Frage von SPN4eva, 103

Beim Essen weniger wählerisch werden wie geht das?

Ich habe vor zur BW zu gehen, aber die haben ja eine Kantine wo ich wohl nicht immer was finden werde, was schmeckt. Mein Problem ist, dass ich wenig Gemüse und Obst esse (Fleisch und Fisch ess ich immer), aber wenn ich was essen soll, was echt schlimm schmeckt krieg ich verdammt schnell schlimmen Brechreiz. Und dann geht gar nix mehr. Wie kann ich mir das abtrainieren? Brauch ich da ne Radikalkur wo ich entweder verhunger oder Grünzeug ess? Ich will da wirklich immun gegen werden, denn die BW ist ein großes Ziel, wofür ich schon lange trainiere. Danke ^^

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von pendejo, 55

Hallo SPN4eva!

Gut daß Du Dir Gedanken machst, aber ich kann Dir versichern, sie sind weitgehend unbegründet.

Die meisten Geschichten vom "schlechten" Essen beim Bund dürften noch aus den 60ern/70ern stammen.

Mittlerweile haben fast alle Standorte Kantinen mit einem Angebot, von denen so manche Betriebe mit Kantinen nur träumen dürften: Standard ist eine Auswahl von 2, eher 3 Hauptgerichten, wovon i. d. R. 2 Fleisch-/Fischgerichte und 1 vegetarisch ist. Die Beilagen (auch mehrere) sind frei wählbar.  Ich bin viel rumgekommen und kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte mal der Meinung war, daß das Essen richtig schlecht war. Die Köche (einige kenn ich persönlich) geben sich durchweg Mühe, allermeistens mit Erfolg, schließlich möchten auch die stolz auf ihre Arbeit sein.

Anders siehts aus, wenn Teil einer Übung Feldverpflegung ist, wobei auch hier die Truppenküche übt, aus einer Feldküche das Optimale zu zaubern, und meistens ist das Essen dann halt simpler, aber durchweg gut. Alles natürlich auch eine Frage des Hungers ;-) Und wenn Du irgendetwas wirklich nicht magst, dann nimmst Du halt nur Brot oder Beilagen, oder isst den Rest vom Vortag aus deinem EPA (Einmann-Packung), bzw. Kaltverpflegungs-Päckchen.

Im Einsatz wirds drauf ankommen, wo Du bist: In größeren Standorten: Siehe Übung/Feldküche. Auf Patroille/im Felde: Essen was da ist, oder hungern.

Schwierig wirds nur dann werden, wenn Du beispielsweise Einzelkämpfer oder Fernspäher werden willst. Da mußt Du (während Übungen) natürlich von dem leben, was die Natur (oder Deine gnädigen/besorgten Ausbilder .-) bieten. Aber das lernst Du dann schon...


Kommentar von SPN4eva ,

Vielen Dank! Was die Übungen auf dem Feld angeht, gibt mir mein Vater Tipps. Der war damals beim Heer, was auch mein Favorit ist. Kannst du mir noch was zu den Fernspähern erzählen? Und Einzelkämpfer wäre dann was wie Scharfschütze?

Kommentar von pendejo ,

Der war damals beim Heer,

Na dann bekommst Du Deine Infos ja aus erster Hand ;-) Es gibt seit Mitte/Ende der 90er nur eine Neuerung: Die aufwärmbaren Mahlzeiten in den "EPA" sind schmackhafter und appetitlicher geworden .-)

Meine Infos zu den erwähnten Spezialtruppen sind nur aus zweiter/dritter Hand, da ich selbst bin bei der Luftwaffe bin, also Angaben ohne Gewähr:

Fernspäher haben die Aufgabe, hinter die feindlichen Linien einzusickern und unerkannt Informationen zu beschaffen: Beispielsweise Objekte, Orte oder Truppen zu beobachten, aufzuklären, ob und wann sich eine Zielperson in einem bestimmten Objekt befindet; Gliederung, Stärke, Absicht des Feindes herauszufinden, lohnende Ziele für Luftschläge oder Spezialtruppen aufzukären, etc. Dies tun sie mitunter in kleinen Trupps und bei Operationen, die auch Wochen dauern können, und immer verdeckt und unerkannt. Haben nen zielmlich harten und verwegenen Ruf.

