Beim Diebstahl erwischt und dafür Arbeitsstunden bei Edeka?

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16 Antworten

wo ist das Erpressung? Junior muss es doch nicht annehmen. Die Std. werden nicht vergütet - welche Versicherung meinst? Er rechnet ganz regulär ab als Praktikum

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Hallo,

zum Angebot mit den 30 Stunden und deiner Frage, ob dies eine Straftat darstellt:

§ 253 StGB

Erpressung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Eine Erpressung scheidet schon wegen dem Vermögensnachteil aus.

§ 240 StGB

Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

Bei der Nötigung wird schon komplizierter:

Die "Drohung mit einem empfindlichen Übel" liegt vor, da er ansonsten eine Anzeige erstattet.

Zu "einer Handlung nötigen" liegt vor, da dein Sohn arbeiten soll.

Aber nach meinem Rechtsverständnis scheitert es an dem Tatbestandsmerkmal "rechtswidrig". Dieses wird im Absatz 2 erklärt. Die "Androhung des Übels" kann hier wohl kaum als "verwerflich" angesehen werden, da der Inhaber des Ladens jedes Recht der Welt dazu hat, eine Anzeige zu erstatten. Vielmehr kommt er deinem Sohn entgegen, indem er von einer Anzeige absehen will... das ist so ziemlich das Gegenteil von "verwerflich".

Versicherungstechnisch: Ganz klar, kenn ich mich nicht aus. Meines Wissens sollte es aber kein Problem sein, wenn das als Praktikum läuft.

Mit dem Angebot macht sich der Besitzer also nicht strafbar.

Ob 30 Stunden nicht zu viel sind, muss dein Sohn für sich selber entscheiden. Lässt er es auf eine Anzeige ankommen, kann es sein, dass die Anzeige eingestellt wird (bei einem Ersttäter sogar üblich... aber dann ist er halt kein Ersttäter mehr und sollte sich nie wieder was zu schulden kommen lassen!) oder dass er mehr bzw. weniger Sozialstunden erhält.

Ich persönlich würde meinem Sohn empfehlen, dieses Angebot wahr zu nehmen. Das ist aber meine reine persönliche Meinung und nicht die offizielle Lehrmeinung als Polizist;)

Alles Gute!

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Ich finde das Angebot von dem Ladenbesitzer sogar sehr großzügig.

Besser als eine Anzeige und ein Eintrag im Strafregister. Erpressung sehe ich da überhaupt nicht. Bei einer Verurteilung gibt es auch mindestens 20 bis 30 Arbeitsstunden. Und dass der Junge versichert und angemeldet ist, dürfte wohl klar sein. 

Ganz nebenbei kann es dein lieber Sohn ja auch auf ein Strafverfahren ankommen lassen wenn er nicht will.

Ein paar Schüler aus meiner Schule wurden von in einem ähnlichen Fall von einer Filialchefin auch so bestraft und mussten am Samstag Papierchen und Abfall vom Parkplatz sammeln und sogar richtig gründlich den Laden putzen:) Und das ein paar Wochen lang.

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Dein Sohn hat geklaut und Du als Mutter stellst so eine Frage? Sei froh das der Bsitzer nicht die Polizei gerufen hat. Jetzt bekommt Dein Sohn schon mal einenen Vorgeschmack, was arbeiten heißt.

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Wenn er es als Praktikum "tarnt" dann nicht.

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Kommentar von schwerti123
25.10.2016, 09:05

Und wenn nicht?

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Da eine Anzeige korrekt wäre, liegt weder Nötigung noch Erpressung vor.

Dein Sohn kann eine Lektion für sein Leben bekommen. Wenn er 60 Sozialstunden ableisten müßte, wäre ihm nicht so wirklich gedient!

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Der Geschäftführer wird garantiert NICHT das Risiko eingehen, und einen Jungen unangemeldet und unversichert beschäftigen! Da wäre er mit einem Bein im Knast und mit dem anderen auf der Bananenschale.

Somit wird er mit Sicherheit ein Konzept haben, in welcher Form er Deinen Sohn beschäftigen wird (z.B. Praktikum).

Und ERPRESSUNG ist das ganz sicher nicht!

Ich würde keine Sekunde zögern, und von diesem gut gemeinten Angebot gebrauch machen. Es erspart eine Menge Ärger und Dein Sohn hat immrnoch eine weiße Weste.

Glaube kaum, dass der Laden einen riesigen Profit aus der Arbeitskraft Deines Sohnes schöpfen wird. Im Gegenteil, es ist wahrscheinlich sogar aufwendiger, ihm alles zu zeigen und ihn anzulernen. 30 Stunden ist schließlich nur ein Klacks.

Er wird vielleicht (hoffentlich) anschließend ein solches Geschäft mit mehr Respekt betrachten und weitere Dummheiten dieser Art unterlassen.

Grüße, ------>

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Hat Dein Sohn also im Wert von € 300 Ware zu stehlen versucht? Aber er hat die ja dann zurückgegeben?

Ich finde dieses Angebot sehr seltsam.

Wenn Dein Sohn nur geringwertigen Kram klauen wollte, würde er im Normalfall wohl mit einer Verwarnung davonkommen, wenn das das erste Mal ist.

Sollte der Wert so hoch sein, würde er maximal ein paar Sozialstunden bekommen.

