Frage von ich500, 177

Beinahe unfall wegen Falschparker, wer wäre schuld?

Ich wollte heute auf eine gleichberechtigte Straße (rechts vor links) rechts abbiegen. Unmittelbar rechts von mir Parkte ein Auto offensichtlich verbotswidrig weniger als 5m im Kreuzungsbereich (§12 Abs. 3 StVO) . Aufgrund des Falschparkers konnte ich den Kreuzungsbereich nicht einsehen und auch nicht die ganze Fahrbahnbreite nutzen. So fuhr ich bis in die Kreuzungsmitte. Im selben Moment kam ein Fahrzeug von rechts, mit dem ich beinahe zusammengestoßen wäre. Glücklicherweise konnte beide Fahrzeuge noch rechtzeitig bremsen. Grundsätzlich hätte ja das andere Fahrzeug Vofahrt gehabt, so dass ich am Unfall schuld wäre. Jedoch war der Kreuzungsbereich aufgrund des Falschparkers nicht einsehbar. Hätte der Falschparker ebenfalls in die Haftung genommen werden können?

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von machhehniker, Community-Experte für Auto, 33

Du hättest natürlich die Hauptschuld, man könnte dem Falschparker evtl eine Teilschuld anlasten, es wäre auch denkbar dem Vorfahrtberechtigten eine Teilschuld aufzuerlegen wenn Du Dich sehr langsam rangetastet hast, der von Rechts Dich sehen hätte müssen und nicht darauf reagierte.

Ist gesetzlich so, ich wäre manchmal auch dafür einem Falschparker grundsätzlich die volle Schuld zu geben. Also wenn Einer keine ausreichende Durchfahrtsbreite lässt und von einem LKW den Spiegel abrasiert bekommt nicht nur den Spiegel zahlen muß sondern auch die Lackierung am LKW wegen dem daraus entstandenen Kratzer. So könnte man Falschparken unterbinden, nur wer weiss wie viele LKWs dann absichtlich hängen bleiben würden was dann auch nicht in Ordnung wäre.

Antwort
von Ahzmandius, 37

Ps:

Ein kleiner Nachtrag:

Du wärst nicht in jedem Fall Schuld (Vollschuld).

Zum einen ist da der Falschparker.

Auf der anderen Seite muss der Autofahrer, auf der Straße mit der Vorfahrt, auch seine Geschwindigkeit an die Gegebenheiten anpassen.

Was viele nicht wissen oder ignorieren:

Wenn auf einer Straße 50 km/h Höchstgeschwindigkeit gilt, heißt es nicht unbedingt, dass man diese auch fahren darf. Wenn die Straßenlage diese Höchstgeschwindigkeit nicht zulässt, so muss man seine Geschwindigkeit anpassen.

Antwort
von Mikkey, 41

... Kann das nicht übersehen werden, weil die Straßenstelle unübersichtlich ist, so darf sich vorsichtig in die Kreuzung oder Einmündung hineingetastet werden, bis die Übersicht gegeben ist...

Aus §8 StVO (Vorfahrt) - Schuld liegt also bei Dir

Ich würde mir auch wünschen, dass in solchen Fällen der Falschparker eine Mitschuld bekommt, das wird aber nur in ganz seltenen Fällen so sein.

Kommentar von Ahzmandius ,

Es gab schon Fälle, wo ein Falschparker Teilschuld bekam.

Antwort
von wfwbinder, 30

Was wäre denn gewesen, wenn da keiner falsch geparkt hätte, sondern dort eine Baustelle gewesen wäre? Hätten dann die Leute, die diese eingerichtet haben eine Mitschuld gehabt?

Da war ein Hindernis. Und man muss entsprechend vorsichtig in die Kreuzung, bzw. in die Straße "hineintasten."

Antwort
von Ahzmandius, 32

Zu sagen, der Falschparker kommt immer ohne Schuld davon ist Falsch.

Genauso wäre es Falsch zu sagen, dass ein Falschparker die Teilschuld immer bekommt (und erst recht die volle Schuld).

Es gab bereits Fälle, wo ein Falschparker Teilschuld bekam.

Vollschuld ist eher unwahrscheinlich.

Antwort
von christl10, 94

Nein. Der Falschparker bekommt höchstens einen Strafzettel wegen falschem Parkens. Sonst liegt es an Dir Dein Fahrzeug sicher an falsch geparkte Fahrzeuge vorbei zu fahren. Wenn es unübersichtlich wird, fährt man langsam, argumentiert die Polizei. Du mußt so fahren, daß Du die Verkehrslage immer im Griff hast, sonst warst Du zu schnell unterwegs. Es wäre deine Schuld gewesen, wäre was passiert. Hatte mein Bruder auch mal, als jemand an einer Ecke parkte. Mein Bruder war natürlich schuld, auch wenn das Auto da hätte nicht stehen dürfen. 