Einzelkämpfer sind keine Scharfschützen, sondern haben primär die Aufgabe, wenn sie versprengt, also von der eigenen Truppe abgetrennt wurden, hinter den feindlichen Linien a) zu überleben und nicht gefangen genommen zu werden, evtl. kleine Trupps Versprengter anzuleiten, b) heile zu den eigenen Truppen zurückzukehren, und c) derweil nach Möglichkeit noch nützliche Informationen zu gewinnen oder nützliche (also für den Gegner schädliche :-) Dinge zu tun. Einzelkämpfer ist keine Haupttätigkeit, sondern eine Nebenausbildung/-verwendung.

Gerne! Und danke für den Stern!

Antwort
von Kuestenflieger, 46

im feld hat es da nur fertigdosen und knäckebrot ! nichts für gourmants .

Expertenantwort
von navynavy, Community-Experte für Bundeswehr, 49

Du wirst - wenn die Entwicklung der Grundausbildung in den letzten Jahren nicht völlig umgeschlagen ist - wiederholt bei der Bundeswehr lernen, was echter Hunger ist. Nicht nur Appetit, nicht nur knurrender Magen, nein: echter HUNGER.

Und dann wirst Du essen, glaub mir, egal was :-)

Ich z.B. mag eigentlich keine Tomaten, mir wurde früher auf den Geschmack regelrecht schlecht. Aber nach vier Tagen Gebirgsbiwak gab es in der Kaserne zum Abendessen Tomatensalat und Toast. Ich habe den Tomatensalat buchstäblich verschlungen, man glaubt nicht, wie geil das geschmeckt hat.

Kommentar von grubenschmalz ,

Habt ihr die vier Tage nichts zum Essen bekommen?

Kommentar von navynavy ,

Am ersten Tag gab es noch Mittagessen vom Spieß (also etwas Warmes), für die restlichen Tage haben wir pro Mann ein EPA bekommen. Eines der Fertiggerichte gab es jeweils am Abend (warm nur, wer wollte bzw. es schaffte, seinen Esbitkocher anzuwerfen :-) ), ansonsten wurde tagsüber an den Panzerkeksen und dem anderen Kaltzeug gemümmelt. Wasser gab es allerdings zusätzlich.

Und dann wurde fleißig marschiert, das Gelände "durchmessen" und was sonst noch so zum Felddienst bzw. zum Biwak gehört, und das nicht in Flensburg, sondern in den Alpen. Doch, da hatten wir dann tatsächlich Hunger am Ende :-)

Kommentar von navynavy ,

PS: Das war definitiv eine der Erfahrungen der Wehrdienstzeit, die ich nicht missen möchte - man hat eine Grenze erfahren und überschritten.

"Wohlstandsprobleme" (das ist kein Vorwurf, nur eine Feststellung) als solche zu erkennen, weil man eben z.B. mal echten Hunger spürt, ist eine der wertvollsten Dinge, die man mit der Aussetzung der Wehrpflicht weggenommen hat.

Natürlich ist sie militärisch vom Standpunkt der Professionalität nicht mehr sinnvoll gewesen - aber diese kleine "Lebensschule" genau im richtigen Alter hatte in meinen Augen durchaus ihren Wert :-)

Antwort
von Sahaki, 39

Naja, bist du 18 wirst hast du ja noch ein wenig Zeit zu üben...tja, ist schon toll, wenn die Mutter nur das auf den Tisch bringt was der Sohn mag

Kommentar von SPN4eva ,

Ich mach meinen FWD mit 17 und das sind nur noch ein paar Monate...

Kommentar von SPN4eva ,

Und nur mal so, meine Eltern sind seit Jahren nie da unter der Woche und ich hab immer alles selber gemacht. Toll wars nich. Und auch nicht die beste Gegend.

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