Frage von heike1983, 96

Bekommt man noch Weihnachtsgeld wenn man zum 31.12.16 gekündigt hat?

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 32

Wenn es vertraglich (Arbeits- oder Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Betriebsordnung) keine Regelung gibt mit Voraussetzungen, unter denen Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber ganz oder anteilig gezahlt wird oder vom Arbeitnehmer auch wieder zurückzuzahlen ist, dann hast Du Anspruch auf das volle Weihnachtsgeld.

Allgemein besteht der Anspruch auf Zahlung von Weihnachtsgeld auch dann, wenn es, ohne dass es vertraglich vereinbart wurde, trotz "Freiwilligkeit" der Leistung (in dem Sinne, dass es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist) in mindestens 3 aufeinander folgenden Jahren in tatsächlich oder proportional gleicher Höhe vom Arbeitgeber gezahlt wurde, ohne dass er dabei darauf hingewiesen hat, dass dadurch kein Rechtsanspruch für die Zukunft entstehen soll.

Dein Anspruch besteht auch dann aufgrund des arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes (nicht zu verwechseln mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz AGG), wenn das Weihnachtsgeld ohne vertragliche Verpflichtung vom Arbeitgeber im Betrieb allgemein gewährt wird; er darf dann nicht einzelne Arbeitnehmer (oder Gruppen von ihnen) ohne sachlichen Grund davon ausschließen: und "Kündigung" ist ein solcher sachlicher Grund nicht.

Unter diesen Voraussetzungen hast Du also Anspruch auf das volle Weihnachtsgeld.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 38

Was steht denn zu "Sonderzahlungen" im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag? Gibt es etwa Rückzahlungsklauseln/Stichtagsregelungen?

Ohne nähere Infos kann ich Deine Frage mit "ja", "nein", "vielleicht" beantworten.

Antwort
von LiselotteHerz, 61

Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers, die sich auf das Jahr bezieht, in dem man für das Unternehmen tätig war.

Wenn also in Deinem Arbeitsvertrag steht: 14 Monatsgehälter, dann bekommst Du das jetzt Ende November ausgezahlt und musst das nicht zurückzahlen.

Das ist ja kein Vorschuß auf zu erwartende Leistungen, sondern eine Vergütung für bereits geleistete Arbeit. lg Lilo

Guck mal in Deinen Arbeitsvertrag, ob da irgendeine Klausel ist, wo steht, dass man Weihnachtsgeld bei Kündigung zum Jahresende zurückzahlen muss. Oder Du fragst in der Buchhaltung nach. Wenn es einer weiß, dann die. Aber erst vorher nachlesen!

Antwort
von Othetaler, 46

Kommt auf den Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarung an.

In den meisten Fällen schaut du bei einer Kündigung zum Jahresende wahrscheinlich in die Röhre.

Antwort
von DarthMario72, 35

So pauschal kann man das nicht sagen. Es kommt darauf an, was dazu in deinem Arbeitsvertrag, im evtl. anwendbaren Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung steht.

Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Leistung des AG.

Antwort
von Violetta1, 48

Kommt drauf an, wie die Vertragsmodalitäte sind. Mal kann es eine Anerklennung für das vergangene Geschäftsjahr sei. Mal kann es an die Bedingung geknüpft sein, dass man länger als 31.12. da ist.

Antwort
von TestBunny, 61

Weihnachtsgeld ist keine gesetzliche Pflicht. Alles nähere regelt dein Arbeitgeber.

Du kannst nur darauf pochen, wenn du ca. 5 -10 Jahre bei ihm beschäftigt warst und immer Weihnachtsgeld bekommen hast.

Kommentar von heike1983 ,

arbeite seit 4 Jahren dort und habe immer Weihnachtsgeld bekommen.

Kommentar von Familiengerd ,

In diesem Fall hast Du den Anspruch auch dann, wenn das Weihnachtsgeld nicht arbeitsvertraglich vereinbart war (und es also auch keine Klauseln zur möglichen Rückzahlung oder anteiligen Berechnung gibt), aber trotzdem ohne Rechtsvorbehalt mindestens in drei Jahren in tatsächlich oder proportional gleicher Höhe gezahlt worden ist.

Kommentar von Familiengerd ,

Du kannst nur darauf pochen, wenn du ca. 5 -10 Jahre bei ihm beschäftigt warst und immer Weihnachtsgeld bekommen hast.

Wie kommst du auf die etwas sehr merkwürdige Spanne "ca. 5 -10 Jahre"?

Einen Anspruch aufgrund betrieblicher Übung hat ein Arbeitnehmer, wenn das Weihnachtsgeld in wenigstens 3 Jahren in Folge ohne Rechtsvorbehalt in tatsächlich oder proportional gleicher Höhe gezahlt wurde.

Kommentar von TestBunny ,

Weil es verschiedene Urteile dazu gab.

Kommentar von Familiengerd ,

In keinem (!) Urteil wird davon die Rede sein, dass man "ca. 5 -10 Jahre" beschäftigt sein müsse, um einen vertraglich nicht geregelten Anspruch zu erwerben.

Für das Entstehen eines Anspruchs aufgrund betrieblicher Übung ist das von mir Genannte Voraussetzung (siehe auch meine eigene Antwort).

Antwort
von Griesuh, 28

Das kommt darauf an,was in deinem Arbeitsvertrag steht. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld sind freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers.

In den meisten Arbeitsverträgen steht die Klausel. Wer bis zum 31.3. des Folgejahres kündigt hat die Sonderzahlung zurück zu zahlen.

Es sei denn es steht etwas vom 13. Monatsgehalt im Vertrag

Antwort
von kyseli, 28

DerBegriff "Weihnachtsgeld" ist nur ein geflügelter Begriff weil er halt zu der Zeit Ende des Jahres ausgezahlt wird.

Normal bekommst du es Anteilig der Monate die du im Jahr gearbeitet hast.

Vorsicht..Sonderregelung jedes Betriebes anders, bei Kündigungen..

Frag den Betriebsrat..oder die in der Personalabteilung

Antwort
von ischdem, 11

was steht in deinem Vertrag ?  es kann sein dass das WG unter Bedingungen gezahlt wird zB AG muss noch am 31.03 des Folgejahres beschäftigt sein.

Antwort
von Turbomann, 35

Das sollte dir die Buchhaltung in deiner Firma beantworten können, noch arbeitest du ja dort. 

Kommentar von faiblesse ,

Wohl eher die Personalabteilung. Die macht die Abrechnungen.

Die Buchhaltung schickt nur die Zahlung auf den Weg, weiß aber selten, was diese im einzelnen beinhaltet

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