Frage von alkjrk, 53

Bekomme ich weniger Brutto bei weniger Arbeit-mein Cheff schickt mich bei Arbeitsantritt nach Hause.?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von alexbababu, 44

Dadurch, dass du zur Arbeit erschienen bist, dein Chef aber deine Arbeitsleistung nicht in Anspruch genommen hat, befindet er sich nach §615 BGB im Annahmeverzug.

§ 615
Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko

Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein. Er muss sich jedoch den Wert desjenigen anrechnen lassen, was er infolge des Unterbleibens der Dienstleistung erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Dienste erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend in den Fällen, in denen der Arbeitgeber das Risiko des Arbeitsausfalls trägt.

http://dejure.org/gesetze/BGB/615.html

Kommentar von alexbababu ,

Ui! danke für den Stern. Hat es sich geklärt?

Antwort
von kleinewanduhr, 35

Hi, bevor es zur Antwort kommt, erst mal die wichtigste Frage:

Warum hat der Chef Dich nach Hause geschickt?

Kommentar von Familiengerd ,

Er spricht doch von "weniger Arbeit"!

Kommentar von kleinewanduhr ,

Genau, deshalb auch die Frage: "weniger Arbeit", weil keine vorhanden ist oder "weniger Arbeit", weil die vertraglichen Mindeststunden nicht geleistet wurden und @alkjrk aufgrund einer Verfehlung nach Hause geschickt wurde.

Kommentar von Familiengerd ,

"weniger Arbeit", weil keine vorhanden ist

ist ja die naheliegendste Annahme (die im Übrigen auch richtig ist, wie man jetzt aus einer parallel gestellten Frage ersehen kann). Das andere ist in Zusammenhang mit "weniger Brutto" - also geringerer Entlohnung - nicht nachvollziehbar.

Übrigens entbindet auch ein "und @alkjrk aufgrund einer Verfehlung nach Hause geschickt wurde" den Arbeitgeber dann nicht von der Verpflichtung zur Entlohnung.

Kommentar von kleinewanduhr ,

Hi Gerd, den 2. Absatz kann ich so nicht unterschreiben. Kein Geld würde gezahlt, wenn der Mitarbeiter z.B. besoffen zur Arbeit käme, gelle?

Kommentar von Familiengerd ,

Kein Geld würde gezahlt, wenn der Mitarbeiter z.B. besoffen zur Arbeit käme

Okay, da stimme ich Dir natürlich zu, und das versteht sich auch von selbst.

Deine Bemerkung "aufgrund einer Verfehlung nach Hause geschickt" las sich allerdings wie eine Sanktion auf eine Vertragsverletzung - und ein "Nach-Hause-schicken" als bloße Sanktion würde den Arbeitgeber nicht von seiner Entlohnungsverpflichtung entbinden.

Kommentar von kleinewanduhr ,

Jau, da sind wir wieder zusammen. Bei dieser Frage wird wieder mal deutlich, wie sehr es auf eine exakte Beschreibung ankommt.

Antwort
von wiedermalich, 53

natürlich wird dir dafür auch gehalt abgezogen. oder dachtest du du kriegst gelad dafür, dass du zuhause rum hängst?

Kommentar von Familiengerd ,

natürlich wird dir dafür auch gehalt abgezogen.

Da bist Du vollkommen im Irrtum!

oder dachtest du du kriegst gelad dafür, dass du zuhause rum hängst?

Das ist dann allerdings so!

Wenn der Fragesteller arbeiten will, der Arbeitgeber aber nicht genug Arbeit hat, dann ist das sein Betriebsrisiko, das er nicht auf den Arbeitnehmer abwälzen darf: der Arbeitnehmer ist trotzdem für die vereinbarte Stundenzahl zu entlohnen. Der Arbeitgeber ist im Annahmeverzug nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko" (alexbababu hat den Paragraphen in der Antwort zitiert).

So ist das, wenn man mit plapsigen Bemerkungen unüberlegt und vorschnell "aus der Hüfte schießt" - das geht dann meist am Ziel vorbei!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten