Frage von lila85, 38

Bekommt ein ehemaliger Hartz4 Empfänger, der wieder zu arbeiten beginnt, die Arbeit aber nicht gut bezahlt wird, Mietzuschuss?

Während des Erhalts von Hartz4 wird ja, wenn ich das recht weiß, auch die Miete vom Jobcenter bezahlt. Wenn nun wieder gearbeitet wird, die Arbeit aber schlecht bezahlt wird und die Miete davon nicht bezahlt werden kann, kann dann Mietzuschuss beim Sozialamt o.ä. beantragt werden? Oder muss man sich um eine billigere Wohnung /(was ja oft nicht möglich ist) umsehen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, 18

Wenn man schon vor dem Leistungsbezug in einer zu teuren ( unangemessenen ) Wohnung leben würde,dann würde das Jobcenter in der Regel auch die unangemessenen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) für weitere 6 Monate in tatsächlicher Höhe anerkannt und ggf. übernommen !

Nach dieser Übergangszeit bzw.in diesen 6 Monaten müsste man sich dann nach der schriftlichen Aufforderung zur Kostensenkung überlegen ob man sich in der Zwischenzeit eine angemessene Wohnung suchen möchte oder nach dieser Zeit die Differenz selber zuzahlt.

Man müsste also nicht ausziehen wenn man nicht möchte,man muss dann nach dieser Übergangszeit nur die Differenz von angemessen zu unangemessen selber zuzahlen.

Einer 6 köpfigen Familie steht an angemessenem Wohnraum für den Haushaltsvorstand ( der den Antrag stellt ) 45 qm zu und jeder weiteren Person in der Regel 15 qm dazu,also bei 5 Personen würden dann noch mal ca. 75 qm dazu kommen,dann dürften sie bis zu 120 qm haben.

Was die Wohnung dann kosten darf erfahren sie beim zuständigen Jobcenter,man kann auch im Internet unter ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " einmal nachsehen oder unter ,, angemessene KDU " und dazu den Namen der Stadt in der sie wohnen.

Wenn das anrechenbare Einkommen ihren Bedarf dann nicht deckt dann steht ihnen entweder vorrangig Wohngeld / Kinderzuschlag zu oder dann ALG - 2 Aufstockung.

Man müsste dann wissen was der Mann an Brutto und Nettoeinkommen hat,was die anderen Familienmitglieder an Einkommen haben,wenn Erwerbseinkommen dann auch Brutto und Netto,wie alt die Kinder sind und was sie machen und wie teuer dann die KDU - also die Warmmiete des Hauses wäre.

Dann kann man ausrechen was der Familie an Grundbedarf zustehen würde und wie viel an Bedarf nach Anrechnung des anrechenbaren Einkommens bleiben würde.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von Messkreisfehler, 29

Beides ist möglich,

wenn deine Wohnung zu teuer bzw zu groß ist dann wirst Du hier nicht die volle Miete bekommen.

Ein Mietzuschuss ist aber generell möglich bzw aufstockendes ALG2.

Mit wieviel Personen lebst Du denn in der Wohnung, was kostet sie und wie groß ist sie?

Kommentar von lila85 ,

Ich betreue eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie. Diese Familie hat nun die Chance in eine 100m2 große Wohnung umzuziehen. Bisher wird ja der Unterhalt usw. vom Jobcenter bezahlt. Der Vater macht gerade eine Ausbildung und wird in ca. einem halben Jahr zu arbeiten beginnen. Nun machen sich die zukünftigen Vermieter natürlich Gedanken darüber, ob die Miete auch nach der Arbeitsaufnahme des Mannes bezahlt werden kann. Denn es weiß ja noch niemand wie viel der Familienvater in Zukunft verdienen wird. Davon hängt nun ab, ob die Familie die Wohnung bekommt.

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