Frage von Selfverletzung, 363

Bekommen die Tiere in Deutschland Medikamente?

Hallo,

viele Menschen sagen, dass die Tiere in Deutschland mit Antibiotika vollgepumpt werden stimmt das oder nicht ?

Weil irgendwie finde ich das schon komisch, dass die Hühner keine Krankheiten kriegen obwohl sie wochenlang in ihrem und in dem Kot von anderen Leben.
Ist schon komisch, dass da nie ein Huhn stirbt. Bis zur Schlachtung.

Wenn du Fleisch konsumierst und es dich wütend macht so etwas zu Lesen dann antworte bitte gar nicht auf die Frage, denn mehr als 10 Punkte wirst du für deine Antwort nicht kriegen, wenn die Antwort der größte Schwachsinn ist.

Danke für dein Verständnis.

Bitte versucht alles so ein bisschen mit Beweisen zu belegen, denn das wäre echt nett :).

Bin Vegetarier und 17 Jahre alt

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tofurky, 181

Tiere in der Massentierhaltung werden nachweislich mit Medikamenten vollgepumpt. Sie bekommen eben nicht nur Medikamente, wenn sie krank sind, sondern auch prophylaktische Antibiotikakuren. Und dann auch immer der gesamte Stall etc.
Natürlich wird das gern verschwiegen von der Fleischindustrie.
For your interest:
http://www.bund.net/antibiotika-resistenzen
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/massentierhaltung-bitte-keine-antibiotika-...
http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-01/resistente-keime-putenfleisch

"Die Leiterin Agrarpolitik beim BUND, Reinhild Benning, nannte die Studienergebnisse "schockierend, aber nicht überraschend". In der deutschen Tierhaltung würden jährlich 1.450 Tonnen Antibiotika für 800 Millionen Euro eingesetzt".
Scheint mir keine Ausnahme zu sein.

Und falls jetzt jemand behauptet, das trifft nur auf Massentierhaltung zu, dem sei gesagt, dass der Großteil des Fleisches in DE aus der Massentierhaltung kommt.
"SPIEGEL ONLINE
Der Trend zu steigender Fleischproduktion aber, vor allem für den Export und mit immer mehr Tieren in immer größeren Ställen, bleibt dem Fleischatlas zufolge ungebrochen. In den vergangenen gut 20 Jahren ist die Erzeugung von Geflügelfleisch um mehr als 75 Prozent gestiegen, während die Zahl der Mastbetriebe um 95 Prozent zurückging. Bei der Produktion von Schweinefleisch sind die Zahlen ähnlich: Die Produktion stieg um 50 Prozent, die Zahl der Betriebe sank um fast 90 Prozent"
Hier nachzulesen:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/a-1071716.html#spRedirectedFrom=www&r...

Kommentar von Tofurky ,

Lies dir die Artikel ruhig mal durch. Könnt nicht schaden

Antwort
von Undsonstso, 183

Na klar bekommen Tiere in Deutschland Medikamente, wenn sie krank sind.

Ich finde auch einiges komisch an manchen Tierethikern. Wenn z.B. deren Tiere krank sind, lassen sie ihre Lieblinge auch medikamentös behandeln.....

Das paradoxe daran ist, da bekommen diese exklusiven Lieblinge Medizin, für die andere Tiere der gleichen Art (wie der Liebling) sterben mussten im Tierversuch ... und nicht einen Tierrechtsethiker stört das scheinbar, dass für die Veterinärmedizin auch Tiere benutzt werden.

Antwort
von Andrastor, 171

Natürlich werden Hühner krank und sterben vor der Schlachtung. Nur sind das je nach Größe des Betriebs 1-3 Hühner am Tag. Das kümmert niemanden, weder die Landwirte, noch die Medien.

Man stelle sich folgende Schlagzeile vor:

"Auf örtlicher Hühnerfarm ist gestern ein Huhn gestorben!"

Das bringen Zeitungen nicht mal als Aprilscherz.

Natürlich bekommen Hühner Medikamente, aber sie werden nicht "vollgepumpt". Dies sind die maßlosen Übertreibungen von Fleischgegnern, Propaganda, nichts weiter.

Kommentar von Selfverletzung ,

Wenn die Medikamente kriegen ist das ja dann auch im Fleisch drinne

Kommentar von Andrastor ,

1.) Nicht alle Medikamente setzen sich im Fleisch ab, immerhin befindet sich in dir selbst auch nicht jedes Medikament dass du je genommen hast.

