Frage von Namutree, 61

Bekommt man Elterngeld wenn man während der Elternzeit ins Ausland zieht?

Meine Frau und ich erwarten im Januar Nachwuchs und meine Frau würde deshalb ab März Elterngeld erhalten. Nun ist aber das Problem, dass wir wahrscheinlich im Juli / August ins Ausland gehen werden, da ich dort promovieren werde. Wir werde versuchen unsere Wohnung in Deutschland für den Zeitraum unterzuvermieten (an meine Schwester), weshalb wir während der Zeit im Ausland noch in Deutschland gemeldet wären. Unsere Absicht ist es auch, nach der Promotion zurück nach Deutschland zu kommen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass man das Elterngeld erhalten würde, wenn man mindestens 6 Monate eines Jahres seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland hatte. Heißt das, dass meine Frau das Elterngeld bis Dezember kriegen würde, da wir ja 7 / 8 Monate im nächsten Jahr in Deutschland sein werden? Oder bezieht sich das "Jahr" auf das Jahr des Elterngeldes (also bei uns von März - März)?

Würden wir überhaupt Elterngeld erhalten und wenn ja, für wie viele Monate?

Antwort
von Bast85, 28

Moin,

Im Gesetzt ist klar definiert, wo man Anspruch auf Elterngeld hat: So findet sich in Paragraph 1, Absatz (1) des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) der klare Hinweis, dass der Anspruch auf Elterngeld besteht, wenn der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland liegt. Und der gewöhnliche Aufenthalt ist wiederum in der Abgabenordnung (AO) in § 9 Gewöhnlicher Aufenthalt als ein Ort definiert, an dem man sich nicht nur vorübergehend aufhält. Ein vorübergehender Aufenthalt wird angenommen, wenn du weniger als 6 Monate dort bist (also wie in eurem Fall). Da der "gewöhnliche Aufenthalt" im Steuerrecht definiert ist, würde ich bei den 6 Monaten auch das Fiskaljahr als Bezugszeitraum nehmen - und das ist nun mal von Januar bis Dezember. Und wenn ihr erst im Juli/August ins Ausland geht, dann seid ihr im Fiskaljahr 2017 mehr als 6 Monate in Deutschland, habt hier also euren gewöhnlichen Aufenthalt. 

Grundsätzlich ist das aber ein Grenzfall - mit dem oben stehenden Hintergrundwissen würde ich kein großes Fass auf machen. Allerdings sei auch angemerkt, dass ich kein Experte bin ;)

VG

Kommentar von Namutree ,

Ein vorübergehender Aufenthalt wird angenommen, wenn du weniger als 6 Monate dort bist (also wie in eurem Fall)

und später sagst du:

Und wenn ihr erst im Juli/August ins Ausland geht, dann seid ihr im Fiskaljahr 2017 mehr als 6 Monate in Deutschland, habt hier also euren gewöhnlichen Aufenthalt. 

Ich denke mal, du hast das jetzt verwechselt am Anfang, oder? Ich bin auch der Meinung, was du im zweiten Zitat gesagt hast. Und für mich würde das auch heißen, dass meiner Frau bis einschließlich Dezember 2017 das Elterngeld zusteht.

Kommentar von Bast85 ,

Vorübergehender Aufenthalt dort, wo du WENIGER als 6 Monate bist: In eurem Fall das Ausland!

Gewöhnlicher Aufenthalt dort, wo du MEHR als 6 Monate bist: In eurem Fall Deutschland!

War in der Tat nicht ganz deutlich formuliert ;) Im Prinzip würde ich an eurer Stelle davon ausgehen, dass euch das Geld zusteht und das Amt gar nicht weiter mit dem Thema heiß machen. Wenn ihr aber zwingend auf das Geld angewiesen seid, macht es sicher Sinn, doch ein kurzes Gespräch mit dem Amt zu suchen (in der Regel sind die ganz hilfsbereit) - natürlich mit er Gefahr, dass die anderer Meinung sind ;)

Antwort
von Kleckerfrau, 47

Hier kannst du es nachlesen

https://www.elterngeld.net/anspruch-wohnsitz.html

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