Frage von Axelski123, 52

Bekommt man wirklich keine Untestützung?

Hallo liebe Mitmenschen,

ich bin gerade etwas verzweifelt. Bitte dringend um Rat.

Ich bin 27 Jahre alt, und gebe offen und ehrlich zu, ich bin nicht einer von diesen Menschen, die schon mit 14 wussten, das sie Manager werden wollen. Ich habe 2 abgeschlossene schulische Ausbildungen. Wirtschaftsinformatik und Technischer Assistent für Informatik. Nach diesen Ausbildungen, habe ich als selbständiger in der Fotografie Branche gearbeitet, und natürlich habe ich schon viele sachen die ich in der Ausbildung gelernt habe, vergessen, oder nie gebraucht.

Nun, ich habe mich Dezember 2015, gemeldetet als arbeitsuchender. Ich bekam eine Arbeitsvermittlerin, die mich dann zu einer anderen Arbeitsvermittlerin geschickt hat, die so zusagen etwas speziellisierter im Bereich Arbeitsvermittlung ist. Ich habe die Frau gefragt ob es den möglich ist das ich eventuell noch eine Ausbildung machen könnte im Bereich Handwerk. Sie meinte ja, das geht, dann soll ich mich so schnell wir möglich drum kümmern. Das habe ich auch gemacht. Habe auch ein Ausbildungvertrag in der Hand. Nun bin ich zu der Arbeitsvermittlerin gegeangen die so zusagen höher sitzt, meine erste. Dieses war sprachlos und meinte das ist nicht möglich, und ich solle mich drum kümmern in meinem Bereich eine Stelle zu finden. Bzw. ich kann die Ausbildung machen, aber ich bekäme keine Unterstützung vom Arbeitsamt.

Was diese Frau auch gesagt hat, es wäre so zusagen unfair anderen Menschen gegenüber, wenn sie das Geld an mich "verschwenden" würden, da ich ja schon 2 Ausbildungen habe.

Ich habe diese Ausbildungen selbst bezahlt, es war eine Privatschule. Und ich war 1 mal in meinem Leben Arbeitslos. 2 Monate lang. Habe nie mein Geld beim Arbeitsamt auf das Minimum aufstocken lassen obwohl ich nicht genug verdient habe. Und jetzt können die mir keine Unterstützung bieten? Ist das wirklich so?

Ich habe eine Familie mit 2 Kindern, und ich würde nicht zum Arbeitsamt gehen, wenn ich nicht alleine wäre. Ich würde mich da schon iwie druch kämpfen. Ich möchte diese Ausbildung wirklich sehr gerne machen. Ich weiß das es ganz schön spät ist, aber es ist doch nichts unmöglich in dieser Welt. Kann ich da nichts tun Leute? Bitte um Hilfe.

Ich bedanke mich für Eure Antworten.

LG Axel

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, 36

Bist du alleinerziehend ?

Wie alt sind deine Kinder ?

Was bekommst du dann außer dem Kindergeld für sie ? 

Wie hoch würde dein Brutto / Netto Einkommen sein ?

Was zahlst du für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ?

Kommentar von Axelski123 ,

Ich lebe mit meiner Frau zusammen.

Kinder: 4,5 J. & 3 Monate alt.

Nix außer Kindergeld: 1x Kind: 188 Euro (2x Kind) = 360 Euro also insgesamt. 1. Ausbildungsjahr wäre dann ca. 420 Euro.

Unterkunft + Heizkosten: Warmmiete = 310 Euro (gas + strom: ca. 100 Euro)

Antrag auf Elterngeld wurde gestellt. Wären ca. nochmals 300 Euro. Das aber nur 14 Monate lang.

Habe mich gerade noch mal informiert. Ist das wirkich so..... Wenn ich die Ausbildung anfange, falle ich aus der Bederfasgemeinschaft raus, und meine Frau könnte weiterhin, Geld beziehen?

LG, und vielen dank!

Kommentar von isomatte ,

Für die ersten beiden Kinder bekommt ihr jeweils 190 €,also gesamt 380 € Kindergeld !

Hat deine Frau vor der Schwangerschaft gearbeitet ?

Wenn nicht,dann bekommt sie nur ihr staatliches min. Elterngeld,dann würde dieses fast vollständig auf den Bedarf angerechnet,max. also 30 € Versicherungspauschale theoretisch abgezogen.

Also dann nicht 300 €,sondern nur 270 € angerechnet,wenn sie es aufgeteilt hätte,also über 2 Jahre,dann hätte sie nur 150 € bekommen und das über diese Zeit,dann hätte man zumindest diese 30 € mal den längeren Bezug mehr gehabt.

Es ist korrekt das du dann nicht mehr zur BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) gehörst,deine Frau und die Kinder haben aber weiterhin Anspruch auf Leistungen.

Wenn du das Gas zum Heizen brauchst,dann gehört das zur KDU - dazu,wenn nur zum Kochen dann nicht und der Strom auch nicht,wenn du damit nur deine Haushaltsgeräte betreibst,dass müsstest du dann noch von den 100 € abziehen.

Strom würde nur dann übernommen wenn du damit dezentral dein Wasser erwärmen würdest,also durch Boiler / Durchlauferhitzer,dann müsstest du aber deinen Verbrauch durch einen separaten Zähler nachweisen können.

