Bekommt man während einer Allgemeinanästhesie (Narkose) tatsächlich nichts mit oder vergisst man es nur sofort?

... komplette Frage anzeigen

12 Antworten

Dein Bewusstes ICH ist ausgeknipst, aber tatsächlich gibt es Nachweise, dass manche Menschen sehr wohl Sachen UNbewusst mitbekommen und sich das ganze unter der Wahrnehmschwelle bewegt, es ist aber nicht vergleichbar mit einer Ohnmacht. Das Erwachen nach Narkose ist sehr unterschiedlich und aus diesem Grund nicht allgemein zu beantworten, ich kenne Fälle die 2 bis 3 Tage nach Narkose noch etwas gehemmt waren, und andere die RuckZuck wach sind und ansprechbar. Und das mit dem Unsinn ist kein Problem, das ist bekannt und wird nicht als Schlimm angesehen, und kann auch bei einer Sedierung passieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Kleckerfrau
16.02.2016, 10:58

Unsinn gequasselt habe ich auch schon mal nach ner OP. Aber das nimmt niemand krumm:-)

2
Kommentar von ichunddu14
16.02.2016, 11:00

da steht doch doch nichts anderes...!

2
Kommentar von NoHumanBeing
16.02.2016, 13:47

aber tatsächlich gibt es Nachweise, dass manche Menschen sehr wohl Sachen UNbewusst mitbekommen und sich das ganze unter der Wahrnehmschwelle bewegt

Es gibt wohl unterschiedliches.

Wiki sagt folgendes.

Intraoperative Wachheit (engl. Awareness) liegt vor, wenn ein Patient während einer Allgemeinanästhesie (Narkose) seine Umwelt teilweise oder vollständig wahrnimmt oder Aufforderungen aktiv befolgt. Es werden intraoperative Zustände von Wachheit ohne Erinnerung von solchen mit unbewusster (impliziter) und bewusster (expliziter) Erinnerung im Nachhinein unterschieden, wobei die meisten Betroffenen zur ersten Gruppe gehören.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Intraoperative_Wachheit

Die Häufigkeit liegt wohl bei etwa 1 Promille.

Meine Frage zielt aber eigentlich auf etwas anderes ab. Man kann, auch in den Fällen, in denen es "glatt ging", eigentlich nicht unterscheiden, ob ein Patient tatsächlich nichts mitbekommt oder ob er sich lediglich nicht bemerkbar machen und im nachhinein nicht erinnern kann, oder sehe ich das falsch?

Soweit ich weiß, ist aus neurophysiologischer Sicht weitgehend ungeklärt, wie Narkotika tatsächlich wirken. Man weiß eben, dass "die Leute sich nicht rühren" und "hinterher in der Regel nichts wissen", aber mehr weiß man eigentlich nicht, oder? ;-)

Ich habe mir bei Behandlungen unter Lokalanästhesie (von denen ich schon ein paar hinter mir habe) auch schon oft gedacht, dass das eigentlich seltsam ist. Man legt mit einem Anästhetikum irgendwo die Erregungsleitung in einem Nervenstrang lahm, damit der Patient nichts spürt. Im Grunde könnte man ja sagen "der betroffenen Stelle tut es weiterhin weh", aber "sie kann es eben nicht mitteilen", weil die Verbindung zum Hirn irgendwo mittendrin "unterbrochen" (oder "unterdrückt") ist. Das ist irgendwie ein seltsamer Gedanke, weiß nicht, ob Du das nachvollziehen kannst. ;-)

Bei einer Vollnarkose scheint es eben noch viel extremer. Du weißt, dass die Leute "währenddessen nichts tun" und Du weißt, dass sie "hinterher nichts mehr davon wissen", aber im Grunde hast Du keinerlei Information darüber, was sie "währenddessen" empfunden haben, weil ja hinterher keine Erinnerung da ist. ;-)

Ich bin mir nicht sicher, ob das für Dich einen Sinn ergibt. Es ist jedenfalls ein seltsamer Gedanke. Aber vermutlich mache ich mich unnötig verrückt. Es ist eben auch irgendwie eine äußerst seltsame Situation, eine "Ansage" zu bekommen von wegen "wenn es nochmal kommt, müssen Sie wohl schnell unter's Messer".

