Wie ist es in Deutschland? Ich bin Atheist und interessiere mich aus rationalen Gründen dafür - müssen sich Katholiken zur Beichte wirklich hinknieen? Und wie läuft die Katharsis bei den Evangeliken? Bin diesbezüglich völlig unwissend und möchte keinen Pater, Priester, oder wie auch immer die jeweilige korrekte Bezeichnung ist, fragen. Wer ist katholisch oder evangelisch und weiß Bescheid? (Und nein: Ich möchte keine Beichte ablegen. ;-) )
Antworten (11)
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StarbuckStarbuck
Die Beichte gibt es nur bei den Katholiken. Man muß sich dazu heute nicht mehr unbedingt hinknien und auch nicht mehr unbedingt in einen Beichtstuhl. Oft findet die Beichte in Form eines Beichtgespräches statt, in dem man nicht nur einfach seine Sünden runtersagt, sondern mit dem Priester auch über seine Sorgen und Nöte reden kann. Als Katholik ist man verpflichtet, einmal im Jahr zu beichten, am besten in der Osterzeit. Wer in seinem geistlichen Leben Fortschritte machen will, tut aber gut daran, öfter zu beichten.
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AzizamasryaAzizamasrya
Wie reinigt sich ein Christ? Indem ich zu Jesus bete und ihm danke, dass er die Strafe für meine Sünden auf sich genommen hat. Indem ich den Heiligen Geist bitte, dass er mich führt und erinnert, wenn ich wieder Böses tun will, dass ich es dann nicht tue. Diesen Vorgang nennt die Bibel "Heiligung". D.h. ich wachse in etwas gutes - heiliges - hinein.
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schluzschluz
tschullichung - da war woll nix sinnvolles bei den Kommentaren bei
Beichten könn alle - un da braucht es keinen Pfarrer oder Priester oder knien oder so (Pfr/Priester sind in D nur extra durch das Beichtgeheimnis geschützt)
Beichte heißt einfach: Ich erzähle einem Mitchristen oder einer Mitchristin, was mir das Herz schwer macht, besonders dann, wenn ich das Gefühl habe, da klebt was an meinen Fingern. (Die römisch-katholische Definition beschreibt das noch etwas genauer, aber das tut hier nichts zur Sache.)
In der römisch-katholischen Tradition geht man zum beichten in den Beichtstuhl. Der Priester ist verpflichtet, eine bestimmte Zeit dort zu sein, besonders vor Ostern.
In der Evangelischen Tradition hat sich die gemeinsame Beichte entwickelt. Das heißt im Beichtgottesdienst steht jeder vor Gott mit seiner stillen Beichte alleine. Aber es gibt auch die Einzelbeichte. Das heißt, man bespricht mit einem Christen des eigenen Vertrauens (meistens einem Pfarrer oder einer Pfarrerin), was einen belastet.
- Die Beichte enthebt im Übrigen nicht von der Verantwortung, für üble Taten auch vor den anderen Menschen gerade stehen zum müssen
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Raubkatze45Raubkatze45 Genau und deshalb kennt die kath. Beichte auch die sog. Genugtuung, d.h. man muss nach besten Kräften wieder gutmachen, wo man anderen geschadet hat. Nach kath. Lehre kann eben nicht jeder Christ, sondern nur ein geweihter Priester im Namen Christi die Absolution erteilen. Eine einfache Besprechung mit einem Menschen des Vertrauens ist keine Beichte im kath. Sinn. Mit dem Wort Christi "Wem ihr die Sünden nachlassen werdet ..." sind zunächst die Apostel gemeint, danach jeder vom Bischof in apostolischer Nachfolge geweihte Priester. Gott wird zwar vorher schon auf Grund einer echten Reue alle Sünden vergeben, die Beichte könnte man vielleicht schon als eine Art Buße ansehen, denn es ist ja gerade nicht angenehm. Ich sehe in jedem Priester (ungeachtet seiner persönlichen Schwächen)den Stellvertreter Christi und deshalb ist Beichte ein trotz allem unglaublich erleichterndes und schönes Gefühl. Die ev. Kirchen sehen das anders als wir, aber Luther hat für sich persönlich bis zuletzt daran festgehalten.