Also ich weiss nicht... (mehr Infos bitte). :)

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Kommentar von dustinfrischer
25.10.2016, 09:15

Aber er würde trotzdem eine Anzeige bekommen und da würde ich lieber 30 stunden arbeiten! Außerdem hat das ganze einen Pädagogisch wertvollen Hintergrund!

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Um Erpressung oder ähnliches handelt es sich in diesem Falle nicht. Da er deinem Sohn ein Angebot macht, was er annehmen kann, und auch sollte, oder eben auch ablehnen.

Bei einer Anzeige werden dabei Sozialstunden rumkommen, und die sind teilweise nicht wirklich angenehm.

Wenn er das Angebot annimmt, kann das sogar Positive Folgen für deinen Sohn haben. Zum einen bekommt er schonmal einblicke in das Berufsleben und wenn er sich richtig gut anstellt, kann sowas sogar eine Tür für einen Ausbildungsplatz öffnen.

Jeder macht mal eine Dummheit, und dann sollte man schon den A* in der Hose haben und dazu stehen und das beste draus zu machen.

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Wenn der Besitzer das als Praktikum angibt ist allesgeritzt.

Ich will auch nicht voreilige Schlüsse ziehen, aber das könnte einen pädagogisch wertvollen Effekt haben. Vom Strafmaß her evtl etwas übertrieben, aber immer noch besser als nen Eintrag ins Register.. Falls er mal ne Ausbildung machen will kommt es nicht selten vor das man ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen muss und spätestens da wirds dann peinlich.

Sieh es doch als Art von privaten Sozialstunden, das würde er sonst auch bekommen. Vielleicht nicht gleich 30h, aber ein paar Tage  Regale einräumen bringen deinen kurzen sicher nicht um.

Stell dir lieber die Frage warum du von nichts wusstest. Jetzt kannst du dich nur noch für Option A oder B entscheiden.

Viele Grüße

Jimmibob

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Es ist ein Angebot, welches er ihm unterbreitet. Erpressung ist was anderes.

Dein Sohn muss es ja nicht annehmen

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Kommentar von schwerti123
25.10.2016, 09:06

Und Versicherung?Berufsgenossenschaft? 

Das doch keine Antwort

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In erster Linie bist DU verantwortlich. Du bist die Erziehungsberechtigte. Sprech mit dem Filialleiter und lass dir den genauen Ablauf erklären.

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Er soll deinen Sohn als Minijobber anstellen. Dann arbeitet er eben eine Woche lang. Und hat somit auch eine rechtliche Absicherung.

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Diese Art von Regelung ist natürlich nicht ok.

Erpressung würde ich es nicht nennen, aber eine Art von Selbstjustiz.

Geht den normalen Weg über die Anzeige. Es wird bei einem Minderjährigen und als Ersttäter nicht allzuviel passieren.
Und für deinen Sohn ist es eine Lehre.

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Hm. ob es verboten ist, weiß ich nicht. Pädagogisch wertvoll finde ich es auf jeden Fall.  Ich würde mir vorallem Sorgen um einen entsprechenden Versicherungsschutz machen. Was passiert, wenn deinem Sohn z.B. ein Rollwagen über den Fuß fährt?  Ist er dann gesetzlich Unfallversichert? Ich habe da so meine Zweifel.  

Ich persönlich meine: Soll er die Polizei holen. Dein Sohn wird die Konsequenzen tragen müssen. Wegen dem Jugendstrafrecht wird es auch ok sein.

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Opfer Täter Ausgleich.

Hab mal Graffiti gesprüht und wurde erwischt. Hab dem Besitzer der Wand angeboten so lange in seinem Garten für ihn zu arbeiten bis er meint dass der Schaden bezahlt ist. Das hat nichts mit Erpressung zu tun es ist ein Angebot! 

Ein Angebot was dein Sohn annehmen sollte!!!

30 Stunden arbeiten sind NICHTS im Gegensatz zu einer Anzeige

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Kommentar von Manioro
25.10.2016, 11:38

Im Prinzip gebe ich dir Recht. Im Privatbereich würde ich das auch so handhaben. Im gewerblichen Bereich ist das aber eben nur vordergründig so einfach wie es scheint. Da sollte man sich schon vorher die ein oder andere Frage stellen (siehe oben). Ausserdem ist ja in Wirklichkeit kein Schaden entstanden der ausgeglichen werden könnte. Er wurde ja erwischt und demnach hat er die Ware nicht mitnehmen können. Die Maßnahme zielt also nicht darauf ab, einen tatsächlichen Schaden nachvollziehbar abzuarbeiten, sondern ist einfach eine Strafmaßnahme. Insofern ist es eben kein Schadensersatz oder Täter-Opfer-Ausgleich sondern eine (sicherlich gut gemeinte) Art der Selbstjustiz.

Im übrigen ist es so, dass man für einen einfachen Ladendiebstahl im Jugendstrafrecht auch keine besonders hohe Strafe bekommt. Da ist man dann auch schnell mit 20-30 Sozialstunden dabei. Die nutzen dann auch noch einer sozialen Einrichtung und werden pädagogisch betreut. Ausserdem sind alle Fragen rund um den Versicherungsschutz (...) geklärt. Die möglichen Auswirkungen auf die Berufswahl werden häufig überschätzt.    Dafür haben wir doch ein Jugendstrafrecht.

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