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Bekannter selbstmordgefährdet?

Frage von Himbaerli Himbaerli

Ein Bekannter von mir war in letzter Zeit depressiv. Wir kennen einander nicht gut, er ist recht schüchtern und still, daher fiel mir zunächst gar nicht auf, dass er nicht mehr zu den Treffen meiner Clique in unserer Stammkneipe erschien. Einmal kam er noch, an dem Tag war ich allerdings nicht da, und mir wurde lediglich berichtet, dass es emotional schlecht um ihn stehe. Sein Leben hat eine für ihn dramatische Wendung genommen (guten Job verloren, er hat keine Ausbildung) und er hat sogar geweint, als man ihn fragte, ob man ihm helfen könne, und er habe nur gesagt, dass alles keinen Sinn mehr mache und ist dann gegangen.

Von all dem hab ich letzte Woche erfahren, das besagte Treffen liegt inzwischen 3 Wochen zurück, und offenbar hat niemand meiner Freunde und Bekannten es für nötig gehalten, sich mal bei ihm zu melden. Er hat keine Familie, die ihn unterstützen könnte und Freunde hat er neben uns auch keine. Es gibt etliche, die ihn besser kennen als ich. Ich hab nichtmal seine Telefonnummer und wir hatten auch sonst nie viel miteinander zu tun, aber alles in allem ist er ein feiner Kerl und ich finde die Vorstellung fies, dass er heulend vom letzten Treffen abhaut und niemand reagiert, und irgendwie würde ich ihm gerne mitteilen, dass mich das berührt. Nur komme ich mir seltsam vor, wir haben in all den Jahren kaum 10 Minuten miteinander geredet. Was würdet ihr tun?

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Antworten (14)

  • 8
    Antwort von Luise Luise

    Genau das was Du schreibst: Sich um ihn kümmern. Weil er es verdient und weil es Dir selber auch besser geht damit. Schön, dass Du so denkst. Mach es ganz einfach, weil es richtig ist. Für Dich und für ihn.

    Kommentar von albundysohn albundysohnalbundysohn

    Dachte auch mal, ich könnte helfen, endete in einer Katastrophe und mir ging es dabei schlecht.

    Kommentar von heureka47 heureka47heureka47

    Ich habe meinem Bruder 14 Monate lang geholfen - und dann hat er sich das Leben genommen. Da gings mir auch schlecht. Aber ich würde es immer wieder tun.

    Kommentar von albundysohn albundysohnalbundysohn

    Meinen Geschwistern würde ich auf jeden Fall helfen, wäre es ihr Freund, würde ich ihr auch raten zu helfen. Ob es bei mir Feigheit oder Selbstschutz bei einem Bekannten wäre, kann ich nicht sagen, ich würde es nicht machen.

    Kommentar von Luise LuiseLuise

    Das ist schlimm für dich. Aber katastrophal wäre es auch gewesen, wenn Du nicht zu helfen versucht hättest. Ganz bestimmt. Und es geht nicht immer gleich aus. GLG.

    Kommentar von TawaGirl TawaGirlTawaGirl

    Ich hab den umgekehrten Fall erlebt. Habe ohne zu überlegen geholfen und bin froh es getan zu haben. Da macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen. Eine Entscheidung muss da auch jeder für sich selber treffen, man kann nur unterstützend einen Rat geben. Bei Dir ist es leider negativ ausgegangen albundysohn. LG TawaGirl

  • 5
    Antwort von danilos danilos

    manchmal gibt es freunde so als ob einer gewusst hat das man sie genau in diesem Moment braucht..... geh hin und red mit ihm...tut ihm sicher gut... auch wenn du ihn nicht so gut kennst...oder vielleicht gerade deshalb. tolle Idee !!!!gratuliere

  • 5
    Antwort von brijit brijit

    ich finde es toll dass es noch menschen gibt die sich über andere gedanken machen... geh einfach hin und frag ihn wie es ihm geht...

  • 5
    Antwort von seekthetruth seekthetruth

    musst du wissen. willst du den kontakt oder nich ? ... nur einmal auftauchen und dein mitleid beteuern hilft keinem. wenn du helfen willst , dann aber auch richtig ...

    Kommentar von Himbaerli HimbaerliHimbaerli

    Eben, dieser Gedanke beunruhigt mich, denn ich denke ähnlich wie du.

    Allerdings fürchte ich, dass ich nicht viel erreichen werde. Zuhören ja, eine Weile, aber an Therapien war er zumindest vor drei Monaten nicht im geringsten interessiert. Zwei Freunde hatten da schonmal den Versuch gestartet, ihn dazu zu bewegen, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Ja, und ich weiß nicht, inwieweit ich dafür gemacht bin, mich über längere Zeit mit einem stark depressiven Menschen auseinanderzusetzen. Ich bin in dieser Hinsicht nicht gänzlich unerfahren und weiß, dass mich sowas ebenfalls ein Stück weit mit runterzieht :-(

  • 4
    Antwort von Noel7208 Noel7208

    Respekt vor deiner Anteilnahme. Versuche mit ihm zu reden, aber wirke nicht zu aufdringlich u. übertrieben mitfühlend. Er selbst muß sich Dir öffnen u. wenn er merkt, daß er sich dir öffnen kann wird er das auch bestimmt tun. Zeige Verständnis u. laß ihn sehen, daß du ihm wirklich helfen willst. Biete ihm an, eventuell mit ihm zu einem Psychologen zu gehen, sofern er selbst will. Viel Glück!