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DerTrollDerTroll
Bei den Katholiken gibt es eine ganz formelle Beichte. Also man sitzt im Beichtstuhl erzählt dem Pfarrer, was man angestellt hat. Und dieser erteilt darauf hin die Absolution, womit dein Sündenkonto nun getilgt ist. Traditionell sind Katholiken sogar verpflichtet, regelmäßig zur Beichte zu gehen. Aber wenn man nichts wirklich schlimmes angestellt hat, sehe ich persönlich da auch für einen gläubigen Katholiken keine Notwendigkeit.
Bei den Protestanten gibt es so eine formelle Beichte nicht, aber man hat natürlich auch da die Möglichkeit, mit dem Pfarrer zu reden, wenn einem etwas bedrückt usw. Und auch der wird sich an eine Art Beichtgeheimnis halten und es nicht weitererzählen. -
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majosandramajosandra
Bei er katholischen Beichte kniet man sich nicht hin. Man sitzt neben dem (in der Regel) Pastor, ist aber durch eine Wand von ihm getrennt, in dem ein vergittertes Fensterchen ist, sodaß man gegenseitig seinen Schatten sehen kann, aber nicht erkannt wird.
Dann beichtet man all seine Sünden und bekommt anschließend vom (in der Regel) Pastor eine Buße auferlegt: Zum Beispiel ein betimmtes Gebet zu sprechen.
Anschließend verläßt man den Beichtstuhl wieder und büßt für seine Sünden, indem man die vom Pator auferlegte Strafe ausführt.
(Also betet dann zum Beispiel das auferlegte Gebet. Dies kann dann im Knien erfolgen.)
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GALLARIAOYGALLARIAOY
Ob DU kniest oder nicht, spielt keine Rolle. Die Gebete der Katholiken oder Evangelischen sind nutzlos, weil sie etwas anbeten, besser anflehen, was eben nicht existent ist. Wenn z.B. Indianer beten, stellen sie sich rein geistif vor, dass der Wunsch bereits erfüllt sei. Also, ich wünsche das es regnet. Ich stelle mir vor, dass auf meinen Körper Regentropfen fallen; und manchmal funktioniert es tatsächlich. Noch eins: Atheisten sind Gläubige, denn sie glauben (=gleich etwas für wahr annehmen, ohne es zu wissen) an das NICHTS (der Fülle, wie BUDDHA es formuliert haben soll). GALLARIAOY
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drpestdrpest
warum hinknieen? der pfaffe sieht doch eh nix in seinem kabäuschen!
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Loui0341Loui0341 Wie gesagt - ich bin diesbezüglich völlig ungebildet - in "Gran Torino" muss sich Clint Eastwood zur Beichte hinknieen (und ist Katholik).
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GALLARIAOYGALLARIAOY Das hat mit Bildung nichts zu tun, sondern nur mit WISSEN. Wenn DU WISSENDER bist, wirst DU solche Antworten nicht mehr geben. Dieser so genannte GOTT bewahre uns vor den Unwissenden und Gläubigen (=gleich etwas für wahr annehmen, ohne es zu wissen.). GALLARIAO
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Raubkatze45Raubkatze45 @drpest:wir knien vor Gott und bekennen vor Gott.
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ravelinepowerravelinepower
Also ich bin gar nix mehr :-) Aber Evangelisch war ich mal und da gab es nie ne Art beichte.
Echt nicht? Wie "reinigen" die sich?
keine ahnung...die evangelische kirche hat sich ja daheraus entwickeln können, weil sie unter anderem, gegen den ablaßhandel war.... beichten ist ja so was ähnliches
DEIN Kommentar geht am Wesentlichen vorbei, nämlich daran, dass die katholisch und evangelische Religion, ein auslaufmodell ist, die nicht dazu beitrug, dass die menschlich Irdischen, friedlicher miteinander umgehen. GALLARIAOY
Ich denke, deine Meinung, GALLARIAOY, ist klar geworden. Aber es beantwortet meine Frage dennoch nicht. Ich denke auch nicht, dass Religion zum Weltfrieden beiträgt. (So, wie der Mensch allgemein nicht zum Weltfrieden beiträgt.) Aber wie läuft die katholische Beichte denn jetzt ab?