Kommentar von Ahzmandius ,

Unsinn, es gab schon etliche Urteuile, wo ein Falschparker Teilschuld bekam.

Kommentar von christl10 ,

Kenne ich leider nicht. Bei uns hatten wir alleine Schuld und es war so wie ich geschrieben habe. 

Kommentar von TrudiMeier ,

Urteile sind Einzelfallentscheidungen. Nur weil es solche gibt, kann man das nicht immer und überall auf jeden Falschparker anwenden.

Kommentar von Ahzmandius ,

Habe ich auch nie gesagt LOL

Der Beitrag bezog sich auf diesen Teil der Antwort:




Der Falschparker bekommt höchstens einen Strafzettel wegen falschem Parkens


Und Im Prinzip ist jedes Urteil eine Einzelfallentscheidung.

Kommentar von TrudiMeier ,

Natürlich, aber wir können uns hier ja nur auf die bekannte Verkehrssituation beziehen. Und da bekommt der Falschparker tatsächlich nur ein Knöllchen.

Kommentar von Ahzmandius ,

Wie gesagt, durch einschlägige Urteile, ist diese Aussage im Allgemeinen schlicht falsch.

Antwort
von kleineseele, 80

Dem falschparker würde die schuld zugeschrieben werden, dass er falsch parkt. Aber dich würde ebenfalls die schuld treffen. Wenn man beschränkte Sicht durch wen oder was auch immer hat, muss man vorsichtig fahren und auf Gegenverkehr gefasst sein. 

Antwort
von Menuett, 44

Der Falschparker hätte ein Ticket bekommen.

Auch wenn jemand falsch parkt, ist man nicht von der Pflicht befreit, aufzupassen.

Antwort
von DerDudude, 53

In etwa das selbe Problem hatte ich auch. Nur stand der LKW links abschließend zur Straße, wo ich nach links abbiegen wollte und die Straße auf die ich fuhr, war eine Bundesstraße, also vorfahrtsberechtigt.

Genau in dem Moment, wo ich nach links abbiegen wollte, ist mir einer voll in die Front gefahren und der LKW Fahrer ist einfach in seinen LKW gestiegen und abgedüst. Nach Ermittlung war das Ergebnis, dass ich komplett alleine Schuld war, habe einen Punkt kassiert und durfte deswegen ein Aufbauseminar besuchen, mir ein neues Auto kaufen und zwei Jahre länger Probezeit mitmachen.

Ähnlich wäre es bei dir. Vorfahrtsberechtigte sind vorfahrtsberechtigt.

Antwort
von Sogemacht, 39

Ich verstehe nicht ganz, warum ihr euch beinahe begegnet wärt. Das Fahrzeug von rechts nutzt doch gar nicht deinen Fahrstreifen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass du dich beim Abbiegen auf dem Fahrstreifen des Linksabbiegers befunden hast?

In dem Fall wärst du meines Erachtens Schuld, weil man das ganz einfach nicht darf. Du hättest dich langsam vortasten, und dann, wenn es der Gegenverkehr zulässt, blinken, auf die Gegenfahrbahn wechseln, und abbiegen können, also quasi beim Abbiegen (den Falschparker) überholen müssen.

Im Zweifelsfall aussteigen, und einweisen lassen. Ist natürlich Theorie. Und ob meine Ausführung korrekt ist, weiß ich auch nicht. Ziemlich sicher bin ich, dass der Falschparker nicht für deinen Umfall haften müsste.

Antwort
von TrudiMeier, 42

Deiner Zeichnung nach zu urteilen: Nein, die Schuld für den Unfall hättest du allein getragen. Der Falschparker hätte allenfalls ein Knöllchen zu erwarten.

Antwort
von Flintsch, 56

Ja, der Falschparker hätte auch eine Mitschuld bekommen. Wie hoch diese gewesen wäre, kann man aber nicht pauschal sagen, da dazu erst der Ort durch einen Sachverständigen in Augenschein genommen werden müsste.

Antwort
von Magdichnicht, 49

Rein aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass du der Hauptschuldige an diesem Sachverhalt wärst, den Falschparker jedoch eine Teilschuld zur Last gelegt werden kann.

Antwort
von Furino, 14

Ihre Fahrspur war durch den Falschparker blockiert. Sie versuchten deshalb die linke Seite zum vorbeifahren zu nutzen.

Der Benutzer der vorfahrtberechtigten Straße hat in jeden Fall die Vorfahrt, unabhängig davon, welche Straßenseite er nutzt.

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