Frage von TomFranks, 110

Bekomme meine Schweißhände nicht in den Griff. Iontophorese hilfreich?

Hallo zusammen. Ich wollte hiermit gern noch einmal die Macht der GF-Community nutzen um eine Lösung für meine Schweißhände zu finden.

Nachdem ich den Schweiß seit einiger Zeit mit einem recht hoch dosierten Antitranspirant ganz gut im Griff habe, beunruhigen mich die immer wiederkehrenden Pressemeldungen zu möglichen Gesundheitsgefahren durch Aluminium doch etwas.

Aber auch die Kosten sind nicht zu vernachlässigen, denn mein 50ml-Antitranspirant für rund 30 Euro hält dann eben doch nur für 1/2 Jahr bis eine neue Flasche fällig wird.

Da eine Operation für mich nicht in Frage kommt würde ich gern ein Leitungswasser-Iontophoresegerät für eine Anwendung zu Hause kaufen. Wer kennt sich damit aus und kann mir sagen worauf es ankommt?

Ich würde die Iontophorese gern gegen Schweißhände aber auch unter den Achseln anwenden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sascha Ballweg, Grafiker & Kaufmann, 110

Da hier persönliche Erfahrungen gefordert sind klinke ich mich einfach mal ein. Ich nutze die Iontophorese nun seit ca. 2 Monaten, wobei ich mich schon früher damit auseinandergesetzt habe.

Meine ersten Erfahrungen stammen bereit aus den 80ern und wurden in einem Klinischen Test gesammelt (damals leider erfolglos).

Aus meiner Sicht hat die Iontophorese in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht und ist deshalb heute auch für problematische Fälle als "empfehlenswert" einzustufen

.

Auch die Preise für Heimtherapiegeräte sind so weit gesunken, dass ein Gegenrechnen der Kosten eines Antitranspirants (insb. bei langjähriger Nutzung) Sinn machen kann. 

Meine abtropfend starken Schweißhände konnte ich mit der Leitungswasser-Iontophorese jedenfalls sehr gut therapieren.

Hilfreich war bei mir die

anfängliche Behandlung mit Gleichstrom

(ohne Wechseln der Stromrichtung). Nach ca. 4 Wochen, also im Anschluss an diese Initial-Therapie, habe ich auf

Pulsstrom

umgeschaltet und diesen Wechsel mit einer (bei jeder Anwendung)

wechselnden Stromrichtung

unterstützt. 

Der positive Effekt dabei ist, dass sich die Hände so nicht an den starken aber wirkungsvollen Gleichstrom gewöhnen - was im schlechtesten Fall eine Art Abstumpfung nach sich führen kann

(ein Gleichstrom-Therapiegerät kann in einem solchen Fall nutzlos werden). Als ersten Tipp zur Auswahl eines Iontophoresegeräts kann man also festhalten, dass dieses Puls- als auch Gleichstrom anbieten sollte, ebenso wie auch ein Wechseln der Stromrichtung.

Während bei meiner ersten Iontophorese noch eine helfende Hand (klinisches Personal) vonnöten war, um die Therapie zu starten oder die Stromstärke anzupassen hat mein heutiges Gerät bereits eine

Start/Stop-Automatik sowie eine Pausenfunktion.

Konkret bedeutet dies, dass die der Stromfluss automatisch startet, sobald ich die Anwendungszeit und Stromstärke eingestellt habe und beide Hände in die mit Wasser gefüllten Behandlungswannen eintauche. Nehme ich die Hände (oder eine) aus dem Wasser, pausiert das Gerät. Und ist die Zeit abgelaufen stoppt es und fährt den Strom sanft herunter.

Aber auch darüber hinaus ist die Bedienung durch ein

großes und selbsterklärendes Display

sehr einfach geworden. Es gibt keinen einzigen Regler mehr, den man drehen müsste. 

Übrigens kann ich meine

Hände und Füße auch gleichzeitig behandeln

(beide Hände in einer Wanne, die Füße in der anderen). 

Der tatsächlich fließende Strom wird auf dem Display in Form eines Balkendiagramms visualisiert. Dies ist besonders hilfreich, wenn es einmal zu Stromschwankungen, z. B. durch Bewegungen bei zu geringem Wasserpegel kommen sollte. Auch der sog. "Weidezauneffekt" wird durch

Sicherheitsfunktionen

verhindert.

Für die Anwendung unter den Achseln (aber auch an Händen/Füßen) nutzt das mir vorliegende, neueste Gerät (entwickelt in 2015) übrigens

Elektroden aus Silikon.

Diese sind durch die Einarbeitung leitender Materialien stark stromführend konzipiert aber trotzdem sehr sicher.

Überhaupt ist der Punkt "Sicherheit" bei der Wahl eines Iontophoresegerätes und dessen spezifischer Elektroden nicht gering zu schätzen!

