Bekomme seit 1.10 ALG2. Seit 15.11 habe ich eine Teilzeitarbeit und bekommt noch ALG2 aufgestockt. Kann ich die monatlichen Bahnkosten zurückerstatten lassen?

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3 Antworten

Theoretisch ist das schon möglich,in deinem Fall aber nicht !

Die Sache ist die,dass du von deinem Erwerbseinkommen schon Freibeträge nach § 11 b SGB - ll geltend machst.

Diese setzen sich aus 3 Stufen zusammen,die 1 Stufe ist der Grundfreibetrag und beträgt 100 €,dann die 2 Stufe von 100 € - 1000 € Brutto,dann stehen dir 20 % Freibetrag zu und die 3 Stufe geht von 1000 € - 1200 € Brutto,dann noch mal 10 % Freibetrag.

Der Betrag der 3 Stufe erhöht sich von 1000 € - 1500 € Brutto,wenn in der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) min.1 minderjähriges Kind lebt.

Dann werden diese Freibeträge addiert,theoretisch von deinem Nettoeinkommen abgezogen und ergeben dann dein anrechenbares Einkommen.

Das was du dann vom Jobcenter noch bekommst ist dann deine Aufstockung,die dann bis zu deinem dir zustehenden Bedarf gezahlt wird.

In dem Grundfreibetrag von 100 € ist eine Versicherungspauschale von 30 € enthalten und Werbungskosten von 15,33 €,ergibt also 45,33 €,diese werden von den 100 € abgezogen,es bleiben noch 54,67 €.

Und genau diese 54,67 € musst du für deine Aufwendungen erst mal einsetzen,die dir durch deine Beschäftigung entstehen.

Erst wenn du über diesen Betrag kommen würdest,kannst du den Überschuss separat beim Jobcenter geltend machen.

Das ganze ist anwendbar ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von min. 400 €.

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Sagen wir es mal einfacher als Poster isomatte:

Du hast einen pauschalen monatlichen Grundfreibetrag von 100,- für Erwerbseinkommen. Dieser deckt auch Fahrkosten zur Arbeit ab, auch Arbeitskleidung und so weiter. Da sind deine 42,- also schon drin, denn das ist ja eine Pauschale*).

Erst wenn du mehr als 400,- verdienst und gleichzeitig mehr als 100,- Kosten hast für deine Arbeit, erst dann kannst du höhere Kosten als 100,- von deinem Erwerbseinkommen absetzen.

Gruß aus Berlin, Gerd

*) Das klingt ungerecht, aber so ist das nun mal bei Pauschalen: Wenn ich jeden Tag vom Chef eine Pauschale von 20,- fürs Essen außer Haus kriege und mir ne Stulle mitnehme, habe ich mehr von der Pauschale als der Kollege, der das Geld im Imbiss ausgibt ;-).

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Kommentar von isomatte
17.12.2015, 14:31

Das mag zwar einfacher dargestellt sein lieber Gerd,aber es stimmt auch nur zur Hälfte !

Denn nicht wenn man min.400 € Bruttoeinkommen hat kann man Aufwendungen erst über 100 € geltend machen,die auf die Beschäftigung zurück zuführen sind,sondern schon ab dem Differenzbetrag.

Also 100 € Grundfreibetrag minus 30 € Versicherungspauschale,minus 15,33 € Werbungskosten = 54,67 €.

Übersteigt man diesen Betrag,dann kann man den Überschuss separat geltend machen und nicht erst wenn man mehr als 100 € als Aufwendungen hat.

Gruß aus Thüringen

isomatte

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das wäre Sache des Arbeitgebers ("Jobticket"), das Jobcenter zahlt das nicht (allenfalls nach Absprache zu Vorstellungsgesprächen ausserhalb eines gewissen Radius).

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