Frage von Cliffwover, 235

Bekommt man auch eine Erwerbsminderungs-Rente, wenn man nur 3 Jahre gearbeitet hat?

Wenn man eine Ausbildung zum Bürokaufmann macht, also 3 Jahre Ausbildung, diese abschließt und dann schwer krank wird. Hat man dann trotzdem Anspruch auf eine Erwerbsminderungs-Rente?

Antwort
von turnmami, 147

Ja, denn gem. §53 SGB 6 gilt hier eine Wartezeitfiktion!

Wenn du innerhalb von 6 Jahren nach einer Ausbildung erwerbsunfähig wirst, benötigt man nur ein Jahr Pflichtbeiträge in den letzten zwei Jahren.

Somit gilt die Wartezeit von 5 Jahren als fiktiv erfüllt!

Kommentar von Dickie59 ,

Danke, kurz und knapp und User freundlich....

Antwort
von Konrad Huber, 55

Hallo Cliffwover,

Sie schreiben:

Bekommt man auch eine Erwerbsminderungs-Rente, wenn man nur 3 Jahre gearbeitet hat?

Wenn man eine Ausbildung zum Bürokaufmann macht, also 3 Jahre Ausbildung, diese abschließt und dann schwer krank wird. Hat man dann trotzdem Anspruch auf eine Erwerbsminderungs-Rente

Antwort:

Unter folgendem Link finden Sie hilfreiche Antworten auf Ihre Frage, denn neben den unverzichtbaren versicherungsrechtlichen Voraussetzungen geht es auch um die medinzinischen Voraussetzungen:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

Auszug:

Erwerbsminderungsrente – Voraussetzungen

Eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit können Sie erhalten, bis
Sie die Regelaltersgrenze erreichen. 

Zusätzlich müssen Sie dafür bestimmte medizinische und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllen.

Medizinische Voraussetzungen

Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung sind erfüllt, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich arbeiten können, und zwar nicht nur in Ihrer, sondern in allen Tätigkeiten.

Ihre Rentenversicherung prüft das anhand ärztlicher Unterlagen.

Eventuell fordert sie weitere Gutachten an und stellt dann Ihr Leistungsvermögen fest. 

Je nachdem, wie lange Sie täglich noch arbeiten können, sind Sie gegebenenfalls teilweise oder voll erwerbsgemindert. 

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den beiden folgenden
Kapiteln.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

Neben den medizinischen müssen außerdem folgende versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sein:

> Sie müssen mindestens fünf Jahre versichert sein (sogenannte allgemeine    Wartezeit).

> In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit
belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung).

Für die Wartezeit zählen mit:

> Beitragszeiten (Pflichtbeitragszeiten, unter bestimmten Voraussetzungen zum Beispiel auch Zeiten des Bezuges von Krankengeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II – vom 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2010 – oder Übergangsgeld, Zeiten der Kindererziehung, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege, freiwillige Beitragszeiten),

> Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR),

> Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei Scheidung,
­
> Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügige Beschäftigung (vor 2013 versicherungsfreier 400­Euro Job, ab 2013 von der Versicherungspflicht befreiter 450­Euro ­Job),
­
> Zeiten aus einem Rentensplitting.

Kann die Wartezeit vorzeitig erfüllt sein?

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren vorzeitig erfüllt. Das ist der Fall, wenn Sie

> wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst­ oder Zivildienstbeschädigung oder wegen politischen Gewahrsams
vermindert erwerbsfähig geworden sind. 

Grundsätzlich genügt hier schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung, bei einem Arbeitsunfall beziehungsweise Eintritt einer Berufskrankheit jedoch nur, wenn Sie zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung versicherungspflichtig waren;
anderenfalls müssen Sie mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zwei Jahren davor
gezahlt haben.

> vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden sind und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt haben. 

Der Zeitraum von zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebens
jahres, längstens jedoch um sieben Jahre.

Bitte lassen Sie sich hierzu beraten. 

Näheres finden Sie ab Seite 32.
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Besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung
Die besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung
für eine Rente wegen Erwerbsminderung haben Sie
erfüllt, wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt
der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit
Pflichtbeiträgen vorweisen können.