2.) Gibt es Regelungen wie viele Rückstände im Fleisch enthalten sein dürfen

3.) zersetzen sich die Medikamente beim Garen

4.) Wären verschiedene Krankheiten, Parasiten und Seuchen die Alternative

5.) Würden die Tiere nicht gegen oben genannte Erreger medikamentös behandelt werden, können gefährliche Seuchen ausbrechen, die auch auf den Menschen übertragen werden könnten.

Kommentar von Omnivore10 ,

In der Regel nicht, wenn die gesetzlichen Schlachtsperren eingehalten werden!

Kommentar von Dackodil ,

Bei jedem Arzneimittel wird im Zulassungsverfahren geprüft (neben vielen anderen Dingen), wie sich das AM im Tierkörper verhält. Wie lange es wirkt, in welchen Intervallen es gegeben werden muß, 1 oder mehrmals und auch, in welchem Zeitraum es der Körper wieder vollständig ausgeschieden hat.

Dieser Zeitraum plus ein Sicherheitsabstand wird als sogenannte Wartezeit festgelegt. D.h. bei jedem Medikament steht dabei, wie lange die Produkte des behandelten Tieres nicht in die Nahrungskette gelangen dürfen und zwar ab der letzten Verabreichung. Das Ganze fein säuberlich aufgeteilt nach Fleisch, Milch und Eiern.

So wird sichergestellt, daß Menschen nichts von den Medikamenten von behandelten Tieren abkriegen.

Kommentar von Omnivore10 ,

@Dackodil. Schreib nicht zuviel Wahrheit, das wird sonst zensiert. Damit können hier einige nicht umgehen. Siehe meine Antwort, die wurde auch zensiert.

Antwort
von ilknau, 64

Upsala, Selfverletzung, dein Nick klingt nicht eben gesund, ne.

Definiere: Welche Viele! + WER

Beweise sind meine eigenen Erfahrungen aus der Landwirtschaft.

Die Tiere generell bekommen nur A.B. sind sie krank, zur Behandlung und stehen nicht unter Dauergabe.

Hat eine Kuh langwierige Mastitis oder ein hartnäckig entzündetes Karpalgelenk erhält sie schon mal A.B., ansonsten arbeitet man mit lindernden Methoden: Kühlen, Einreibungen mit Panthenolsalbe, im Stall lassen...

Grins, und Mitarbeiter wie ich setzen sich aus Tierliebe auch echten Gefahren aus, weil manch Kuh schon schmerzlich ausschlug, wenn man ihr die Heilsalbe auftragen wollte:

hi- hi: einmal hing ich mit einer Hand am Fressgitter und babbte der an Buchweizenausschlag erkrankten Färse die Salbe hin während sie tobte wie der Deibel.

Das ist bei Schweinen ebenso bzw. generell allgemeine A.B.Gabe in der Landwirtschaft VERBOTEN.

Sicher stirbt immer mal ein Tier oder muss eingeschläfert werden, wenn es unheilbar krank oder schwer verletzt ist.

Dieses Fleisch gelangt jedoch nicht in den Handel und ebensowenig die Milch erkrankter, in Behandlung stehender Kühe, Schafe, Ziegen, Büffel...

PS. ein 17 Jähriger will mir vorschreiben, was ich zu wissen sprich zu antworten habe, nice!

Love yourself!

Antwort
von derhandkuss, 166

Möchte ein Landwirt seine Tiere mit entsprechenden Medikamenten "voll pumpen", muss er diese Medikamente erst einmal in entsprechender Menge kaufen. Bist Du Dir im Klaren darüber, was (solche) Medikamente im Einkauf kosten? Ein kleiner bis mittelständischer landwirtschaftlicher Betrieb kann es sich auf Dauer gar nicht leisten, diese zu kaufen. Denn in seine Verkaufserlöse kann der kleine bis mittelständische Landwirt die Medikamente nicht einkal-kulieren, weil der Markt solche Verkaufserlöse für ihn nicht her gibt. "Bestenfalls" werden in Großbetrieben die Tiere regelmäßig mit entsprechenden Medikamenten "versorgt".

Kommentar von Omnivore10 ,

"Bestenfalls" werden in Großbetrieben die Tiere regelmäßig mit entsprechenden Medikamenten "versorgt".

Auch das nicht. Denn nicht der Landwirt kauft die Medikamente, sondern der Tierarzt! Und ein Tierarzt hockt sicher nicht den ganzen Tag in Betrieben rum und "pumpt" die Tiere mit irgendwelchem Zeug voll. Wozu auch?

Antwort
von Omnivore10, 32

viele Menschen sagen, dass die Tiere in Deutschland mit Antibiotika vollgepumpt werden stimmt das oder nicht ?

Das stimmt nicht, da es suggeriert, dass sie ständig unter Drogen stehen.