So konstatierte das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

bereits 2003, dass neben unzureichend gesicherten Steuergeräten insbesondere die Elektroden die häufigste Problemquelle schmerzhafter Verletzungen bei der Iontophorese darstellen. Hervorgehoben werden dabei besonders Defekte an Elektroden oder deren Verbindungspunkten zu den Kabeln, die zu einem punktuellen Stromfluss führen können.

Ich persönlich bevorzuge deshalb zumindest stark ummantelte Elektroden (besser noch die weiter oben beschriebenen Silikon-Elektroden) mit gesicherten und außerhalb der mit Wasser gefüllten Wannen liegenden Kontakten!

ZITAT aus der Veröffentlichung des BfArM:

"Seit 1997 sind dem BfArM insgesamt 25 Vorkommnisse auf dem Gebiet der Elektrotherapie gemeldet worden. Die Fälle sind verteilt auf die Bereiche Iontophorese, Reizstrom/TENS, Galvanobäder und Hyperthermie. 22 Patienten wurden dabei geschädigt bzw. waren betroffen. Ursache waren sowohl Anwendungs- als auch Gerätefehler. Häufig hingen die Vorkommnisse mit den Elektroden zusammen."

Übrigens ist davon auszugehen, dass bei

Geräten der jüngsten Generation 

zur Leitungswasser-Iontophorese, die Sicherheitsfunktionen des Steuergeräts deutlich besser ausgeprägt sein werden als bei den

jahrelang im Einsatz befindlichen Geräte-Monstern,

die sich auch heute noch im Klinik- und Praxiseinsatz und sogar im freien Verkauf finden. 

Den meisten dieser Geräten sieht man den nicht mehr zeitgemäßen Stand der Technik an und bekommt ein unsicheres Gefühl. 

Moderne Geräte haben sowohl Sicherheitsfunktionen im Stromkreislauf als auch in der Gerätesoftware, die ineinander greifen.

Eine Iontophorese ist somit auch gegen Achselschweiß gefahrlos möglich,

insbesondere bei Beachtung der Herstellervorgaben und einer Verwendung von Silikon-Elektroden, die auch noch durch Schwammtaschen ummantelt sind.

Kommentar von Sascha Ballweg ,

Doofer Editor :( Weiß jemand, wie ich den total zerschossenen Beitrag oben richten (lassen) kann? Der war eigentlich gut strukturiert und sieht nun ziemlich gruselig aus. Gute Frage, oder?

Antwort
von XavierNeuss, 84

Ich kenne das Problem. Ich selber benutze eine spezielle Lotion, die sofort wirkt und trotzdem meine Hände nicht angreift. Gerne nenne ich dir den Namen.

Kommentar von TomFranks ,

Ja, der Name der Lotion wäre interessant. Das meiste kenne ich aber bereits ;)

Kommentar von XavierNeuss ,

Hallo, hier der Name der Lotion. SweatStop Instant Lotion für die Hände. Die Lotion ist sehr ergiebig und ich komme lange damit aus. Ich bestelle es mir immer im Internet bei funktional cosmetics.

Kommentar von TomFranks ,

Diese Lotion hat bei mir leider ebenso wenig gebracht, wie die anderen Produkte anderer Marken, die speziell für eine Anwendung "über den Tag hinweg" gedacht sind. 

Das sind halt auch keine echten Antitranspirante sondern eher so Mittel die die Poren "verkleben". 

Ich weiß nicht ob es bei diesem war aber teilweise gibt das auch einfach nur ekelige Matsche auf den Händen, wenn diese kurz nach der Anwendung wieder zu schwitzen anfangen. Trotzdem danke!

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Körper, 95

Schweiss wird durch ein überaktives Nervensystem verursacht - und einen wirksamen Tipp dagegen findest Du hier in meiner Antwort.

https://www.gutefrage.net/frage/haende-schwitzig-vor-allem-bei-nervositaet-aber-...

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Erfahrungsberichte mit Iontophorese findest Du hier.

http://www.hh-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?t=195&start=20

Kommentar von TomFranks ,

Sorry aber Salbei, egal in welcher Darreichungsform, bringt bei übermässigem Schwitzen erfahrungsgemäß rein gar nichts. Gegen leichtes Schwitzen vielleicht, aber insbesondere bei Schweißhänden erreichst Du damit leider nichts :(

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Ein Versuch kann nicht schaden - oder - und wer etwas nicht versucht wird es nie erfahren.

Kommentar von TomFranks ,

Deshalb schrieb ich "erfahrungsgemäß", denn ich habe die negativen Erfahrungen mit Salbei bereits sammeln können. Trotzdem Danke!

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Ein Problem kann nur gelöst werden indem die Ursache und nicht die Symptome behandelt werden - und Ursachen gibt es viele - genaueres dazu hier.

http://www.apotheken-umschau.de/schwitzen

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