Frage von epixplay, 69

Bekommt man als Informatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung mehr Geld wenn man vorher ein Abi und ein Studium abschließt?

Habe gehört dass man dort dann von 2000 Euro im Monat auf 5000-7000 Euro im Monat kommen kann. Meine Frage ist stimmt das und warum bekommt man so viel mehr.

Antwort
von NoHumanBeing, 38

So ganz grob kann man sagen, dass Du als Bachelor etwa doppelt so viel verdienst, wie als Facharbeiter, mit Master nochmals 20 % mehr, als mit Bachelor. Das bezieht sich auf das Einstiegsgehalt. Später werden die Gehaltsunterschiede tendenziell noch deutlicher ausfallen, weil Du mit abgeschlossenem Studium ganz andere Positoinen belegen kannst.

Wenn Du ein Informatikstudium abschließt, bist Du allerdings nicht mehr "nur" Fachinformatiker, sondern Informatiker. Wenn Du das Studum bereits abgeschlossen hast, macht es weing Sinn, anschließend noch die Ausbildung zu durchlaufen, weil es ein niedrigerer Bildungsabschluss in der gleichen Fachrichtung ist.

"Warum" bekommt man mit abgeschlossenem Studium so viel mehr? Nunja, man hat eben auch sehr viel mehr Aufwand getrieben, nämlich (mindestens) 5 Jahre lang studiert. Ein Studium ist vom Anspruch her keineswegs mit Schulunterricht, Berufsausbildung oder Berufstätigkeit vergleichbar. Wenn Du selbst studiert hast, wirst Du das bestätigen können. Dieser ungleich höhere Aufwand wird eben letztlich entlohnt. Das liegt auch daran, dass Du als Informatiker (mit akademischer Ausbildung = Studium) ganz andere Aufgaben bewältigen kannst, als ein Fachinformatiker. Konzeptionelles Denken, systematisches, wissenschaftliches Vorgehen, etc., sind für anspruchsvollere Tägieiten sehr wichtig und werden im Studium extrem stark trainiert.

Kommentar von epixplay ,

Welche Positionen meinst du jetzt damit? Und wie sieht so ein Studium aus nur grob beschrieben

Kommentar von NoHumanBeing ,

Welche Positionen meinst du jetzt damit?

Ich habe vor ein paar Jahren mal Zahlen aus dem TVöD angeschaut. Die konkrete Tätigkeit ist dort ziemlich egal. Die Bezahlung richtet sich nach der formalen Qualifikation desjenigen, der die Stelle besetzt. In der "freien Wirtschaft" dürftest Du tendenziell wohl eher mehr verdienen.

Das Studium dauert je nach Hochschule 6 + 4 oder 7 + 3 oder 8 + 2 Semester (Bachelor + Master immer zusammen 10 Semester). Für jedes Modul, das Du erfolgreich absolvierst, bekommst Du Leistungspunkte. Pro Semester sollst Du 30 Leistungspunkte holen, insgesamt benötigst Du 300 (= 180 + 120 oder 210 + 90 oder 240 + 60) bis zum Master.

Und wie sieht so ein Studium aus nur grob beschrieben

Zum Ablauf des Studiums. Ich kann nur für mich sprechen und es gibt wohl starke Unterschiede zwischen den Unis.

Zunächst zum Bachelor.

Bei uns hast Du in den ersten 3 Semestern programmieren gelernt, die ersten zwei Semester in Java, im dritten Semester in Python (eine Veranstaltung), sowie C und Assembler (zweite Veranstaltung).

Von der Mathematik-Seite her hatten wir im 1. Semester eine Veranstaltung über "Vaginalysis" (Ich darf den korrekten Begriff ja leider nicht schreiben, weil ein Begriff drin vorkommt, der hier gefiltert wird. ;-) ), im 2. Semester über "Lineare Algebra", im 3. Semester "Stochastik" (Wahrscheinlichkeitsrechnung), im 4. Semester "Numerik" (wobei die ziemlich dürftig war - so "richtig" Numerik lerne ich erst jetzt im Master).

Dann gab es in den ersten drei Semestern eine Veranstaltung über "System Engineering", wo es um den formalen Entwurf oder die formale Verifikation von Systemen ging. (Ziemlich trocken und langweilig ehrlich gesagt und wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht wieder brauchen. ;-) )

Außerdem gab es in den ersten beiden Semestern eine Veranstaltung zur "Theoretischen Informatik", wo es im 1. Semester um Graphen, Automaten, formale Sprachen ging, im 2. Semester dann um Algorithmen und Datenstrukturen, vor allem Binärbäume, Such- und Sortierverfahren, Kompexitätstheorie. (Das ist zwar auch ziemlich "trocken", wirst Du allerdings immer wieder brauchen.)

