Frage von SuperSparFuchs, 44

Bekomme ich Wohngeld, wenn ich keinen Anspruch mehr auf Bafög habe?

Hey Leute, komme nächste Woche ins fünfte Semester, jedoch reichen mir meine Credit Points nicht aus um weiterhin Bafög zu kriegen. Ich wohne mit zwei weiteren Studenten in der Wohnung zusammen, einer kriegt weiterhin Bafög, der andere war noch nie Bafög-berechtigt. Kann man jetzt Wohngeld kriegen, und wenn ja wie, und bekommt es der ganze Haushalt oder nur ich dann?

Jemand bereits Erfahrungen?

Danke :)

Antwort
von Aniger27, 14

Hallo,

ich habe mich in letzter Zeit sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Du musst Warmmiete nehmen + Regelbedarf mom. 404 €. Von dieser Summe musst du 80 % nehmen - und das musst du als Mindesteinkommen haben.

Zum Mindesteinkommen zählt das, was du monatlich erhälst, sei es Unterhaltszahlungen (also das Kindergeld, das deine Eltern an dich weiterleiten) oder sonstige Zusatzzahlungen deiner Eltern zum Beispiel. Solltest du regelmäßig jährlich einen Ferienjob haben, wird das ebenfalls zum Einkommen gezählt, also Ferienjobeinnahme dividiert durch 12. Kommst du dann zum Beispiel auf 400 € und brauchst aber Mindesteinkommen von 500 €, bekommst du kein Wohngeld. Wohngeld soll zur Finanzierung der Wohnung dienen und nicht zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Wenn das Mindesteinkommen also nicht ausreicht, wirst du auf Sozialhilfe verwiesen, die du als Student aber nicht bekommst , weil du arbeitsfähig bist. Hast du noch Sparguthaben zum Beispiel von 1400 €, wird das durch 12 geteilt und dann sagt das Wohngeldamt, du bekommst Wohngeld, weil die fehlenden 100 Euro zum Mindesteinkommen kannst du aus dem Ersparten holen und so dein Lebensunterhalt finanzieren. Also  wie gesagt, das Wohngeld soll zur Bezahlung der Wohnung dienen, deswegen muss das Mindesteinkommen in Höhe von 80 % siehe oben vorhanden sein.

Antwort
von Aniger27, 6

Und dann kannst du dir selber ausrechnen, wie viel du Wohngeld bekommst, ist gar nicht so viel - aber besser wie gar nichts.

Es gibt im Internet Wohngeldrechner. 

Bei der Einkommenseingabe in den Wohngeldrechner darfst du Erspartes beim Einkommen nicht eingeben. Das zählt zwar, ob du mit dem Ersparten auf das Mindesteinkommen kommst und so dein Lebensunterhalt finanzieren kannst, um Wohngeld zu beziehen.  Aber bei der Berechnung des Wohngeldes wird es nicht als Einkommen angesetzt. 

Antwort
von schleudermaxe, 19

Nein, so jedenfalls das Verwaltungsgericht in einem meiner Fälle.

Wurde denn gar nicht ein Stipendium geprüft? Ich denke an das ev. Studienwerk und andere.

Viel Glück.

Antwort
von TreudoofeTomate, 32

Du wohnst in einer Studenten-WG?

Falls ja, kannst du jetzt tatsächlich Wohngeld beziehen, da du dem Grunde nach keinen Anspruch auf BAföG mehr hast. Du musst allerdings über einen Mietvertrag verfügen und nachweisen können, wovon du deinen Lebensunterhalt bestreitest (sog. Mindesteinkommen).

Kommentar von SuperSparFuchs ,

Ja eine Studenten-Wg, Mietvertrag habeich auch und arbeite bei der Post, bekomme da aber kein regelmäßiges Einkommen also bisher, arbeite zumeist nur in den Ferien, also so 4-5 Abrechnungen pro Jahr. Reicht das als Nachweis oder MUSS es monatlich sein?

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Hallo, nein, es muss nicht monatlich sein. Wenn du in den 4-5 Monaten so viel verdienst, dass du damit übers Jahr kommst, reicht der Nachweis aus.

Kommentar von schleudermaxe ,

... seit wann ist das denn so?

Bei uns bekamen es immer die Eltern (so auch das Gericht in einem persönlichen Verfahren), denn die hatten Einkommen, eine Voraussetzung für Wohngeld. Oder übersehe ich etwas?

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Wenn der Student nicht mehr zu Hause wohnt, bekommen niemals die Eltern sein Wohngeld. Er hat doch selbst eine Mietzahlungsverpflichtung.

Das war schon immer so. Allerdings gilt natürlich nach wie vor, dass die meisten alleinlebenden Studenten vom Wohngeldgesetz ausgeschlossen sind.

Antwort
von Aniger27, 9

Nachtrag: Beachten muss man natürlich, ob jemand anderer aus einer WG Wohngeld oder Bafög bezieht, so wie du oben schreibst. Damit kenne ich mich aber nicht aus. 

Am besten beim Wohnamt nachfragen. Es gibt wirklich sehr hilfsbereite Sachbearbeiter, die Verständnis aufbringen und Fragen beantworten.

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