Frage von lemmino, 121

Beihilfe zum Selbstmord, wie wird das bestraft?

Hallo liebe Community, Ihr kennt das doch alle, in der Schule gibt es ein Kind das größer ist als die anderen und sie dann mit ihren eigenen Händen schlägt. Nach dem Motto: "warum schlägst du dich selbst?"

Wenn wir dieses scenario auf zwei voll strafbare Erwachsene übertragen und einer den anderen mit dessen Händen umbringt, gillt das dann als mord, oder wohl eher als Beihilfe zum Selbstmord.

Danke schonmal im voraus für eure Antworten

Antwort
von wfwbinder, 46

Dein geschilderter Fall ist natürlich Mord, weil der Geschädigte natürlich keine Selbsttötungsabsicht hat.

Darüberhinaus ist das Feld "Beihilfe zum Selbstmord" (die Straffrei wäre) ein Feld voller Tretminen.

Von Beihilfe zum Selbstmord, über Sterbehilfe, zu Tötung auf Verlangen usw. sind so schwimmende Grenzen, dass man darüber Doktorarbeiten und Habilitationsschriften fertigen könnte.

Antwort
von offeltoffel, 75

Wenn der eine die Hand des anderen mit Gewalt führt und somit den Tod verursacht, ist es Mord oder zumindest Totschlag.

Antwort
von smilenice, 10

Wie bereits geschrieben wurde, handelt es sich in diesem Falle nicht um "Beihilfe zum Selbstmord".

Diese wir in §216 des StGB definiert.



"(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.(2) Der Versuch ist strafbar."



Das ausdrückliche und ernsthafte Verlangen des Opfers ist wohl zweifelsfrei nicht vorhanden, deswegen findet dieser Paragraph keine Anwendung.

Nun muss man also entscheiden, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt.

Mord wird in §211 StGB definiert.

[...]

(2) Mörder ist, wer 
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, 
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder 
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, 
einen Menschen tötet.


Handelt der Täter nun also nach dem Motto "Ich bin größer, ich kanns eben", dann ist zumindest meiner Meinung nach die Mordlust erfüllt.

Auch wenn er primär nicht beabsichtigte, das Opfer umzubringen, so wäre die körperliche Misshandlung zur Befriedigung irgendwelcher Triebe (Anerkennung, Aggressionen etc.) wohl auch unter die niederen Beweggründe zu fassen.

Außerdem ist der Mord mit den Händen des Opfers auch "grausam"

Ergo: Der Täter wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

Sollte der Täter nun aber (unrealistischerweise) spontan und ohne Hintergedanken diese Tat begangen haben, so kann er natürlich, sollte er nicht wegen der Grausamkeit wegen Mordes verurteilt werden, eine Verurteilung wegen Totschlages erhalten, §212 StGB.



(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.(2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.



Dies wäre allerdings sehr viel unwahrscheinlicher als eine Verurteilung wegen Mordes. Dennoch kann es hier entweder 5 bis 15 Jahre haft geben, oder - in diesem Falle realistischer - lebenslange Haft wegen des besonders schweren Falls.

Um zu deiner Frage zurückzukehren: Es ist nahezu zweifelsfrei als Mord zu betiteln. Mit Tötung auf Verlangen hat die geschilderte Handlung nichts zu tun, auch eine Verurteilung wegen Totschlages halte ich für unwahrscheinlich.



Antwort
von Xirain, 52

Mord, denn der getöte hatte keine Absicht zu sterben.

Antwort
von Patrxaa, 59

Die wohl eher interessentarer gehe hier ist:
Warum willst du das Wissen ?

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