0
Kommentar von NoHumanBeing
18.02.2016, 01:07

Diesmal fiel es mir ziemlich schwer, den Stern zu vergeben. (Was die Qualität Deiner Antwort nicht abtun soll. Im Gegenteil! Hattest "starke Konkurrenz". ;-) ) Es sind wirklich einige gute Antworten dabei, aber summa summarum, einschließlich der Kommentare, sehe ich die "hilfreichste Antwort" am ehesten hier.

1

Meine letzte Vollnarkose(ich hatte bisher 10 davon( war wieder wie jede andere auch. Man bekommt die Narkose in die Armvene und ist danach sofort weg. Man wacht auf und guckt erst mal dumm. Aber man bekommt nichts mit und man träumt währenddessen auch nicht.

Ich habe bisher meistens für ein paar Sekunden alles schwarz weiß gesehen. Aber das ist schnell weg. Ist aber bei jedem Menschen verschieden.

Und da ich allergisch gegen die "normalen" Narkosemittel bin, bekomme ich immer etwas besonderes. Name weiß ich nicht. Auf jeden Fall habe ich hinterher weder Schüttelfrost noch Übelkeit, wie es bei vielen ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man kriegt wirklich nichts mit. Soweit ich weiß werden bei einer Narkose auch mehrere Mittel gemeinsam verwendet, wovon eins halt dafür da ist, dass man einschläft und eins dafür, dass der Schmerzreiz nicht mehr übertragen wird und noch eins, was Reflexe ausschaltet.

Und die Narkose, die ich bis jetzt hatte fand ich eigentlich recht witzig. Wenn einem das Mittel gespritzt wird, fühlt man sich irgendwie betrunken und erzählt, was einem grade in den Sinn kommt und ist danach einfach weg und wacht wieder auf. Nach dem Aufwachen ist man noch eine Weile ziemlich benommen und kraftlos, aber es ist nicht schlimm. Eher so das Gefühl als wenn man morgens vom Wecker geweckt wird und halt müde ist, nur dass es eben länger anhält.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man bekommt nichts mit! Meist ist man schon nach der Sch""ss-egal Spritze weg vom Fenster! Die ersten 1-3 h ist man noch etwas bescheuert im Kopf und erzählt Unsinn! Sei froh, dass du das vergisst. Ich habe die Schwestern genötigt, mir dann auf keinen Fall mein Handy zu geben. Das war gut

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Blindi56
16.02.2016, 11:02

Bei modernen Narkosen gibts weder diese Spritze, noch ist man hinterher wirklich benommen. Das mag allerdings davon abhängen, wie lange die Narkose dauert, die ja heutzutage genau nach Bedarf dosiert werden kann. Ich bekam reinen Sauerstoff zum Einatmen, war sofort weg und nach dem Aufwachen sofort wieder richtig wach, nur für ca. 1 Std. etwas schwach und schwindelig. Manchen ist allerdings auch übel.

2

dass es nach der Narkose sehr viel länger dauert, bis man wieder zu sich
kommt und man in der Zeit des Erwachsens wohl eine Menge Unsinn redet.

Das habe ich bei meiner Mutter erlebt.

Mach Dich einfach nicht verrückt. Was sein muss, muss sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vollnarkose besteht aus 3 Komponenten: ein Schmerzmittel (Du spürst nichts), ein Schlafmittel (Dein Bewusstsein ist still gelegt) und Dämpfung der Nervenreaktionen, bzw. sogar ein Muskalrelaxans (Du bist zu keiner Bewegung fähig, auch keine des vegetativen Nervensystems, deshalb muss beatmet werden).

Der Tiefschlaf bewirkt, dass Du nichts mitbekommst, Dich also später an die Zeit der Vollnarkose gar nicht erinnerst. Erst in der Aufwachphase kannst Du auch träumen.

Das ist auch bei Komapatienten so, die beginnen erst zu träumen, wenn das Koma leichter wird.

Egal, wie die Narkose eingeleitet wird (Maske, Infusion), Du bist von einem Moment zum anderen weg und wirst normalerweise auch genau so plötzlich wach und denkst: das ging aber schnell....