In der kath. Kirche wird geglaubt, dass der Mensch letztlich unbedingt einen Priester benötigt, der ihm die Absolution erteilt.
Darum soll ein Katholik wenigsten 1x im Jahr zur Beichte gehen.
Diese Notwendigkeit besteht nach der Bibel nicht.
Es wird dabei völlig übersehen, dass im VATER UNSER die BITTE enthalten ist: "VERGIB UNS UNSER SCHULD, WIE AUCH WIR UNSEREN SCHULDIGER VERGEBEN." (Matthäus 6, 12.)
Jesus weist darauf hin wohin wir gehen sollen: "WENN DU ABER BETEST, SO GEH IN DEIN KÄMMERLEIN UND SCHLIESS DIE TÜRE ZU UND BETE ZU DEINEM VATER, DER IM VERBORGENEN IST; UND DEIN VATER, DER IN DAS VERBORGENE SIEHT, DER WIRD'S DIR VERGELTEN." (Matthäus 6, 6).
Um seine Sünden zu bekennen brauchen wir dazu nicht einen Menschen, noch dessen Absolution.
Aus der Geschichte ist bekannt, dass die BEICHTSTÜHLE erst im Mittelalter eingeführt worden sind.
Es wird in diesem Zusammenhang immer gerne Johannes 20, 21-23 zitiert wo das SÜNDEN ERLASSEN als Notwendigkeit im Auftrag Jesu betrachtet wird.
Die Frage dabei ist, auf welche Weise das SÜNDEN ERLASSEN geschieht?
Meinte Jesus es so, wie es erst viel später praktiziert worden ist oder geschah es auf andere Weise?
Dieses SÜNDEN ERLASSEN geschah nach dem Neuen Testament auf verschiedene Weise.
Den ersten Hinweis dazu finden wir in Matthäus 18, 15-18.
Hier geht es darum, wenn ein Mensch gesündigt hat, was ein anderer gesehen hat.
Bitte diesen Abschnitt nachlesen!
Da geht es also nicht um eine Beichte nach kath. Verständnis, sondern eine spezielle Sünde, die ein Mensch begangen hat.
Der Auftrag besteht darin den Betreffenden auf seine Verfehlung aufmerksam zu machen. Wenn er das annimmt dann ist die Sache erledigt.
Wenn das aber nicht der Fall ist soll es zur einer Sache der gesamten Gemeinde werden, weil durch das sündhafte Verhalten auch die Gemeinde in Mitleidenschaft gezogen wird.
Aber das nichts mit der wenigsten 1x jährlichen Beichte zu tun, von der die Kirche spricht. Um das geht es hier überhaupt nicht.
FORTSETZUNG:
Die zweite Form der SÜNDENVERGEBUNG finden wir bei der TAUFE.
Z.B. können wir darüber lesen in Apostelgeschichte 2, 37. 38. "KEHRT UM(ÄNDERT EUER LEBEN), UND JEDER VON EUCH LASSE SICH TAUFEN AUF DEN NAMEN JESU CHRISTI ZUR VERGEBUNG EURER SÜNDEN, SO WERDET IHR EMPFANGEN DIE GABE DES HEILIGEN GEISTES."
In der TAUFE fand der GENERALAMNESTIE des Sünders statt. In der Taufe hat der Mensch die Vergebung aller seiner Sünden erhalten.
Wir lesen hier nicht, dass die Menschen zu Petrus gekommen wären, und dass sie ihm ihre Sünden gebeichtet hätten. Darüber wird hier nichts berichtet.
Das Problem welches heute sowohl für Katholiken als auch für Protestanten besteht, liegt darin, das sie heute Babys taufen, was in der Frühkirche aber nicht geschehen ist.
Erstens findet die TAUFE zu einem falschen ZEITPUNKT statt.
Zweitens kann es auch bei der Babytaufe zu keiner Sündenvergebung kommen, weil das Baby zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gesündigt hat. Wenn behauptet wird, dass das Kind von der Erbsünde befreit werden soll, dann widerspricht das der Bibel. Es heißt hier unmissverständlich: "LASST EUCH TAUFEN ZUR VERGEBUNG "EURER SÜNDEN". Das hat nichts mit der Sünde von Adam und Eva zu tun.
