Frage von rotesand, 99

Bekannter ist gestorben - wie kann man besser damit umgehen?

Hallo!

In meiner Bekanntschaft ist letztens ein Mann (68 Jahre) gestorben.. ihn mochte eigentlich, so schade das ist, fast niemand. Er hatte einige "Eigenheiten" sage ich mal bezogen auf seinen Umgang mit Frauen und der Gesellschaft, die Familie und das ganze Leben.. er eckte an, galt in unserer Siedlung als totaler Sonderling, den jeder gemieden hat & wurde entweder belächelt oder beschimpft. Freunde hatte er in dem Sinn keine.. außer einen aus seiner Schulzeit, mit dem er viel unternahm.

Ich hatte bevor er in Rente ging noch einige Male mit ihm zu tun, als sich unsere beruflichen Wege kreuzten & das war fachlich immer okay, aber der Mann war mir zumindest von seinem Charakter her eher suspekt (nicht ganz unsympathisch, aber ich würde mit ihm kein Bier trinken wollen sagte ich mal).

Ich kannte ihn aber seit frühester Kindheit, weil er in der selben Siedlung wohnte & da haben wir uns auch immer wieder getroffen! Es verging keine Woche in der ich ihn nicht sah. Egal wo, er war immer da seit fast 30 Jahren!

Wir haben uns stets kurz unterhalten, seit er in Rente war hatte er viel Zeit & einmal habe ich ihn sogar besucht.. er war echt einsam, hatte niemande mehr und ich glaube, dass er deswegen auch überhaupt so wurde, wie er war. Der Besuch war für mich zwar eine einmalige Sache, aber seitdem war er besonders "freundschaftlich" zu mir. Eigentlich wurde er in der Zeit auch mehr und mehr zu "fast einem Freund" für mich.. so ekelhaft er sich manchmal ggü. Frauen auch verhielt oder so extrem seine gesellschaftlichen Ansichten waren (er war ein begnadeter Schwarzmaler), zu mir war er echt super nett und ich weiß, das war ehrlich.. er zeigte mir praktisch ein Stück von seiner Persönlichkeit von dem ich überzeugt bin, dass es nicht viele andere kannten. Wir haben fortan als mal telefoniert, haben im Einkaufszentrum am Café dort mal eine Tasse Kaffee getrunken oder so.. es war nett auch wenn andere immer schauten. Er war nett, ehrlich und er war auch nicht falsch.

Jetzt ist er gestern total unerwartet gestorben & irgendwie merke ich -------> da fehlt mir was. Irgendwie habe ich den Mann bzw. seine Gesellschaft trotz allem gerade seit diesem Besuch gern gehabt (anders kann ich es nicht ausdrücken auch wenn ich ihn zu Lebzeiten nie i.wie gernhatte..), er hatte sowas wie Kultstatus, war einfach immer präsent in meinem Leben, er war immer da... und irgendwie ist das für mich ganz komisch zu realisieren, dass dieser Mann nicht mehr da ist.

Auf die Beerdigung gehe ich sowieso.. aber ich habe i.wie Probleme, den Tod dieses Mannes zu "akzeptieren".. sorry, aber das ist ganz komisch für mich. Ich trauere nicht in dem Sinne, aber es ist einfach komisch zu wissen, dass dieser Mann nicht mehr lebt.

Habt ihr vllt. ein paar Tipps, oder könnt ihr mir anderweitig helfen?

Wäre Klasse.

Liebe Grüße zum Wochenende :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von silberwind58, 50

Ich finde das echt super von Dir,dass Du Dich aber in Seiner letzten Zeit noch mit Ihm angefreundet hast und Er Dir ein bisschen von Seinem Leben mittelen konnte. Das hat Ihm bestimmt gut getan. Halte Ihn in guter Erinnerung,Er hat nicht viele ,oder niemanden,die jetzt noch an Ihn denken werden! Schade,das jemand zum Aussenseiter,oder zu einem einsamen Menschen wird,weil Er anders ist,als unsere Gesellschaft es erwartet! Kann nachempfinden,das Er eine Lücke,zumindest bei Dir hinter lässt! Und vielleicht besuchst Du sein Grab,wenn niemand drauf schaut!

Kommentar von rotesand ,

Danke!

Er tat mir irgendwie auch leid. Er hatte niemanden mehr, selbst mit seinem Bruder der im selben Ort wohnt hatte er null Verbindung, wurde von seiner geschiedenen Frau und den drei Kindern abgelehnt.. und ich weiß, er hat darunter gelitten. Es hat sich eigentlich niemand mit ihm abgegeben außer diesem alten Schulfreund.

Wenn wir telefoniert haben, klang er oft ziemlich traurig & da merkte ich ---------> vllt. war dieses markige Erscheinen nach außen hin nur Fassade.

Ich werde ihn in guter Erinnerung bewahren.

Antwort
von Kleckerfrau, 21

Allein hier schon von dem Mann zu schreiben ist eine Art Trauerarbeit.

Und Trauer, auch in diesem Fall, braucht nun mal seine Zeit.

Du hast nun gemerkt das selbst so ein Mann der so einen Charakter hatte, für jemanden , nämlich dich, wichtig war und eine Rolle in deinem Leben gespielt hat.

Denk an die netten Zeiten die du mit ihm verbracht hast, bring auch mal Blumen zu seinem Grab, wenn es eins gibt.

Das wird er von oben  sehen und sich freuen das es doch noch jemanden gibt der an ihn denkt.

Kommentar von rotesand ,

Ja, es war ganz komisch.. ich habe gemerkt, er bedeutete mir was, und schon als wir uns öfters mal sahen, fragte ich mich, ob die Gesellschaft ihn nur oberflächlich verurteilte. Er war trotz seiner tlw. ekelhaften Ansichten nämlich sehr freundlich, höflich und großzügig, davon konnten sich ganz viele eine fette Scheibe abschneiden.

Blumen kriegt er auf jeden Fall.

Ich danke dir!

Antwort
von Glueckskeks01, 46

Das ist doch aber normal. Man muss immer erst ,,akzeptieren" lernen, dass ein Mensch nicht mehr da ist. Mit der Zeit klappt das dann auch. Mehr kann man da nicht tun.

Kommentar von rotesand ,

Vielen Dank!

Antwort
von comhb3mpqy, 26

Hallo,

wie wäre es, wenn Sie mit einem Menschen sprechen, den Sie gut kennen? Wenn Sie nicht mit jemandem sprechen möchten, den Sie kennen, dann gibt es dafür auch eine Lösung: es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ und glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn Sie Gründe/Argumente haben wollen, um daran zu glauben, dann können Sie mich fragen.

Kommentar von kolui ,

Erzähl mal.

Kommentar von rotesand ,

Vielen Dank!

Kommentar von comhb3mpqy ,

ist es in Ordnung, wenn ich Ihnen Argumente heute Nachmittag hier gebe?

Kommentar von comhb3mpqy ,

Sie können im Internet nach "Mädchen begegnet Jesus" und
"Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen). Das sind Gründe, um an Gott und an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Weitere Argumente, um an Gott zu glauben:

Ich glaube, dass diese durchdachte Welt geplant wurde, ich glaube
nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist. Auch gibt es die
Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.

Auch gibt es Wunder, die von Ärzten untersucht werden. Wenn es keine wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch bestätigt wird. Die Ärzte wissen auch nicht immer, dass ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

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