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also wegen der Narkose kann ich dich Beruhigen. Bin selber schon 13X unter "Vollnarkose" operiert worden, und habe NIE etwas davon mitbekommen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ehrlich gesagt ist mir der Text zu lang, deswegen antworte ich mal nur auf die Frage in der Überschrift.
Du bekommst -nichts- mit. Nachdem dir das Propofol gespritzt wird wird dir kurz etwas warm, danach bist du schlagartig weg (nicht mal das bekommst du mit) und wachst dann im Aufwachraum wieder auf.
Hab keine Angst :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von NoHumanBeing
16.02.2016, 13:49

Ehrlich gesagt ist mir der Text zu lang

Scheint wohl was dran zu sein, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Leute immer niedriger wird.

Trotzdem danke für die Antwort.

1

ich habe deine langen erklärungenn zu der frage nicht gelesen und antworte nur auf deine oben gestellte farge : ja, du bekommst während einer vollnarkose wirklich nichts mit - bei einer sedierung sieht das anders aus, da bekommst du alles mit aber bevor du nur nachdenken kannst oder es fühlen kannst, hast du das schon vergessen.

ich z,b. liebe sedierungen bei schmerzhaften zahnbehandlungen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine Vollnarkose ist im Prinzip nichts anderes als eine kontrolliert ablaufende Vergiftung oder ein kontrolliert ablaufender Schlaf - einschließlich der Träume.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von NoHumanBeing
17.02.2016, 19:29

Danke für Deine Antwort!

Liegt hier nicht vielmehr eine Bewusstlosigkeit vor? Im bewusstlosen Zustand ist man nicht erweckbar (wie während einer Narkose) und man träumt auch nicht. (Eigene Erfahrung.) Und das Zeitempfinden ist auch exakt auf null (wie bei einem Schnitt in einem Film beim Szenenwechsel), während man im Schlaf ja durchaus merkt, dass Zeit verstreicht, aber eben nicht so recht, wie viel.

Ein Kollege von mir, der beides bereits erlebt hat, meinte auch, es fühle sich im Prinzip wie Bewusstlosigkeit an und man träume auch nicht. Der wesentliche Unterschied sei, dass man nach der Narkose graduell wieder zu sich kommt (und sich "wie betrunken" fühlt und einen Haufen Mist erzählt), während man nach einer Ohnmacht spontan wieder zu sich kommt und somit kaum einen wirklichen "Übergang" erlebt.

Die eigentliche Frage war aber eine andere. Fakt ist ja, dass sich Patienten unter Narkose (bis auf wenige Ausnahmefälle) nicht mehr an die Operation erinnern können (Wikipedia z. B. schreibt, die Narkose "führe zu einer Amnesie"). Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob man wirklich weiß, dass ein Patient unter Narkose "nichts mitbekommt", oder ob man lediglich weiß, dass er "sich nicht rührt und am Ende keine Erinnerung hat". Für das "danach" macht das natürlich keinen Unterschied, für das "währenddessen" (zumindest aus Sicht des Patienten) aber natürlich durchaus. Ich finde den Gedanken, dass man eventuell etwas wahrnehmen könnte und es lediglich sofort vergisst (das Gehirn es quasi nicht "speichert", keine Erinnerung anlegen kann), als ziemlich beängstigend. Soweit ich weiß, "löscht" eine Vollnarkose ja auch eine gewisse (wenn auch recht kurze) Zeitspanne vor der eigentlichen Narkoseeinleitung, was eventuell den Verdacht aufkommen lassen könnte, dass sie hauptsächlich die Erinnerung beseitigt.

Vermutlich bin ich zu paranoid. ;-) Mich irritiert irgendwie die Tatsache, dass der eigentliche Mechanismus der Wirkung auf das zentrale Nervensystem weitgehend ungeklärt zu sein scheint.

0

Zu langer Text. Nach der spritze dauert es einen Moment. Mal länger mal kürzer. Dann dreht sich die Umgebung für ne Sekunde und anschließend wachst du im aufwachraum auf.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist wie Schlafen. Man kriegt nichts mit.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?