Frage von Stoma, 56

Bekomme ich im Geschichte Studium auch Archäologie mit?

Hey Leute, Ich habe vor Architektur und Geschichte zu Studieren. Ein reines Archäologie Studium wär mir zu viel, weil ich glaube das man im öffentlichen Bereich Medien, Verlage...bessere Chosen mit einem Geschichte Studium hat. Allerdings würde mich interessieren ob man bei einem Geschichte Studium auch mal an Ausgrabungen innoviert ist, hat da jemand Erfahrung? Wenn nicht könnte ich Archäologie als Nebenfach nehmen oder wär das zu viel?

Danke schon mal für Euere Antworten :)

Antwort
von Jerne79, 36

1. Chancen. Und weiter unten meinst du vermutlich involviert.

2. Nein, das Geschichtsstudium ist quellenorientiert. Forschungsgeschichtlich gesehen ist Archäologie zwar eine historische Hilfswissenschaft, ist als solche inzwischen aber völlig eigenständig.

Das höchste der Gefühle ist eine Erwähnung der archäologischen Arbeitsweisen in einem Seminar mit Propädeutikanteil. Die meisten reinen Historiker haben keinerlei nennenswertes archäologisches Wissen.

Was meinst du damit, ob Archäologie als Nebenfach zuviel sein könnte? Als drittes Fach? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das heute überhaupt noch möglich ist. Im Rahmen der paar Semester eines Bachelorstudiums wäre das vermutlich wirklich eine Menge Stoff.

Ich würde mir aber eher mal die Frage stellen, was du überhaupt willst.

Öffentlicher Bereich, Medien, Verlage... Worauf willst du hinaus?

"Medien" ist ein völlig überlaufener Bereich. Das Verlagswesen bedient sich nicht aus dem Pool von Architekten und Historikern.

Öffentlicher Bereich... Meinst du damit Öffentlichkeitsarbeit? Wissensvermittlung an Laien? Stellen an Museen sind rar, Architektur wäre da auch nicht die optimale Wahl.

Oder möchtest du in den öffentlichen Dienst? Dann wird dich Geschichte kaum weit bringen. In Kombination mit Architektur... Denkmalschutz? Aber auch da ist die Zahl der Stellen überschaubar und man fährt besser mit einem Studium Architektur und einem Aufbaustudium Denkmalschutz.

Mit Verlaub, die Frage klingt doch etwas unstrukturiert und erweckt den Eindruck, als wüsstest du selbst noch nicht so recht, was du eigentlich willst.


Kommentar von Stoma ,

Sorry hab Legasthenie. Ich gehe momentan auf eine HTL richtung Hochbau und interressier mich immer mehr für Denkmalschutz...Mit Architektur und Geschichte kann ich das später gut verbinden (Hoff ich :) ). Hast Du Geschichte Studiert ? Lernt man wirklich so wenig über Archäologische Arbeitsmethoden? Danke übrigens für die Antwort !












Kommentar von Jerne79 ,

Ich bin Archäologin, habe zwei archäologische Teildisziplinen und Geschichte studiert, bin als Freiberuflerin damit v.a. im Bereich Bodendenkmäler beschäftigt, habe aber auch öfter mit der Baudenkmalpflege zu tun.

Und ja, man lernt wirklich so wenig über Archäologie in Geschichte. Eben weil es ein eigenes Fach ist, für das es Spezialisten, nämlich uns Archäologen gibt.

Ich fürchte allerdings, dass es bei deinen Plänen sowohl mit Geschichte als auch Archäologie v.a. ein Problem geben wird. Mit der Höheren Technischen Lehranstalt wirst du - soweit ich das auf die Schnelle eruieren kann - kaum zu einem geisteswissenschaftlichem Studium zugelassen werden. Dazu brauchst du Abitur bzw. Matura (ich vermute jedenfalls, dass du in Österreich lebst, wenn ja, wäre es sinnvoll, sowas bei Fragen zum Studium anzugeben).

Ehrlich gesagt, auch wenn du einen entsprechenden Abschluss erwirbst, wird dir ein Geschichtsstudium im Denkmalschutz nur wenig helfen. Es verschafft dir sicherlich Hintergrundwissen, vermittelt dir aber nichts für die Praxis. Was du brauchst, sind technisches Verständnis, Hintergrundwissen, was wann wie gemacht wurde. Da helfen dir Quellenstudium und Co. wenig. Bestenfalls schaust du nicht gar so dumm aus der Wäsche, wenn du ins örtliche Archiv marschierst, um die Baugeschichte eines Gebäudes zu recherchieren. Auch Archäologie würde dir für die Baudenkmalpflege wenig bringen, wobei ich es durchaus erstrebenswert fände, wenn mehr Leute im Baudenkmalschutz Ahnung von Archäologie hätten. Im Bodendenkmalschutz dagegen gibt es sinnvollere Nebenfächer als Architektur.

Wie gesagt, ich würde eher Ausschau halten nach einem Fach, das sich speziell mit Denkmalschutz bzw. -pflege beschäftigt. Dort lernst du wenigstens das, was du brauchst.

Häufig wird Denkmalpflege erst als Master-Studium angeboten. Ob ein Nebenfach zu Architektur sinnvoll, möglich oder nötig ist... Ich würde mir da konkret Infos an der Uni deiner Wahl einholen. Immernoch vorausgesetzt, dass die Abschlüsse das überhaupt hergeben.

Generell: Mach im Vorfeld ein paar Praktika, damit du herausfindest, ob Denkmalschutz in der Praxis auch das bedeutet, was du dir darunter vorstellst.

Kommentar von Stoma ,

Ich hab schon einige Praktika hinter mir, ja ich mach sogar Matura. Danke für Deine Antwort

Antwort
von Beautyqueen92, 27

Hallo, Ich studiere seit langem Archäologie und Kunstgeschichtein Köln. Die beiden Fächer kombiniert ergeben eine solide Basis für den Bau- und Denkmalschutz, da wir zB viele Seminare in dem Bereich haben und schon im Studium damit in Kontakt kommen. Viele Denkmalpfleger kommen aus diesen Fachbereichen. Mit Geschichte wirst du da nichts erreichen können, Historiker machen trockene Geschichtslehre, mehr nicht. Archäologische Museen bieten oft schon vor dem Studium die Möglichkeit an einem Praktikum teilzunehmen, informier dich da mal. In Kunstgeschichte lernen wir auch viel über die Architekturgeschichte und -lehre. Man entwirft halt selbst nichs, sondern untersucht das vorhandene ;) Hoffe es hilft dir

Kommentar von Stoma ,

Danke :)

Kommentar von Jerne79 ,

Sorry, aber:

Die Baudenkmalpfleger im öffentlichen Dienst rekrutieren sich aus Architekten, ob nun von der FH oder von der Uni. Archäologisches Zusatzwissen wäre da häufig wünschenswert ist aber letztlich nicht zwingend gefordert.  Mit Archäologie läufst du dich auf die Bodendenkmalpflege warm (im Optimalfall). Das sind zu Recht zwei getrennte Bereiche.

Und ehrlich gesagt: Mit einem Museumspraktikum gewinnst du hinterher in der Behörde auch keinen Blumentopf. Da sind Praktika, bei denen du auch etwas von der Praxis mitbekommst, also beispielsweise bei Grabungsfirmen oder bei Behörden, deutlich sinnvoller.

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