FORTSETZUNG:
In Hebräer 4, 15. 16 werden wir darauf hingewiesen zu wem wir mit unseren Sünden gehen sollen:"DENN WIR HABEN NICHT EINEN HOHENPRIESTER, DER NICHT KÖNNTE NICHT LEIDEN MIT UNSEREN SCHWACHHEIT, SONDERN DER VERSUCHT WORDEN IST IN ALLEM WIE WIR, DOCH OHNE SÜNDE.
DARUM LASST UNS HINZUTRETEN MIT ZUVERSICHT ZU DEM THRON DER GNADE, DAMIT WIR BARMHERZIGKEIT EMPFANGEN UND GNADE FINDEN ZU DER ZEIT, WENN WIR HILFE NÖTIG HABEN." (Vergleich 1. Johannes 2, 1.2.)
Bei wem finden wir Hilfe und Gnade? Bei Jesus Christus!
Zu IHM sollen wir direkt hingehen, weil Er unsere Herzen, Beweggründe, Schwächen und Verfehlungen kennt. Er leidet mit unseren Schwachheiten mit.
Darum können wir Ihm auch alles offen und ehrlich sagen. Wir brauchen Ihm nichts vormachen oder vor Ihm Angst haben.
Im Gegenteil: Mit ZUVERSICHT können wir zu IHM kommen und Er wird uns vergeben und helfen.
Dazu brauchen wir keinen Menschen, sondern da geht es einzig und allein um CHRISTUS und UNS.
Zu Ihm müssen wir kommen und Ihm unsere Verfehlungen eingestehen.
Nur wer seinen Fehler erkennt wird auch das Bedürfnis haben davon frei zu werden.
Diese Einsicht ist heilsam und führt zu einer Änderung unseres Lebens.
Darin liegt letztlich der tiefe Sinn des Bekennens. Denn ohne Einsicht werden wir auch nichts ändern wollen.
FORTSETZUNG
Zuletzt wird das bisher gesagte zusammengefasst mit dem Auftrag, den Jesus den Apostel gegeben hat allen Menschen die Vergebung nahe zu bringen.
"UND DASS GEPREDIGT WIRD IN SEINEM NAMEN BUSSE(SINNESÄNDERUNG/UMKEHR) ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN UNTER ALLEN VÖLKERN." (Lukas 24, 47)
Durch das Evangelium werden die Menschen eingeladen zu Jesus zu gehen, damit sie durch Ihn Vergebung ihrer Verfehlungen empfangen.
Die Apostel haben nicht gesagt: "Kommt zu uns, damit wir Euch die Sünden vergeben", sondern wir laden Euch ein: "KOMMT ZU JESUS, weil ihr bei Vergebung aller Eurer Sünden bekommt.
Wer diese Einladung annimmt, dem werden die Sünden vergeben, aber nicht durch die Apostel, sondern durch Christus.
Das hatte Jesus in Johannes 20, 21-23 gemeint, aber nicht das, was die Kirche später aus dieser Aussage gemacht hat.
Das Evangelium bindet die Menschen an CHRISTUS und nicht an eine Priesterschaft, die zu Mittlern zw. Christus und den Menschen geworden ist. Das widerspricht dem Geist des NT.
Wie Paulus seine Aufgabe verstanden hat können wir in 2. Korinther 5, 20 erfahren: "SO SIND WIR NUN BOTSCHAFTER AN CHRISTI STATT, DENN GOTT BITTET DURCH UNS; SO BITTEN WIR AN CHRISTI STATT: LASST EUCH VERSÖHNEN MIT GOTT."
Paulus hat die Menschen nicht aufgefordert zu Ihm zu kommen und Ihm ihre Sünden zu beichten.
Nein, er hat im Gegenteil die Menschen aufgefordert zu Christus zu gehen, weil sie nur bei Ihm die Vergebung erhalten können.
@ loui:doch, im evangelischen-luth. Osnabrücker Dom waren im Kasten Beichtzeiten angeschlagen. Man muss wissen, dass Luther bis zuletzt selbst gebeichtet hat. In Schweden habe ich ähnliche MÖglichkeiten gefunden. Bei den Lutheranern werden vermehrt diese Möglichkeiten scheinbar angeboten,weil doch Bedarf besteht.