Frage von Jojos2309, 31

Bekomme ich bei der Verwendung von Abbildungen aus Büchern innerhalb meiner Master-Arbeit mit dem Urheberrecht Probleme?

Hallo,

ich möchte in nächster Zeit gerne damit beginnen, meine Master-Arbeit in dem Fach Kunstgeschichte schreiben. Wie für mein Fach üblich, möchte ich dafür mehrere Bilder verwenden. Es handelt sich um Abbildungen aus Buchveröffentlichungen. Natürlich würde ich die Bilder in meiner Arbeit nicht verändern und den Quellenverweis angeben. Aber wie sieht es mit dem Urheberrecht und den Nutzungsrechten aus? Im Internet habe ich gelesen, dass Urheberrechte bestehen, auch wenn der Maler des abgebildeten Kunstwerks bereits vor mehreren Jahrhunderten verstorben ist. Was für Möglichkeiten habe ich, da ich als Studentin natürlich selbst auch nicht in all die Länder fliegen kann, in denen die Bilder zu finden sind und auch teure Lizenzen kommen für mich auch Kostengründen nicht in Frage.

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen und vielen Dank schon einmal im Voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GerdausBerlin, Community-Experte für Urheberrecht, 15

Falls dein Werk nicht öffentlich verbreitet wird, greift für dich mutmaßlich UrhG § 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch.

Falls doch, könnte im Einzelfall UrhG § 51 Zitate greifen. Google dazu mal "kleines Großzitat" oder "großes Kleinzitat".

Für reine zweidimensionale Reproduktionen von Werken längst (+70 Jahre) verstorbener Meister googele mal nach dem Merian-Urteil - auch wenn sich da neuere Ideen abzeichnen.

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von GerdausBerlin ,

PS. Was als Öffentlichkeit gilt, ergibt sich aus UrhG § 15 Absatz 3:

"(3) Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist."

Häufig wird ein Student gebeten, anzukreuzen, ob er seine Arbeit veröffentlicht sehen möchte oder nicht. Kreuzt man "Nein" an, sollte man auch keine Sorgen haben wegen der Werke, die in der Arbeit wiedergegeben werden. Denn der Erstprüfer und der Zweitprüfer plus deren Mitarbeiter sollten noch nicht als Öffnentlichkeit im Sinne von § 15 gelten!

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von torallo, 16

Es gibt die Möglichkeit eigene Bilder, Grafiken anzufertigen und vorhandene Publikationen/Bilder mit Quellenangabe zu beschreiben.

Kommentar von GerdausBerlin ,

Eine -> UrhG § 63 Quellenangabe (http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__63.html) ist zwar zwingend erforderlich für -> UrhG § 51 Zitate, aber nicht hinreichend, sondern nur, "sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist" (s. http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__51.html).

Sofern nicht, bleibt UrhG § 15 wirksam:

"(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere

1. das Vervielfältigungsrecht (§ 16),

2. das Verbreitungsrecht (§ 17) (...)"

Gruß aus Berlin, Gerd

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