Da aber jeder Einzelfall anders ist und der Teufel im Detail steckt, sollten Sie sich von Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt gründlich beraten lassen!

Im Zweifelsfall auch vom VDK:

http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

https://www.youtube.com/user/hubkon/videos

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von Bitterkraut ,

Darfst du hier werben?

Kommentar von Dickie59 ,

gute Frage...an gute frage.net

Antwort
von Dea2010, 108

Das hängt von mehreren Faktoren ab.

Gemäß § 43 SGB VI besteht ein Anspruch auf Rente bei Erwerbsminderung, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

- Nichtvollendung der Regelaltersgrenze (unter 67)

- Vorliegen von teilweiser oder vollständiger Erwerbsminderung

- Vorhandensein von 36 Kalendermonaten (3 Jahren) an Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung (versicherungsrechtliche Voraussetzung) und

- Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung.

Entscheidend für die Gewährung dieser Rente ist grundsätzlich die gesundheitliche Leistungsfähigkeit für eine Tätigkeit unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes, bezogen auf eine 5-Tage-Woche. Sie wird in folgenden Stundenstufungen angegeben:

Wer - unabhängig von der Arbeitsmarktlage - unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch mindestens 6 Stunden täglich tätig sein kann, ist nicht erwerbsgemindert.

Eine teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch 3 bis unter 6 Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage-Woche unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein können.

Eine vom behandelnden Arzt festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist für die Beurteilung, ob eine volle oder teilweise Erwerbsminderung im Sinne des SGB VI vorliegt, zunächst ebenso ohne Bedeutung wie die Anerkennung einer Schwerbehinderung durch das Versorgungsamt. Für den Rentenanspruch ist allein maßgeblich, ob das vorhandene Restleistungsvermögen die Ausübung einer Berufstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zulässt.

Renten wegen Erwerbsminderung werden grundsätzlich nur als Zeitrente, d.h. befristet für längstens drei Jahre, gezahlt. Die Befristung kann bei einer sich daran anschließenden Weitergewährung der Erwerbsminderungsrente wiederholt werden; diese muss jedoch separat beantragt werden.

Du schreibst: wenn man schwer krank wird... die Rentenversicherung wird zunächst alles an Möglichkeiten der medizinischen/beruflichen Reha (Kuren, Umschulungen) ausschöpfen, bevor sie eine (teilweise) EU-Rente zubilligt!

Kommentar von Dickie59 ,

also 3 Jahre Ausbildung, diese abschließt und dann schwer krank wird

danach wird die allg. Wartezeit nicht erfüllt, somit geht die Antwort völlig daneben. kurz siehe turnmami...

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Rente, 62

In diesem Fall könntest du ja erst mal 78 Wochen Krankengeld beziehen. Dieses ist ebenso versicherungspflichtig. Auch AlG 1 zählt dann um die 60 Versicherungsmonate voll zu bekommen.

Kommentar von turnmami ,

Das hilft überhaupt nicht, da die Monate vor Eintritt des Leistungsfalles liegen müssten. Alles nach dem Leistungsfall ist total unerheblich!

Kommentar von DerHans ,

Den Rentenantrag stellt man ja auch erst, NACHDEM alle anderen Geldquellen versiegt sind

Kommentar von turnmami ,

Das hilft aber überhaupt nicht für die Frage. Wenn man wartet, bis alle Geldquellen versiegt sind, dauert der Rentenantrag aber trotzdem zwischen 3 und 9 Monate. Von was soll man in der Zwischenzeit leben???

Kommentar von DerHans ,

Dann bekommt JEDER übergangsweise AlG 2 oder Grundsicherung für dauernd erwerbsgeminderte Personen.

Diese Zahlungen werden dann mit der Rentennachzahlung verrechnet.

Kommentar von turnmami ,

Es bekommt nicht jeder Alg2!!! Nur bei Bedürftigkeit. Das sind dann genau die Fälle, die jeden zweiten Tag in der DRV anrufen und fragen, wann endlich entschieden wird. Man sollte eben nicht bis zum letzten Tag Krankengeld für einen Rentenantrag warten!