Ob ein Tier Medikamente bekommt entscheidet der zuständige Tierarzt. Für den Landwirten ist das nicht schön, denn 1. kostet das Geld und 2. müssen danach gesetzliche Schlacht- und Milchsperren eingehalten werden.

Ist schon komisch, dass da nie ein Huhn stirbt. Bis zur Schlachtung.

Auch bei Hühnern sterben ab und zu mal Tiere. Das kann man nicht verhindern. Höher ist dies bei Freiland und Bio-Haltung, weil draussen nun mal mehr Krankheiten und Parasiten warten als in einem Stall. Stallhaltung hat halt seinen Sinn. Man macht es ja nicht grundlos

denn mehr als 10 Punkte wirst du für deine Antwort nicht kriegen, wenn die Antwort der größte Schwachsinn ist.

Wenn du Vegetarier oder Veganer bist und das nicht glauben willst, dann rufe beim Verinäramt an oder besuche Landwirte und frag die!

Bitte versucht alles so ein bisschen mit Beweisen zu belegen, denn das wäre echt nett :).

Der beste Beweis lauert bei jedem Landwirten. Tag des offenen Hofes macht fast jeder.

Andererseits werden durch den Rückstandskontrollplan über das BMEL Rückstandsproben gemacht. Den Umfang der Proben kannst du hier nachlesen:

http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/01_Aufgaben/02_AmtlicheLebensmittelueb...

Wieviel antibakterielle Rückstände oder verbotene Stoffe im Fleisch gefunden wird kannst du hier nachsehen.

http://berichte.bmelv-statistik.de/SJT-4500500-2013.pdf

Das zeigt, dass die Schlachtsperren zum allergrößten Teil eingehalten werden.

Weiterhin kannst du ein wenig rechnen. Man nehme das Schlachtfleisch, welches in DE produziert wird. Die Zahlen erhälst du beim BMELV oder der FAO (sind Deckungsgleich). Dann rechnest du da noch die Schlachtausbeute mit rein. Die Zahlen kursieren auch beim BMELV rum, bzw. bei jeder Landwirtschaftsbehörde. Kannst auch in Fütterungsversuchen das nachsehen. Und dann nimmst du noch die jährliche verabreichte Antibiotikamenge. Und die kann ziemlich genau ermittelt werden, weil nämlich der zuständige Tierarzt und der Landwirt parallel darüber Buch führen muss und meines Wissens glaube bis zu 8 Jahre aufheben muss. Dann bildest du aus diesen beiden Zahlen die Differenz und erhälst die jährliche Abgabemenge pro kg Schlachtgewicht:

Ich habe dir das mal vorgerechnet:

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=3a8c7e-1453928861.jpg

Laut meiner Rechnung komme ich also auf 111mg/kg Lebendgewicht pro Jahr. Jeder der schon mal Antibiotika nehmen musste, weiß, dass das grad (oder nicht mal) eine Tagesdosis ist. Und Behandlungen gehen üblerweise über eine oder 2 Wochen.

Von "vollpumpen" kann bei Leibe nicht die Rede sein. Das ist schlicht und ergreifend Verleumdung von fachfremden Menschen, die keine Ahnung von Viehzucht haben!

Und das was ich hier niedergeschrieben habe kann jeder nachprüfen und nachrechnen! Es sei denn der Wille ist da.

Bin Vegetarier und 17 Jahre alt

Mischköstler, bekennender Fleischesser und ca. doppelt so alt wie du.

mischköstliche Grüße
Omni

Kommentar von eccojohn ,

Mischköstler bin ich auch - die 17 Jahre verdoppeln, klar -  die 34 J. verdoppeln geht nicht wirklich - macht aber nix !!  -  ABER:

Ich würde mal gern wissen wollen, ob denn die lieben Veganer nicht vielleicht sogar ein höheres Risiko haben durch Pflanzenschutzmittel und alle Umwelt-Gilfte als Fleisch(fr)esser durch Medikamente, die in der Tierhaltung verbraucht werden.

Hast du da einen Überblick - rein zufällig ? 

Kommentar von Omnivore10 ,

kenne keine Untersuchungen dahingehend. Dafür müsste es einen durchschnittlichen oder medialen Konsum geben. Und bei 80 Millionen Bundesbürger sind solche Pauschalisierung einfach Unfug. Das geht vielleicht in einem Selbstversorgungsdörfchen an einem Bach in Kanada, aber nicht in einem dicht bevölkertem Staat, wo tausende Supermärkte, Fleischer, Gemüsehändler, 300.000 Landwirte und abertausenden Produkten auf uns warten.

Falls es solche Studien gibt, dann muss man die sehr mit Vorsicht genießen. Da sind Scheinkorrelationen fast an der Tagesordnung.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community