Frage von Kawa500, 19

Bekomme ich bei einem Gesammt-Entgeld schichtzulagenn?

Hallo, ich wechsle nun zu einem neuen Arbeitgeber und im Arbeitsvertrag steht nichts von einem Stundenlohn sondern ein Gesammt-Entgeld. Das unternehmen ist nicht in der IG-Metall. Bekomme ich trotzdem Schichtzulagen bei der Spät- und Nachtschicht?

Danke im voraus.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Kawa500,

Schau mal bitte hier:
Arbeitsrecht Gehalt

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 7

Die üblichen Zulagen sind eine Frage arbeits- oder tarifvertraglicher Vereinbarung.

Wenn also bei Dir arbeitsvertraglich nichts Entsprechendes vereinbart ist, hast Du auch keinen Anspruch auf Zulagen.

Ausgenommen davon ist ein Ausgleich für Nachtarbeit.

Entscheidend ist dabei jedoch, ob für Dich die Definitionen zu "Nachtzeit", "Nachtarbeit" und "Nachtarbeitnehmer" nach dem Arbeitszeitgesetz ArbZG § 2 "Begriffsbestimmungen" Abs. 3 ff zutreffen; dort heißt es:


(3) Nachtzeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr, in Bäckereien und Konditoreien die Zeit von 22 bis 5 Uhr. (4) Nachtarbeit im Sinne dieses Gesetzes ist jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfaßt. (5) Nachtarbeitnehmer im Sinne dieses Gesetzes
sind Arbeitnehmer, die 1. auf Grund ihrer Arbeitszeitgestaltung normalerweise Nachtarbeit in Wechselschicht zu leisten haben oder 2. Nachtarbeit an mindestens 48 Tagen im Kalenderjahr leisten.

(Hervorhebungen durch mich)

Wenn diese drei Voraussetzungen gegeben sind, hast Du Anspruch auf einen Zuschlag: entweder in Form von freien Tagen oder von Zuschlägenzum Entgelt nach dem genannten Gesetz § 6 "Nacht- und Schichtarbeit" Abs. 5:

Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende
Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren.

Was hier in der Gesetzesformulierung als "angemessen" gilt, ist gesetzlich nicht festgelegt, sondern ist Richterrecht, also Ergebnis der Rechtsprechung

Wie hoch der Ausgleich auszufallen hat, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab - unter Anderem von den ausgeübten Tätigkeiten (aber auch vom Zuschlagszweck, d.h. um z.B. Nachtarbeit für den Arbeitgeber aus Kostengründen "unattraktiv" zu machen, wenn Nachtarbeit nicht tätigkeitsbedingt unvermeidlich ist). Allgemein gehen Arbeitsgerichte von einem Anspruch in Höhe von 10 - 30 % aus, wobei regelmäßig (also ohne Berücksichtigung besonderer Umstände) 25 % angesetzt werden.


Antwort
von Kawa500, 4

habe nochmals genau nachgelesen, im Arbeitsvertrag steht:

"Angeordnete Mehr-, Spät-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit wird gemäß der betrieblichen Regelungen abgegolten

Kommentar von Familiengerd ,

Dann kommt es eben darauf an, wie die betrieblichen Regelungen zu diesen Vergütungen aussehen.

Antwort
von Allexandra0809, 7

Was steht denn biesbezüglich in Deinem Arbeitsvertrag?

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