Kommentar von DerHans ,

Wer nicht bedürftig ist, verhungert ja nicht inzwischen. Wenn aber der Rentenanspruch de facto besteht, gibt es überhaupt kein Problem, beim Sozialamt eine Vorschusszahlung zu bekommen. Der wird dann mit der Rentennachzahlung verrechnet.

Antwort
von baddy105, 94

Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung sind erfüllt, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, und zwar nicht nur in Ihrem, sondern in allen Berufen. Ihre Rentenversicherung prüft das anhand ärztlicher Unterlagen. Eventuell fordert sie weitere Gutachten an und stellt dann Ihr Leistungsvermögen fest.

In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung
müssen mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte
Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen (besondere
versicherungsrechtliche Voraussetzung).Sie müssen mindestens fünf Jahre versichert sein (so genannte Wartezeit).

Für die Wartezeit zählen mit:

Beitragszeiten: Pflichtbeitragszeiten und unter bestimmten
Voraussetzungen auch Zeiten des Bezuges von Krankengeld,
Arbeitslosengeld, im Zeitraum vom Januar 2005 bis Dezember 2010
Arbeitslosengeld II, Übergangsgeld, Zeiten der Kindererziehung und der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege sowie freiwillige Beitragszeiten,Ersatzzeiten: zum Beispiel Zeiten der politischen Verfolgung in der DDR,Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei Scheidung,Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügige versicherungsfreie Beschäftigung: Minijob,Zeiten aus einem Rentensplitting.

Das beste ist du holst dir mal ein Termin bei der Rentenversicherung !

Tel. 0800 1000 4800.


Kommentar von siola55 ,

Du hast hier leider die vorzeitige Wartezeiterfüllung vergessen

bzw. falls vor Ablauf von sechs Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden und in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt wurde.

Antwort
von kabatee, 74

Geh zur Rentenkasse oder zur Gemeinde/Stadt die können dir da am besten Auskunft geben!

Antwort
von Samika68, 89

Nein - die Anwartschaftszeit auf eine Rente beträgt 5 Jahre

Kommentar von Cliffwover ,

Was bedeutet Anwartschaftszeit?

Kommentar von Samika68 ,

Die Zeit, die es benötigt ein Anrecht auf diese Leistung zu haben, d.h. - es müssen mind. 5 Jahre lang Beiträge in die Rentenversicherung einbezahlt worden sein, bis das Recht auf Rentenbezug besteht.

Dies ist aber nur eine der Voraussetzungen für eine Rente wegen Erwerbsminderung.

Kommentar von siola55 ,

Leider falsch deine Info - siehe Antwort von constein!

Kommentar von turnmami ,

Schon mal was von Wartezeitfiktion bei Arbeitsunfällen oder nach Berufsausbildung gehört??

Kommentar von Samika68 ,

Ist das jetzt eine -unhöfliche- Frage, oder eine Information?

Man kann so etwas auch netter formulieren.

Die Rentengesetze sind ein Dschungel und es gibt sicher niemanden, der alles hierzu weiß.

Meine Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen gegeben und ist, im Regelfall, auch richtig.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

Kommentar von turnmami ,

Der Fragesteller hat eine Frage gestellt und deine Antwort war einfach nicht richtig. Die Rentengesetze sind kein Dschungel, wenn man sich damit auskennt;)

Kommentar von Konrad Huber ,

Schon mal was von Wartezeitfiktion bei Arbeitsunfällen oder nach Berufsausbildung gehört??

Höfliche Bitte für künftige Antworten:

Hallo turnmami,

niemand stellt Ihre Kenntnsse und Ihr Wissen in Frage, aber auf uns Leser Ihrer Antworten wirken diese leider oft sehr forsch und herablassend!

Es muß doch möglich sein, daß Sie Ihre Antworten etwas menschlicher und warmherziger formulieren, denn wir sind hier bei keiner Behörde!

Denken Sie in diesem Zusammenhang bitte an die GuteFrage.net Richtlinien betreffs: 

Netiquette

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Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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