Frage von lovejoy13, 106

Bekommen Hatz4, Beistandschaft d. Jugendamtes schrieb, das Vater Unterhalt auf Konto des Kindes zahlen soll. Was nun, Kostgeld?

Hallo alle, meine Tochter wurde Ende Januar Volljährig. Ich habe mich ja sonst immer um alles gekümmert, was die Ämter angeht, das Geld angeht usw. Nun hat die Beistandschaft des Jugendamtes die Beistandschaft beendet (weil Tochter ja 18 wurde), mir das mitgeteilt und meiner Tochter die erwirkten Schuldtitel übersand. Nun habe ich das Schreiben, welches meine Tochter bekommen hat, lesen dürfen. Dort steht, das sie ihrem Vater eine aktuelle Kontoverbindung zukommen lassen soll. Das schrieben sie mir nicht, bzw. wusste ich nicht, das mir ab nächsten Monat der Unterhalt fehlen wird. Wir leben in einer Bedarfsgemeinschaft, bekommen also hartz4.(haben zudem auch noch eine 14 Jahre alte Katze und einen kleinen Hund) Wie verhält es sich denn da nun?! Das Amt weiss von dem Schreiben, aber noch nicht, das meine Tochter nun das Geld vom Vater bekommen soll. Das will ich dem Amt noch melden. Aber in der Haushaltskasse fehlt doch nun der Unterhalt. (Zudem ich kurz bevor sie 18 wurde, vom Jugendamt nochmals neu berechnen lassen habe, sodass der Vater mehr an KU zahlen muss) und ich die rennerei hatte und habe. Wie sieht denn das nun genauer aus. Muss oder sollte sie Kostgeld nun an mich zahlen? Achja, sie geht in die 12. Klasse Gymnasium, hat keinen Nebenjob. (Sie hat einen Freund, ihre erste große liebe, aber da hab ich den beiden schon verboten hier zu kochen, denn mit mir will sie nicht mittagessen, lieber mit dem Freund, das wäre dann quasi doppeltes kochen. Da verzichtet sie lieber aufs Essen. Das geht nicht. Und das er hier duscht, lass ich auch nicht zu. Ich weiss, ist vielleicht einbißchen viel zu streng, aber das hat seine Gründe.) Also unsere Situation ist etwas arg angespannt. Nun noch das mit dem Unterhalt. Ich weiss nicht, wie es weiter gehen soll. Weiss jeman rat?! Liebe Grüße, lovejoy

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, 61

Der Unterhalt für die Tochter stand immer schon ihr zu - war lediglich für ihren eigenen Lebensunterhalt bzw. ihre anteiligen Kosten eurer Gemeinschaft gedacht (Verpflegung, Kleidung, anteilige Miete, Strom...)

  • Solange sie noch minderjährig war und eine Sorgepflicht für sie bestand, hattest du als ihr "betreuender Elternteil" Anspruch auf Zahlung des Unterhaltes, um ihn für sie entsprechend einzusetzen, zu verwalten.

Als Volljährige ist die Tochter nun für ihren eigenen Lebensunterhalt in erster Linie selbst verantwortlich. 

Wenn sie nun noch einen Unterhaltsanspruch hat - was sie aber selbst erst einmal nachweisen muss - so wärst du nun ebenfalls barunterhaltspflichtig, nicht mehr nur der Vater allein, da mit dem 18. Geburtstag ja die Sorgepflicht und somit auch die Betreuung für die Tochter wegfiel.

Der Unterhalt müsste nun eigentlich neu berechnet werden - einfach nur eine andere Kontonummer zu benennen würde theoretisch nicht ausreichen - da er sich ja nun auf beide Elternteile aufteilt. 

  • Zuständig für die Neuberechnung wäre die Tochter - nicht mehr du oder die Beistandschaft. 
  • Unternimmt die Tochter nichts dergleichen, bräuchte ihr eigentlich auch überhaupt kein Unterhalt geleistet zu werden, dann müsste sie selbst zusehen, wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Der Vater könnte den alten Unterhaltstitel von der Tochter einfordern und den Unterhalt an sie einstellen, bis sie die Neuberechnung veranlasst hat. Sollte der Titel unbefristet sein (über den 18. Geburtstag hinaus Gültigkeit haben), hätte er Anspruch darauf, diesen entsprechend abändern zu lassen.

Sein - nun anteiliger - Unterhalt fällt geringer aus als vor dem 18. Geburtstag des Mädchens (auch wenn du selbst keinen Unterhalt an sie leisten kannst). Denn zwar steigt ihr "Gesamtbedarf" ab dem 18. Geburtstag etwas an, aber nun wird das Kindergeld nicht mehr nur zur Hälfte sondern in voller Höhe auf diesen Bedarf angerechnet, wodurch der Gesamtunterhalt sich verringert.