    Kommentar von Himbaerli HimbaerliHimbaerli

    Danke.

  • 4
    Antwort von KBB0815 KBB0815

    ja, kümmer dich. Wenn er dich lässt

  • 4
    Antwort von heureka47 heureka47

    Dann wäre jetzt vllt die Chance, das bisher relativ "ruhende" Freundschaftspotenzial zum Leben zu erwecken und ihm zu zeigen, daß er dir nicht ganz gleichgültig ist; dass da jemand ist, dem er wichtig ist. Vielleicht bist du wirklich der einzige im Augenblick, der ihm DAS geben kann. Und: Es könnte wirklich wichtig und evtl. dringend sein.

  • 4
    Antwort von albundysohn albundysohn

    Laß die Finger davon, klingt hart, ist aber für dich das Beste. Du kannst in einen Kreis reinkommen, in welchen auch du Probleme kriegst und nicht mehr raus kommst.

    Kommentar von heureka47 heureka47heureka47

    Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Ich finds besser, den Versuch zu unternehmen, zu helfen, als hinterher mit dem schlechten Gewissen dazusitzen, daß man evtl. hätte helfen KÖNNEN...

    Kommentar von Luise LuiseLuise

    Und dafür lebenslang ein schlechtes Gewissen mitschleppen? Das wäre es mir nicht wert. Man muss ihn nicht heiraten und nicht adoptieren, aber kann sich durchaus mal in einer schwierigen Zeit mal freundschaftlich zeigen. Ich verstehe, wie Du das meinst: Er könnte sehr anhänglich werden. Aber das ist dann zu anderer Zeit besser zu lösen. Wenn er wieder auf den Beinen steht. Und evtl. professionelle Hilfe hat.

    Kommentar von Luise LuiseLuise

    Ich habs gerade gelesen: Tut mir leid, dass Dir sowas passieren musste. Aber nichts zu tun, wäre noch falscher gewesen. Ganz bestimmt.

    Kommentar von albundysohn albundysohnalbundysohn

    War mal in so einer Situation und konnte so gut wie gar nicht helfen und bekam selbst Probleme, obwohl ich sicher nicht labil bin. Zu verarbeiten, daß dir jemand sagt, er ging spazieren und suchte schon das Auto aus, vor welches er sich werfen wollte, ist irgendwie schwierig und vor allem fühlt man sich verantwortlich. Sobald sie anrief, was manchmal 3 x am Tag war, ging ich von der Arbeit und fuhr zu ihr. Sie wr beruhigt das ich da bin und konnte wieder gehen

    Kommentar von TawaGirl TawaGirlTawaGirl

    Du hast aber versucht zu helfen. Du hättest Dir noch mehr Vorwürfe gemacht, wenn Du gar nichts unternommen hättest, selbst wenn es Dir in dem Fall auch nicht gut ging. In den Kopf eines Menschen kann man leider nicht schauen. LG TawaGirl

    Kommentar von Luise LuiseLuise

    Das ist schon schlimm, aber dann braucht es unbedingt professionelle Hilfe. Schön, dass Du ein Freund warst. Egal, was sie dann gemacht hat, Du hast es richtig gemacht. Man kann niemanden durchs Leben tragen, man kann ihn nur begleiten. Und ein bisschen stützen. Mehr nicht. Aber das sollte man auch tun. Und nicht alle Verantwortung übernehmen. Das ist nicht das, was ich meine. Die darf man sich gar nicht aufbürden, die muss er/sie selber tragen. Das darf man durchaus auch klar machen, weil sonst Freundschaft gefordert werden kann, Aufmerksamkeit erpresst wird. Das geht auf keinen Fall.

    Kommentar von Himbaerli HimbaerliHimbaerli

    Ich glaub dir das.

    Allerdings geht's mir mit dem Wissen um seine Verfassung zur Zeit auch nicht gut. Sonntag lag ich in der Sonne und dachte mir, wie schön das Leben doch sei, doch dann dachte ich an ihn und wie wenig schön er sein Leben zur Zeit wohl findet, was er wohl macht, so ganz ohne Freunde. Er ist einige Jahre jünger als ich und sein Leben hat gerade erst angefangen. Wenn er sich was antun würde, ohne dass einer von uns zumindest mal bei ihm angerufen hätte, würde ich mich unglaublich schäbig fühlen.

    Kommentar von albundysohn albundysohnalbundysohn

    Meine Schwester hat auch Depressionen und die riet mit in dem Fall, sobald ich eine Möglichkeit hab, soll ich sie verlassen, ich kann sowieso nicht helfen. Alle meine Freunde rieten mir, sie zu verlassen, da ich nicht mehr der war, den sie kannten. Mir war dies in dieser Zeit aber nicht mal bewusst.

