eingesetzt, also ein stationäres Fahrrad. Es gibt Liege- oder Sitzfahrräder. Meist wird die Belastungsintensität alle zwei Minuten um 25 bis 50 Watt gesteigert. Der Arzt registriert das EKG und den Blutdruck mindestens am Ende jeder Belastungsstufe. Sechs bis zehn Minuten nach Belastungsende werden das EKG und der Blutdruck in der Erholungsphase erneut erfasst.
Die Untersuchung wird in folgenden Fällen vorzeitig beendet:
* Muskuläre Erschöpfung,
* Erreichen der maximalen Herzfrequenz (220 minus Lebensalter),
* Blutdruckerhöhung auf mehr als 240 mm Hg (systolisch) oder höher als 120 mm Hg (diastolisch),
* neu auftretende EKG-Veränderungen und Rhythmusstörungen,
* Atemnot, Blässe, Schwindel,
* Angina pectoris,
* fehlender Blutdruckanstieg unter Belastung,
* Blutdruckabfall;
Ziel des Belastungs-EKG ist es, die maximale Herzfrequenz des Patienten zu erreichen. In diesem Fall ist die Untersuchung aussagekräftig.
Mögliche Komplikationen
Das Belastungs-EKG ist eine sichere Untersuchungsmethode. Selten treten leichte Herzrhythmusstörungen (Extrasystolen) auf. Sehr selten müssen Herzrhythmusstörungen sofort behandelt werden (Defibrillation). In extrem seltenen Fällen kommt es zu einem Herzinfarkt oder akuter Herzschwäche. Daher sollte bei einem Belastungs-EKG immer ein Arzt anwesend sein. NetDoktor.de
Danke.