Du selbst bist gegenüber der Tochter nicht "leistungsfähig", kannst/ brauchst ihr also keinen Unterhaltsanteil zu leisten.

  • Wärst du allerdings leistungsfähig, könntest du deinen errechneten Anteil in Form von Verpflegung und Unterkunft gewähren statt als Bargeld, solange die Tochter noch bei dir wohnen könnte. 
  • Dann müsstet ihr aushandeln, ob dein errechneter Anteil (+ Kindergeld) ihre Kosten abdeckt oder sie dir noch etwas dazugeben muss - ggf. vom Unterhaltsanteil des Vaters....

Die Tochter muss also den Unterhalt ihres Vaters nun für ihre Verpflegung, anteilige Miete, Strom... einsetzen. Jedes Waschen ihrer Wäsche, Saubermachen, Lebensmittelkaufen etc...., das sie nicht selbst erledigt, müsste sie dir theoretisch entlohnen.....

Wenn die Tochter das verweigert, könntest du eine Liste erstellen, in der du für alle "Posten" einen Betrag festlegst  - und der Tochter in Rechnung stellen.

Kommentar von lovejoy13 ,

Danke, für die hilfreiche Antwort.

Natürlich habe ich den bisherigen Unterhalt verwaltet und in "ihrem Sinne" ausgegeben, wenn man das so nennen kann.

Der Unterhalt wurde neu berechnet, von der Beistandschaft des Jugendamtes, ja. Der KV muss nun mehr bezahlen. Daher ist es in Ordnung mit der Kontonummer meiner Tochter angeben.

Ich kann nach wie vor keinen Unterhalt an sie leisten, weil hartz4.

Das mit dem aushandeln ist ja so eine Sache. Ich wüsste nicht, wie man das machen sollte.

Im Moment wird sie noch denken, das sie das Geld als Taschengeld hat. Morgen werde ich mit ihr darüber reden.

Und danke für die letzten 2 Tipps ;-)

Antwort
von claudialeitert, 64

Ja das stimmt ab 18 bekommt die Tochter selber den Unterhalt. Da du als Mutter ja eigentlich auch Unterhaltspflichtig wärst. Aber mit hartz 4 geht da nix. Sie müsste kostegeld abgeben. Mietteil , Strom usw. Ausser du bekommst etwas für Sie was ich nicht glaube wenn sie genug unterhalt bekommt. Ihr müsst euch einigen wieviel sie abgeben muss. Alles kam man nicht verlangen aber das müsst ihr so klären. . .

Kommentar von lovejoy13 ,

Und genau DA ist das Problem. Sie wird es als "Taschengeld" ansehen und nichts abgeben wollen.

Wie ist das mit dem Jobcenter? Dementsprechend müssten die doch auch den Anteil von ihr auf ihr Konto überweisen, oder nicht?

Ich meine, ich zahle ja auch noch ihre Versicherungen z.b., sollte ich die dann ihr aufs Auge drücken?! Ich meine, ich mache ja schon viel, aber alles alleine kann (und will) ich nicht machen.

Kommentar von DFgen ,

Wie ist das mit dem Jobcenter? Dementsprechend müssten die doch auch den Anteil von ihr auf ihr Konto überweisen, oder nicht?

Sollte der "anteilige" Unterhalt vom Vater + Kindergeld den ihr gesetzlich zustehenden "Bedarf" abdecken, würde sie aus der Bedarfsgemeinsaft fallen - dann würde für sie sie garnichts mehr gezahlt.

Reicht es nicht, so würde es nach wie vor auf eure Bedarfsgemeinschaft angerechnet, als "Vorsteher" der Bedarfsgemeinschaft würdest du weiterhin den fehlenden Rest erhalten....

Sie wird es als "Taschengeld" ansehen und nichts abgeben wollen.

Dann könntest du ihr eine "Gegenrechnung" aufstellen über alle Kosten, die sie als nun selbständige Erwachsene "verursacht" und deshalb auch aus "eigenen Mitteln" dafür aufkommen muss. 

Beispiel: anteilige Miete (ihr Zimmer, Küchen-, Badnutzung...) = x Euro / Lebensmittel, Shampoo, Waschpulver .... = x  Euro / Einkäufe nach Hause tragen = x Euro/ Wäschewaschen oder Benutzung der WM = x Euro..........

Viele junge Leute sind sich dessen einfach nur oder noch nicht bewusst.....

Kommentar von claudialeitert ,

Du musst mit ihr reden da ja schließlich sie auch Ausgaben verursacht. so ist das wenn sie 18 werden müssten sie da schon wissen das man Geld abgeben muss, wenn sie nicht tut bezahlt sie ihren Mist allein.

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