    Kommentar von Luise LuiseLuise

    Das war auf keinen Fall Deine Schuld und genau für sowas braucht man dann professionelle Hilfe. Weil das niemand leisten kann. Und wenn den anderen sogar klar war, dass Du zu sehr belastet warst, dann hätten die Freunde darauf bestehen müssen, dass die Verantwortung in professionelle Hände abgegeben wird. Weil das Problem manchmal einfach nicht lösbar ist.

    Sei Dir klar: Das hat nichts mit einem Versagen Deinerseits zu tun. Absolut gar nichts.

    Kommentar von albundysohn albundysohnalbundysohn

    Sie war in professioneller Hilfe, teilweise stationär, nur klammerte sie sich hauptsächlich an mich und ich war der Einzige, nicht mal ihre Eltern, der sie beruhigen konnte. Daß es nicht meine Schuld war, war mir auch damals schon klar, nur damit zurechtkommen ist nicht so einfach. Trauer, Mitleid, was hätte ich anders machen können, usw.

    Kommentar von TawaGirl TawaGirlTawaGirl

    Ich würde einfach zu ihm gehen. Am Telefon kann er Dir viel erzählen. Manche können sich gut verstellen. Ist vielleicht besser ihm so direkt gegenüber zu stehen, dann weißt Du wie es ihm wirlich geht und kannst entsprechend reagieren. LG TawaGirl

  • 3
    Antwort von birgonia birgonia

    Mal einen "guten" Freund an seine Pflichten erinnern. Man kann ihn doch mal "nur so" anrufen und plaudern.
    Nach einem Selbstmord fragen alle ja immer so nett "Warum hat er denn nichts gesagt?"

    Kommentar von Himbaerli HimbaerliHimbaerli

    Ich hab's bei zweien jener versucht, die mehr Kontakt zu ihm hatten, und die wollten "mal schauen" und sich nicht festlegen. Einer meinte sogar selber, dass er fürchtet, dass er sich etwas antun könne, aber in solchen Fällen "könne man ja nichts machen". Er wollte nicht :-(

    Kommentar von birgonia birgoniabirgonia

    Sei ruhig eine Nervensaege und mache denen klar, wie gross ihre Verantwortung ist. Wenn alle mitziehen, ist es ja auch leichter fuer jeden.

  • 3
    Antwort von pb1791 pb1791
    1. Finde ich es toll, dass du dir Gedanken machst!

    2. Besorg dir die Nummer über einen Kumpel und versuch doch mal was mit ihm zu unternehmen.

  • 3
    Antwort von softgun99 softgun99

    rede mit ihm offen darüber, dass du dich um ihn sorgst und wenn er zu depresiv ist, versuche ihn zu überzeugen, einen termin bei einem psychologen zu machen

    Kommentar von heureka47 heureka47heureka47

    Im akuten Fall - und das scheint es hier zu sein - erst mal zum Hausarzt. Das geht schneller und erforderlichenfalls kann der Hausarzt eine vorläufige Diagnose stellen ("depressive Verstimmung" oder ähnlich und auch ein linderndes Medikament verschreiben und ggf. zur differenzierten Diagnose zum Facharzt überweisen.

  • 2
    Antwort von Xorox Xorox

    Hallo, ich finde es gut von dir, dass so ein Problem erkennst und das du helfen möchtest. Aber mit gut gemeinten Ratschlägen sollte man aber grundsätzlich immer etwas vorsichtig sein. Und in diesen Fall währe mein vorschlag, wenn du unbedingt etwas gutes machen möchtest, dann aber nicht allein. Nimm eine Freundin oder Freund mit, sonst könnte nämlich sein Problem ganz schnell auch deines werden, indem du das zu sehr an dich ran läst und dann selber nicht mehr weiter weist. Gruß Xorox

  • 2
    Antwort von dieJana dieJana

    Ja, er bedeutet Dir ja etwas. Wenn er jemanden wie Dich zum Reden hat, steht er mit seinen Problemen schon mal nicht mehr allein da. Vielleicht könnt ihr in eurer Clique euch ja alle gemeinsam auf Lösungssuche machen, wenn er, besagter Kumpel dies gut findet. Frag ihn einfach, ob er die Hilfe eines/seiner Freunde(s) zumindest bei der Suche nach der Problem-Lösung anhören mag. Dabei kommt immer etwas heraus, zumindest ein nächster Schritt.

  • 2
    Antwort von oberaden oberaden

    hingehem reden bist sogar einer der besten ansprechpartener

    Kommentar von Himbaerli HimbaerliHimbaerli

    Bin sogar einer der besten Ansprechpartner? Wieso?

    Kommentar von oberaden oberadenoberaden

    weil du für ihn eine neutrale person bist ihn aber kennst (türöffner) den rest musste laufen lassen.stützen und zuhören und danach level abschätzen und intervenieren

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