Im 1. und 4. Semester gab es zudem eine Veranstaltung über Digitaltechnik, im 2. Semester eine Veranstaltung über Netzwerktechnik (inklusive der ganzen Elektrotechnik, die dazu gehört, sprich Leiterimpedanz, Signallaufzeiten, Reflexionen, etc.), im 3. Semester eine Veranstaltung über Datenbankentwurf (ziemlich theoretisch), im 4. Semester eine Veranstaltung über Betriebssystementwicklung (Treiber, Kernels, etc.).

Das waren eigentlich so die "Kernveranstaltungen" im Bachelor. Dann gab es noch ein paar weitere Veranstaltungen, wie Englisch (2. Semester), BWL (3. Semester), Rechtslehre (5. Semester), zwei Seminare über "Datenverarbeitungsanlagen" (also "größere Systeme", 6. und 7. Semester), zwei Forschungsprojekte, zwei Nebenfach-Veranstaltungen (nach Wahl, z. B. Mathematik, Physik, 4. und 6. Semester), die Bachelorarbeit und ein dazugehöriges Seminar (beides 7. Semester), sowie noch Wahlpflichtveranstaltungen aus der Informatik, wobei ich mich vorwiegend auf IT-Sicherheit (Pentesting, Forensik, ...) und Compilerbau (was auf den "formalen Sprachen" aufbaut) fokussiert habe, dann noch ein paar weitere Module zum "Füllen", etwa "Künstliche Intelligenz".

So war es zumindest vorgesehen. Ich habe den Studienplan allerdings "über den Haufen geworfen" und ein Semester unterhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. ;-)

Nun zum Master.

Der Master war erheblich weniger strukturiert und man konnte im Grunde "belegen, was man wollte". Der Nebenfach-Anteil (Physik) ist ziemlich hoch. Der Anspruch ist sowohl im Haupt- als auch im Nebenfach wesentlich höher, als im Bachelor. Die Veranstaltungen fokussieren sich bei mir vor allem auf den Bereich Netzwerke und Sicherheit, sind jedoch erheblich anspruchsvoller und "formaler", als die Veranstaltungen im Bachelor. Auch hier sind wieder eine Abschlussarbeit (Master-Thesis), sowie zwei Forschungsseminare und ein größeres Forschungsprojekt zu absolvieren. Ansonsten ist die konkrete Modulauswahl sehr offen gehalten. Es gibt im Grunde keine einzige Pflichtveranstaltung bei uns im Masterstudium, d. h. es ist an unserer Uni, dass zwei Studenten hier einen Master in Informatik erwerben, es aber keine einzige Lehrveranstaltung gibt, die von beiden besucht/absolviert wurde.

Antwort
von Denno2015, 35

Naja wenn du studiert bist wirst du schon mehr Geld bekommen. Aber das dreifache pro Monat auf keinen Fall...
Meines Wissens nach verdienen aber Systemintegratoren die sich in IT-Sicherheit weitergebildet haben am meisten, wenn du eine normale Anstellung hast.

Software- & Web-Entwicklung Bruttojahresgehalt

Schulischer Abschluss/Ausbildung
44.248 €

Akademischer Abschluss
51.802 €

Quelle: http://www.it-jobs.stepstone.de/artikel/Gehaelter-in-der-IT/id/33264,32126

IT Sicherheit kannst du zwischen Anwendungsentwicklung und Projektmanagement packen vom Gehalt her.


Kommentar von epixplay ,

Ich bin gerade mal 16 und habe nicht gerade viel Erfahrung mit IT nur so excel, word und fms logo. Halt das was man so in der Schule in Informatik lernt. Sowas wie Programmiersprache haben wir nicht gemacht. Wir haben nur vor jetzt in diesen Jahr mit html zu arbeiten was das ist weis ich nicht :D. Deswegen ist meine Frage ob es jetzt so schwer ist die Programmiersprache zu lernen oder so was wie EDV Systeme. Und was man so wichtiges braucht für Informatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Danke im Voraus.

Kommentar von Denno2015 ,

Also ich bin Fachinformatiker für Systemintegration in der Umschulung. Ich brauche viel Mathe und logisches Verständnis. Bei Anwendungsentwicklung ist das noch extremer.

Hatte in der Schule auch nie Probleme, war auf dem Gymnasium und habe Quali für die Oberstufe. Habe aber kein Abitur gemacht.

Informatik ist aufjeden Fall ein riesiges Thema und Anwendungsentwicklung ist für meine Meinung nach schwieriger als Systemintegration.

Kommentar von epixplay ,

Was ist den der Unterschied zwischen systemintegration und Anwendungsentwicklung? Nur grob beschrieben und wie sieht es mit dem Gehalt aus ?

Kommentar von Denno2015 ,

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