Kannst du das nicht,dann würdest du nur eine Pauschale von ca. 9 € pro Monat bekommen,pro weiteres BG - Mitglied würde dann noch etwas dazu kommen.

Also angenommen ihr zahlt 400 € für die KDU - dann würden das bei 4 Personen jeweils 125 € sein,dazu kommt dann der jeweilige Regelsatz.

Deiner Frau würden dann 364 € Regelsatz zustehen und deinen Kindern von 0 - 5 Jahre jeweils 237 €,ab 6 Jahren dann derzeit 270 €.

Dazu kämen dann jeweils der Kopfanteil der KDU - hier also dann 1 / 4 = 125 €.

Die Kinder hätten dann ein Bedarf von derzeit 237 € Regelsatz + ca. 125 € Kopfanteil der KDU = ca. 362 €,davon wird dann jeweils das Kindergeld von 190 € als Einkommen des Kindes abgezogen.

Dann bliebe hier ein Bedarf von ca. 2 x 172 € als Aufstockung ( Sozialgeld ) = ca. 344 € für die Kinder.

Der Bedarf deiner Frau läge bei 364 € Regelsatz + ca. 125 € Kopfanteil der KDU = ca. 489 €,davon würden dann voraussichtlich nur die anrechenbaren 270 € Elterngeld abgezogen,es bliebe dann ein Bedarf von ca. 219 € für deine Frau.

Also haben sie dann zusammen einen Anspruch von ca. 219 € Frau + ca. 344 € Kinder = ca. 563 € pro Monat.

Dein Bedarf liegt dann genauso hoch wie der deiner Frau,also ca. 489 € pro Monat.

Kindergeld für dich bekommst du nicht mehr,da du über 25 bist,dafür stehen dir aber auf deine Brutto Vergütung Freibeträge nach § 11 b SGB - ll zu,auch wenn du keinen Anspruch auf eine Aufstockung wegen Arbeitseinkommen hast,weil du in der Ausbildung nach § 7 Abs. 5 SGB - ll keinen Anspruch auf Leistungen hast.

Es sei denn eine Ausnahme aus § 7 Abs. 6 SGB - ll würde auf dich zutreffen.

Also wenn du jetzt angenommen 420 € Netto bekommst und hättest 500 € Bruttoeinkommen,dann stünden dir auf dein Brutto erst mal deine 100 € Grundfreibetrag zu.

Von 100 € - 1000 € Brutto dann 20 % und von 1000 € - 1500 € Brutto 10 % Freibetrag,bis 1500 € nur wegen den minderjährigen Kindern in der BG - wenn keine oder volljährig,dann nur von 1000 € - 1200 € Brutto und 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge würde dir dann das Jobcenter theoretisch von deinem Nettoeinkommen abziehen,dass ergibt dann dein anrechenbares Einkommen und nur wenn du deinen Bedarf mit deinem anrechenbarem Einkommen decken könntest,würde das Jobcenter diesen Überschuss auf den Bedarf der übrigen BG - anrechnen.

Dein Bedarf läge dann also bei min. 489 € pro Monat.

Verdienst du jetzt angenommen 500 € hast du deine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 400 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) noch mal 20 % Freibetrag,also + 80 € dazu.

Dein Freibetrag läge dann bei 180 €,dieser würde dann theoretisch von den angenommenen 420 € Netto abgezogen,es bliebe ein anrechenbares Einkommen von ca. 240 €,somit würdest du ca. 249 € unter deinem Bedarf liegen,es kann also von deiner Vergütung nichts auf den Bedarf von Frau und Kindern angerechnet werden,weil du ja noch nicht mal deinen Bedarf damit decken kannst.

Du könntest dir dann theoretisch sogar noch nebenbei etwas dazu verdienen.

Aufpassen musst du dann nur bei der Höhe deines zuverdienstes,denn wenn du dann mehr anrechenbares Einkommen  also eigenen Bedarf ( ca. 489 € ) hättest würde der Überschuss auf Frau und Kinder angerechnet.

Beispiel :

Deine Azubi - Vergütung beträgt wie angenommen 500 € Brutto und du bekommst 420 € Netto.

Jetzt verdienst du noch zusätzlich 300 € Brutto wie Netto jeden Monat dazu,dann hättest du 800 € Brutto und 720 € Netto.

Auf dein Brutto stünden dir 100 € Grundfreibetrag zu + 140 € ( 20 % ) von den übersteigenden 700 €,dann läge dein Freibetrag bei 240 €.

Du hättest ca. 720 € Netto,abzüglich deiner 240 € Freibetrag blieben hier ca. 480 € anrechenbares Einkommen übrig,würdest also mit ca. 9 € noch unter deinem eigenen Bedarf liegen,es dürfte also nichts angerechnet werden und ihr hättet ca. 300 € mehr pro Monat.

Deine Frau muss bis zum 3 Lebensjahr des jüngsten nicht arbeiten gehen.

Kommentar von Axelski123 ,

Ich bedanke mich recht herzlich für diese sehr ausführliche Antwort!

Vielen vielen Dank!

Beste Grüße, Axel

Kommentar von isomatte ,

Bitte !

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